ThinkPad X1 Extreme: Lenovos mobile Workstation mit Anschlüssen en masse

Nicolas La Rocco 76 Kommentare
ThinkPad X1 Extreme: Lenovos mobile Workstation mit Anschlüssen en masse

Lenovo will das ThinkPad X1 zur leistungsstarken Workstation machen und erweitert die Produktserie dafür um das zur IFA 2018 vorgestellte ThinkPad X1 Extreme. Dabei handelt es sich um eine 15,6-Zoll-Version des X1 Carbon auf Steroiden, die mit bis zu UHD-Display, Core i9, 64 GB RAM, 2 TB SSD und GTX 1050 Ti bestellt werden kann.

Das ThinkPad X1 Extreme ist Lenovos Antwort auf das Apple MacBook Pro in 15 Zoll. Lenovo verbaut mindestens ebenso leistungsfähige Komponenten, bietet jedoch deutlich mehr und vielfältigere Anschlüsse für den produktiven Einsatz als Apple. Doch zuerst die Hardware im Überblick: Intel ist wie bei bisher allen Neuvorstellungen der IFA exklusiver Zulieferer der CPUs und stellt im Topmodell den Core i9-8950HK mit 6 Kernen und 12 Threads sowie Taktraten von bis zu 4,8 GHz zur Verfügung. Ein von ComputerBase ausprobiertes ThinkPad X1 Extreme lief darüber hinaus mit dem Core i7-8850H, der ebenfalls auf 6 Kerne und 12 Threads kommt, aber den Takt nur bis 4,3 GHz zulässt.

Auch in den anderen Bereichen der Hardware lässt sich Lenovo nicht lumpen: Der Arbeitsspeicher ist wahlweise bis zu 64 GB groß und liegt verteilt auf nur zwei DIMMs als DDR4 mit 2.666 MHz vor. Bei den SSDs gibt es zwei Steckplätze für das Format M.2 2280, sodass Lenovo hier bis zu 2 × 1 TB über PCIe 3.0 x4 angebunden offerieren kann. Bei den schnellen SSDs sind zudem Konfigurationen als RAID0 oder RAID1 möglich.

GTX 1050 Ti Max-Q und optionales UHD-Display

Um zur echten Workstation zu werden, wird als Grafiklösung mehr als die in die Prozessoren integrierte Intel UHD Graphics 630 benötigt. Deshalb verbaut Lenovo stets in allen Modellen des ThinkPad X1 Extreme eine Nvidia GeForce GTX 1050 Ti Max-Q mit 4 GB GDDR5-Speicher. Diese gibt ihr Bildsignal in der Basisvariante des Notebooks an ein 15,6 Zoll großes Display mit Full-HD-Auflösung aus, das 300 cd/m² hell werden und 72 Prozent des sRGB-Farbraums abdecken soll. Darüber ist optional ein gleich großes Ultra-HD-Panel positioniert, das mit bis zu 400 cd/m², 100 Prozent AdobeRGB, Dolby Vision und 10 Bit Farbtiefe (8 Bit + FRC) in allen Punkten besser abschneidet. Der UHD-Bildschirm ist im Gegensatz zur FHD-Variante allerdings wie schon beim ThinkPad X1 Carbon glänzend ausgeführt.

Mehr Anschlüsse und noch mehr Anschlüsse

Während Apple beim MacBook Pro in 13 oder 15 Zoll vollständig auf Thunderbolt 3 setzt und davon vier Buchsen anbietet, kommt das ThinkPad X1 Extreme auf ein Sammelsurium aktueller Standards und solcher, die schon seit mehreren Jahren etabliert sind und häufig im produktiven Einsatz unabdingbar sind. Darüber hinaus bietet Lenovo noch ein neues ThinkPad Thunderbolt 3 Workstation Dock an, das den Anwender geradezu mit Anschlüssen überflutet. Am Notebook selbst gibt es 2 × Thunderbolt 3, 2 × USB 3.1 Gen1 Typ A, HDMI 2.0, einen vollwertigen SD-Cardreader, eine Audiobuchse, einen separaten Ladeanschluss und eine Buchse für Lenovos Ethernet-Dongle.

Hintergrund des separaten Ladeanschlusses ist das 135 Watt starke, aber dennoch kompakte und leichte Netzteil, das für das Laden bei gleichzeitiger Nutzung benötigt wird. Nur über Thunderbolt 3 wäre dies aufgrund der Limitierung auf bis zu 100 Watt nicht möglich gewesen. Deshalb hat das neue ThinkPad Thunderbolt 3 Workstation Dock auch ein spezielles Anschlusskabel aus Netzkabel und Thunderbolt 3. Das Dock stellt weitere vier Anschlüsse für USB 3.1 Gen2 Typ A sowie jeweils zwei Buchsen für HDMI und DisplayPort zur Verfügung. Außerdem ist ein vollwertiger Ethernet-Anschluss vorhanden.

Start im September ab 2.449 Euro

Die Technik verbaut Lenovo in einem nach wie vor zum Großteil aus Carbon gefertigten Gehäuse, das fast durchgehend in mattem Schwarz ausgeführt ist. Der Boden besteht aus Aluminium, dieser fühlt sich aber nicht anders an als das restliche Chassis. Mit 1,7 kg für das Basismodell sowie 1,8 kg mit Touch-Bildschirm fällt das Gewicht zudem vergleichsweise niedrig aus. Das MacBook Pro kommt in der 15-Zoll-Variante auf 1,83 kg. Lenovo bringt in dem Chassis einen Akku mit 80 Wh Stunden unter, der für eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden Energie liefern soll. Der Akku ist zwar nicht direkt wechselbar, nach dem Aufschrauben des Gehäuses soll allerdings ein einfacher Wechsel möglich sein. Bei Apple sind die Akkus mit dem Chassis verklebt.

Lenovo will das ThinkPad X1 Extreme im September zu Preisen ab 2.449 Euro auf den Markt bringen. Um welche Konfiguration es sich dabei handeln wird, ist noch nicht bekannt. Mit Vollausstattung wird das Notebook wohl im Bereich von 4.000 Euro liegen, wie Vertreter von Lenovo im Gespräch mit ComputerBase im Rahmen der IFA sagten.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Lenovo unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.