ThinkPad X1 Carbon G6 im Test: Lenovos fast perfektes Business-Notebook

Nicolas La Rocco 134 Kommentare
ThinkPad X1 Carbon G6 im Test: Lenovos fast perfektes Business-Notebook

tl;dr: Das neue Lenovo ThinkPad X1 Carbon der sechsten Generation bringt alles mit, was ein hervorragendes Notebook ausmacht. Es kombiniert viel Leistung, eine lange Akkulaufzeit, ein tolles Display, reichlich Anschlüsse und gute Eingabegeräte in einem todschicken mattschwarzen Gehäuse, das aus jeder Pore Business schreit.

Konfigurationen im Überblick

Lenovo selbst bietet die sechste Generation ThinkPad X1 Carbon auf der deutschen Website in fünf Konfigurationen an. Davon lassen sich zwei nur wie gelistet bestellen (20KH0039GE und 20KH006JGE) sowie drei Modelle individuell konfigurieren.

Dabei muss gleich vorweg gesagt werden, dass Lenovos Website ein einziges Chaos aus deutscher und englischer Sprache sowie abweichenden Angaben ist. In den technischen Daten sind beide Sprachen durcheinander. Mal bietet das Notebook Bluetooth 4.1, mal Bluetooth 4.2. Und im System zum Vergleichen von Modellen klaffen Lücken zu vorinstallierter Software sowie verbauter Kamera, Tastatur und WWAN.

Faire Preispolitik

Das von ComputerBase getestete Modell 20KH006MGE gibt es bei Lenovo nicht direkt, es lässt sich aber auf Basis des Modells 20KHCTO1WWDEDE1 konfigurieren. Der Hersteller verlangt dann 2.620,49 Euro für das Notebook, während im freien, seriösen Online-Handel mit etwa 2.500 Euro gerechnet werden muss. Für das HDR-Display verlangt Lenovo gerade einmal 38 Euro, 16 statt 8 GB RAM kosten 129 Euro, die 1 TB statt 512 GB große SSD hat einen Aufpreis von 173 Euro und das LTE-Modul kostet 118 Euro. Vor allem im Vergleich zu Anbietern wie Apple sind das fair angesetzte Preise. Das Netzteil des Testgeräts mit 65 statt 45 Watt kostet 1,19 Euro Aufpreis – ja, richtig gelesen.

Lenovo ThinkPad X1 Carbon (6. Generation) im Überblick
1 2 3 4 5 Testgerät
Modellnummer 20KHCTO1WWDEDE0 20KH0039GE 20KHCTO1WWDEDE1 20KH006JGE 20KHCTO1WWDEDE2 20KH006MGE
CPU Intel Core i5-8250U
4 Kerne, 8 Threads
bis zu 3,4 GHz, 6 MB Cache
Intel Core i7-8550U
4 Kerne, 8 Threads
bis zu 4,0 GHz, 8 MB Cache
Intel Core i7-8650U
4 Kerne, 8 Threads
bis zu 4,2 GHz, 8 MB Cache
Intel Core i7-8550U
4 Kerne, 8 Threads
bis zu 4,0 GHz, 8 MB Cache
GPU Intel UHD Graphics 620, bis zu 1,1 GHz Intel UHD Graphics 620, bis zu 1,15 GHz
RAM 8 GB LPDDR3 2.133 MHz 16 GB LPDDR3 2.133 MHz
SSD 256 GB PCIe 512 GB PCIe 1 TB PCIe
Display 14,0 Zoll, 1.920 × 1.080, IPS, matt 14,0 Zoll, 2.560 × 1.440, IPS, matt 14,0 Zoll, 1.920 × 1.080, IPS, matt 14,0 Zoll, 2.560 × 1.440, IPS, HDR, glänzend
Akku 57 Wh
Anschlüsse 2 × Thunderbolt 3, 2 × USB 3.1 Gen2 C, 1 × HDMI, 1 × Kopfhörer, 1 × nativer Ethernet-Dongle, 1 × microSD, 1 × Kensington 2 × Thunderbolt 3, 2 × USB 3.1 Gen2 C, 1 × HDMI, 1 × Kopfhörer, 1 × nativer Ethernet-Dongle, 1 × microSD, 1 × Nano-SIM, 1 × Kensington
Konnektivität Intel Dualband-Wireless-AC 8265, Bluetooth 4.2 Intel Dualband-Wireless-AC 8265, Bluetooth 4.2, Fibocom L850-GL
Webcam 720p-HD-Kamera mit Mikrofon und ThinkShutter Infrarot- und 720p-HD-Kamera mit Mikrofon – ohne ThinkShutter 720p-HD-Kamera mit Mikrofon und ThinkShutter
Abmessungen 323,5 × 217,1 × 15,95 mm (B×T×H)
Gewicht ab 1,13 kg
Farbe Schwarz
Betriebssystem Windows 10 Home 64 Bit Windows 10 Pro 64 Bit
Preis 1.749 € 2.169 € 2.179 € 2.429 € 2.836,81 € ~ 2.500 €

