Through the Darkest of Times: Spiel mit Dritte-Reich-Symbolik erhält USK-Freigabe

Christopher Lewerenz 75 Kommentare
Through the Darkest of Times: Spiel mit Dritte-Reich-Symbolik erhält USK-Freigabe
Bild: throughthedarkestoftimes.com

Mit der Spieldemo zu „Through the Darkest of Times“ gibt die USK nur Tage nach der einschlägigen Anpassung im Prüfverfahren das erste Spiel mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen frei. Die Demo bekommt eine Altersfreigabe von „ab 12“ Jahren und wird in Köln im Indie Arena Booth auf der Gamescom spielbar sein.

Gegnerschaft zum NS-Regime ist deutlich

Die USK stellte im Prüfverfahren fest, dass „alle Handlungsoptionen im Spiel“ sich klar gegen das NS-Regime richten und deshalb eine Gegnerschaft gegenüber den NS-Regime deutlich werde. Die verwendeten Symbole im Spiel dienen damit allein der „Beschreibung von Vorgängen des Zeitgeschehens“, weshalb das Gremium die Sozialadäquanz gewahrt sieht, auf den § 86a Abs. 3 StGB verweist. Für 12-Jährige sei außerdem der historische Kontext zu erkennen, um Geschehnisse im Spiel richtig einordnen zu können. Des Weiteren könne diese Altersgruppe die moralischen und ethischen Botschaften des Spiels durchschauen, so die USK.

Im Strategiespiel spielt man als Widerstandsgruppe in Berlin im Dritten Reich in den Jahren von 1933 bis 1945. Im Spielgeschehen muss die Gruppe organisiert werden. Während Ressourcen gesammelt werden, gilt es, die Moral aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Gestapo einen erwischt. Auch wenn aufkommende Namen fiktional sind, sind die politischen Geschehnisse real und beeinflussen die Auswahlmöglichkeiten.

Wichtiger Schritt für die Spielkultur

Die Geschäftsführerin der USK Elisabeth Secker sieht in der neuen Ausrichtung einen „wichtigen Schritt für die Gleichberechtigung von Games mit anderen Medien“. Durch die Freigabe werde gezeigt, dass Games nicht nur Kunst und Kulturgut sind, sondern auch pädagogisch und zeitlich wichtige Themen angemessen behandeln können, so Secker.

Der differenziertere Umgang mit Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen in Videospielen war nicht die einzige Anpassung der Bewertungspraxis. In den vergangenen Jahren hatte sich zunächst der Blick auf die Gewaltdarstellung in Videospielen gewandelt, sodass vergleichsweise brutale, aber klar als fiktionales Werk zu erkennende Titel wie Gears of War vom Index gestrichen werden konnten.