Mitipi: Kevin allein zu Haus ersetzt Hund, Fernseher und Personen

Frank Hüber 29 Kommentare
Mitipi: Kevin allein zu Haus ersetzt Hund, Fernseher und Personen

Mitipi ist ein Schweizer Startup, das einen smarten Einbruchschutz namens „Kevin“ entwickelt hat. Dieser virtuelle Mitbewohner soll Einbrecher abhalten und der Prävention dienen. Die Anfang des Jahres gestartete Kickstarter-Kampagne hatte bereits nach 19 Stunden ihr Funding-Ziel von 50.000 US-Dollar erreicht.

Das Smart-Home-Gerät simuliert dabei die Bewegung von Personen in einem Raum. Dafür nutzt es rückseitig angebrachte LEDs, die über einen Algorithmus so gesteuert werden, dass sich Schatten an den Wänden abzeichnen. Mitsamt verschiedenen Geräuschen täuscht es etwaigen Einbrechern so vor, es sei jemand zu Hause. Durch die Steuerungsmöglichkeiten simuliert Kevin auch alltägliche Aufgaben und Tätigkeiten, sowohl optisch als auch akustisch: Gespräche, Abwaschgeräusche, Fernsehen, Musik und auch einen Streit kann „Kevin“ simulieren.

Haustiere, die Anzahl der Personen, die Uhrzeit und das Wetter fließen ein

Die Installation von Kevin soll nur rund fünf Minuten dauern, daraufhin kann er per App oder Tasten am Gerät gesteuert werden. Bei der Simulation der Person im Haushalt verwendet Kevin eine Logik, die mehrere Faktoren berücksichtigt – unter anderem die Zeitzone, Region, Sprache, das Wetter und den Haustyp. An einem verregneten Winterabend wird etwa häufiger und früher ferngesehen als an einem warmen Sommertag. Darüber hinaus lässt sich das System individuell anpassen, indem man eigene Präferenzen einstellt: Zum Beispiel, ob man Haustiere oder eine Familie hat, ein Instrument spielt oder gerne ein Workout zu Hause macht.

Mitipi Kevin

Die Sensoren und Aktoren von Kevin sind schnell umschrieben. Ein Beleuchtungssensor reagiert auf die Lichtverhältnisse im Raum, wobei Kevin warmweißes Licht mit 2.200 Lumen und zusätzlich farbiges Licht mit 900 Lumen abgeben kann. Für Geräusche, Gespräche und Töne ist ein 5-Watt-Lautsprecher verbaut. Zur Verbindung mit der Außenwelt dienen WLAN und Bluetooth.

Kein Internet, keine Cloud, kein Problem

Wer Kevin weder über die App einstellen, noch aus der Ferne konfigurieren möchte, kann ihn auch gänzlich ohne Internetverbindung einrichten und steuern. Geofencing, was die App bietet, greift dann jedoch nicht, sodass der Nutzer das Gerät beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses manuell über die Tasten einschalten muss. Der Funktionsumfang ist somit zwar eingeschränkt, aber auch ohne Cloud-Anbindung möglich. Bei einem Internetausfall, während der Abwesenheit, läuft das eingestellte Muster ungehindert weiter, da die Inhalte auf dem Gerät zwischengespeichert werden. Demgegenüber bietet Kevin für einem kompletten Stromausfall keinen Akku, sodass simulierte Stimmen und Geräusche auch verstummen.

Hausratsversicherung und Geräte im Abo

Mitipi wird zukünftig zudem ein Sicherheits-Abo anbieten, bei dem eine gewünschte Anzahl an Kevins ebenso wie Smart-Home-Kameras im Abo gemietet werden können und eine Hausratversicherung etwaige Schäden und Verluste abdeckt. Bei der Hausratsversicherung sollen sämtliche Verluste im Tarif enthalten sein, so dass der Nutzer nicht wählen muss, ob beispielsweise der Verlust des Fahrrads mit abgedeckt wird oder nicht.

Dieses Sicherheits-Abo soll zunächst im ersten Halbjahr 2019 in der Schweiz starten. Im zweiten Halbjahr 2019 ist dann ein Start dieses Angebots in Deutschland geplant.

Für 199 Euro ab Anfang 2019

Die ersten Kickstarter-Käufer sollen im Februar 2019 ihren Kevin erhalten. Wer jetzt für 199 Euro einen Kevin bestellt, erhält sein Gerät nach aktueller Planung noch im ersten Quartal 2019.