Noch mehr Schwarz

Im Vergleich zur fünften X1-Generation hat Lenovo das Notebook optisch nur leicht überarbeitet. In erster Linie fällt das nun fast vollständig schwarze Design auf, das bei der sechsten Generation selbst den Lenovo-, X1-Carbon- und ThinkPad-Schriftzug auf der Innen- und Außenseite sowie die Scharniere des Displays miteinbezieht. Was bleibt, sind rote ThinkPad-i-Punkte und der rote Trackpoint inmitten der beleuchteten Tastatur.

Lenovo stellt erneut ein sehr gut verarbeitetes Notebook auf die Beine, das mit seiner matten Oberfläche mindestens ebenso hochwertig wie das Dell XPS 13 aus Metall ist. Ein Rahmen aus einer Magnesiumlegierung und mehrere Lagen Kohlenstofffaser sorgen für ein leichtes und dennoch über weite Bereiche verwindungssteifes Gehäuse. Die Basis lässt sich nur mit Aufwand verbiegen, das Display gibt etwas leichter nach.

Mehr Anschlüsse als Apple oder Dell

Wer das neue X1 Carbon von der Seite betrachtet, sieht ungewöhnlich viele „alte“ Anschlüsse. Anders als Apple oder Dell sägt Lenovo noch nicht am Ast, auf dem noch viele Business-Nutzer sitzen. Das Unternehmen verschließt sich allerdings nicht vor modernen Schnittstellen und bietet deshalb neben zweimal USB 3.1 Gen2, HDMI und 3,5-mm-Klinke auch zweimal Thunderbolt 3. Neben der rechten der beiden Thunderbolt-3-Buchsen sitzt der Port für den nativen Gigabit-Ethernet-Dongle, der bei Lenovo 15 Euro kostet, jedoch Teil des Lieferumfangs des Testgeräts war. Lenovos neue „ThinkPad Ultra Docking Station“ belegt bei der Nutzung beide Buchsen und den Thunderbolt-3-Anschluss ganz links. Für das neue Dock verlangt Lenovo rund 350 Euro.

Das microSD- bzw. SIM-Fach bleibt schlecht

Und auch die Speichererweiterung per microSD-Karte erlaubt Lenovo weiterhin, jedoch muss die Karte wie im letzten Jahr in einem Schacht mit einer fummeligen Abdeckung untergebracht werden, der sich darüber hinaus auf der Rückseite des Notebooks befindet und nur bei geschlossenem Deckel erreichen lässt. Im selben Fach, aber wenige Millimeter höher lässt sich eine Nano-SIM-Karte unterbringen, sofern es sich wie bei dem Testgerät um eine mit LTE-Modem ausgerüstete Variante des Notebooks handelt.

Mit Abmessungen von 323,5 × 217,1 × 15,95 Millimeter (B × H × T) nimmt die sechste Generation ThinkPad X1 Carbon nicht mehr Platz ein als die fünfte. Das je nach Ausstattung geringfügig variierende Gewicht beginnt laut Lenovo bei 1,13 kg. Das Testgerät bringt es laut Briefwaage auf leichte 1.168 Gramm. Das ist sogar noch etwas weniger als bei Dells 1,21 kg schwerem XPS 13 (9370) mit kleinerem Bildschirm.

Auf der nächsten Seite: Helles HDR-Display