AQtion AQN-107: 10-Gbit-Netzwerkkarte für Spieler kostet 90 US-Dollar

Volker Rißka 245 Kommentare
AQtion AQN-107: 10-Gbit-Netzwerkkarte für Spieler kostet 90 US-Dollar
Bild: Aquantia

Die Frage nach dem Nutzen oder Sinn beiseite geschoben ist sie nun verfügbar: Die erste PCIe-x4-Netzwerkkarte mit 10 Gbit/s extra für Spieler, wie der Hersteller betont. Zum Einsatz kommt dafür ein Chip von Aquantia, der zuletzt bereits auf einigen High-End-Mainboards mit 5- oder 10-Gbit-Anschluss verantwortlich war.

Der Controller-Chip, ob nun auf dem Mainboard verlötet oder auf der diskreten Netzwerkkarte verbaut, ist identisch. Bei der 10-Gbit-Version heißt dieser AQC-107, die 5-GBit-Variante hört auf die Bezeichnung AQC-108. Die 12 × 14 mm² großen Chips aus der 28-nm-Fertigung sind Ableger der professionellen Enterprise-Lösungen AQR, wo es neben Single-Port-Lösungen auch Varianten für vier und acht Anschlüsse gibt.

Für den Desktop-Einsatz kommt eine PCI-Express-Netzwerkkarte mit einem RJ45-Anschluss zum Einsatz. Diese setzt aber nicht auf das x1-Interface, sondern benötigt vier Lanes. Echte PCIe-x4-Slots sind sehr selten auf Mainboards anzutreffen, in der Regel muss im heimischen PC der zweite x16-Slot zum Einsatz kommen. Dieser ist bei Mainstream-Lösungen von Intel rund um Coffee Lake und AMD mit Ryzen ohnehin nicht mehr mit vollen 16 Lanes elektrisch gespeist, sondern nur noch mit acht angebunden. Die Leistungsaufnahme von 6 Watt für die Karte stellt kein Problem für den PCIe-Slot dar.

Kompatibilität zum „outdated“ 1 GBit bleibt

Laut Aquantia soll sich der Chip beziehungsweise die Netzwerkkarte für Spieler nicht nur wegen der höheren Bandbreite lohnen, sondern auch wegen reduzierter Latenzen und geringerem Lag. Abwärtskompatibel bleibt die 10-Gbit-Lösung natürlich auch zu allen vorherigen Stufen, was 5 und 2,5 GBit, aber auch die im heimischen PC üblichen und laut Hersteller „outdated“ 1 GBit und 100 MBit einschließt. Treiber liefert man für Windows 10, 8.1, 8.0 und 7 in 32- und 64-Bit mit, Linux 3.2, 3.10, 3.12, 4.2 und 4.4 wird ebenfalls unterstützt.

Ein passender Switch kostet mindestens 365 Euro

Neben der Netzwerkkarte, die in der 10-GBit-Variante als Gamer Edition 90 US-Dollar kostet (als professionelle Variante aber nur 80 US-Dollar), bleibt am Ende die Frage nach der passenden Infrastruktur. Ein passender Switch ist die nächste Voraussetzung auf dem Weg zu 10 Gbit im heimischen Netzwerk. Der kostet in Form des aktuell günstigsten 10-GBit-4-Port-Modells Netgear ProSAFE XS500M 365 Euro. Die dann noch benötigten Kabel nach Standard Cat 6 sind hingegen preislich kein Problem.