AMD Epyc „Rome“: Gigabyte zeigt Mainboard mit fünf PCIe-4.0-Slots

Volker Rißka 17 Kommentare
AMD Epyc „Rome“: Gigabyte zeigt Mainboard mit fünf PCIe-4.0-Slots
Bild: HardOCP

Gigabyte hat auf der SC18 ein erstes Mainboard für AMD Epyc in der zweiten Generation als Single-Prozessor-Lösung gezeigt. Wichtigster Unterschied zu den bisherigen Varianten sind die fünf Erweiterungsslots, die dem schnelleren Standard PCI Express 4.0 entsprechen.

Fünf Slots nach Standard PCI Express 4.0

PCI Express 4.0 ist eine der größten Neuerungen der Plattform. Fünf Slots bieten 16 + 16 + 8 + 16 + 16 Lanes, damit liegt die Anzahl bei 72 – von maximal 128 möglichen Lanes pro Prozessor. Die Verdoppelung der Bandbreite von PCI Express 4.0 gegenüber dem Vorgänger wird für etwas mehr Spielraum auch beim Lane-Sharing sorgen, da viele Geräte noch im bisherigen Standard zugegen sind und letztlich nicht alle Lanes abgreifen werden. Denn auch die multiplen Speicherlösungen sowie Netzwerkanschlüsse benötigen noch eine Vielzahl an Lanes. Wie intelligent die Umsetzung dafür aber erfolgt, wird durch AMDs neuen System Controller als auch das BIOS des Mainboards bestimmt. Hierzu gibt es noch keine Details.

Des Weiteren ist auf der Platine aber auch noch klassisches PCIe 3.0 für einmal 16 und acht Lanes zu finden, gefolgt von zwei M.2-Ports und gleich vier U.2-Anschlüssen sowie zwei SATA für die Abwärtskompatibilität. Ebenfalls ist Platz in zweifacher Ausführung vorhanden für sogenannte OCP Mezzanine Adapter, über deren Anschlüsse vielfältige Netzwerklösungen (Beispiel) bereitgestellt werden können.

Gemäß AnandTech ist das Mainboard allerdings erst mit dem Status der Revision 0.1 zugegen, der Raum für Anpassungen bis zum finalen Produkt entsprechend groß.

Gigabyte-Mainboard für AMD Epyc „Rome“
Gigabyte-Mainboard für AMD Epyc „Rome“ (Bild: HardOCP)

Das große Mainboard von Gigabyte ist nur für einen Prozessor ausgelegt, flankiert von zwei Gruppen mit acht Speicherbänken. Damit verfolgt AMD auch mit der zweiten Generation der Epyc-Prozessoren die vor über einem Jahr gestartete Strategie weiter, dass Single-Sockel-Lösungen viele Aufgaben von bisherigen Dual-CPU-Systemen übernehmen können. Dies ist insofern ein noch größerer Vorteil mit der zweiten Generation Epyc, da die Anzahl der Prozessorkerne verdoppelt wird, denn statt zwei 32-Kern-Prozessoren auf einem Mainboard reicht nun ein 64-Kern-Prozessor. Exakt diesen Umstand hatte AMD bereits in der vergangenen Woche angedeutet: Ein 64-Kern-Prozessor war dort so schnell wie zwei 32-Kern-CPUs aus eigenem Hause und konnte zwei 28-Kern-Prozessoren von Intel ebenfalls in Schach halten.

AMD Rome (Mitte) schlägt zwei Naples (rechts) und zwei Skylake-SP (links)
AMD Rome (Mitte) schlägt zwei Naples (rechts) und zwei Skylake-SP (links)