24 PetaFLOPS: HLR Stuttgart baut Supercomputer mit AMD Rome

Frank Hüber 41 Kommentare
24 PetaFLOPS: HLR Stuttgart baut Supercomputer mit AMD Rome
Bild: Boris Lehner for HLRS

Das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) baut einen neuen Supercomputer namens „Hawk“ mit der nächsten Generation von Epyc-Prozessoren von AMD mit dem Codenamen Rome. Der Bau von Hawk wird voraussichtlich 38 Millionen Euro kosten.

Das neue System ist 3,5 Mal schneller als das aktuelle HLRS-System Hazel Hen und wird nach derzeitigen Annahmen der weltweit schnellste Supercomputer für die industrielle Produktion sein. Hawk soll die computergestützten Ingenieurwissenschaften und Forschung in Wissenschaft und Industrie unterstützen, um Anwendungen in den Bereichen Energie, Klima, Mobilität und Gesundheit voranzubringen und komplexere Simulationen zu ermöglichen.

5.000 Knoten mit 24 PetaFLOPS Spitzenleistung

Hawk basiert auf der nächsten Generation von Hewlett Packard Enterprises (HPE) High-Performance-Computing-Plattform, die mit AMDs Rome ausgestattet sein wird. Hawk wird aus einem Cluster mit 5.000 Knoten bestehen und eine theoretische Spitzenleistung von 24 PetaFLOPS bieten. Damit wäre das System jedoch nicht ganz der derzeit schnellste Supercomputer in Deutschland, denn der SuperMUC-NG mit Xeon-8174-CPUs von Intel kommt auf eine Spitzenleistung von rund 26,9 PetaFLOPS und belegt mit knapp 19,5 PetaFLOPS im Linpack-Benchmark derzeit den achten Platz der weltweiten Top500 der Supercomputer. Ob die Rechenleistung bei Hawk rein aus CPUs geschöpft wird oder auch Grafikkarten eingesetzt werden, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Die Finanzierung der für den Bau notwendigen 38 Millionen Euro erfolgt unter der Schirmherrschaft des Gauss Centre for Supercomputing (GCS), dem Zusammenschluss der drei Bundeshöchstleistungsrechenzentren in Deutschland. Die Mittel werden zu gleichen Teilen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereitgestellt.

Damit unsere Wissenschaft und unsere Wirtschaft im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft vorne dabei sind, investieren wir kräftig in eine erstklassige IT-Infrastruktur für das Hoch- und Höchstleistungsrechnen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Forschungsfeldern können mit dem neuen Supercomputer neuartige Forschungsansätze erproben. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und Energie. Spitzenforschung ist heute ohne Simulationsverfahren auf Höchstleistungsrechnern nicht mehr denkbar. Höchstleistungsrechnen ist auch die Basis für innovative Produkte und Prozesse in den Schlüsselbereichen unserer Wirtschaft.

Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer

Epyc-Prozessoren als Alternative für Intel-Zentren

In den beiden weiteren Mitgliedern des GCS neben dem Höchstleistungszentrum Stuttgart, dem Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching (LRZ) mit dem SuperMUC-NG und dem Jülich Supercomputing Centre (JSC), waren jüngst neue Höchstleistungsrechner auf Basis von Intel-Prozessoren ausgerollt worden. Auch deshalb habe man sich für AMD Epyc auf Rome-Basis entschieden, da so die beiden anderen GCS-Zentren in dem Sinne ergänzt werden, dass Nutzern eine Auswahl an Computerarchitekturen angeboten werden kann. Darüber hinaus sei das Speichersubsystem von AMDs Epyc-Prozessoren besonders gut für Simulationen wie beispielsweise in der numerischen Strömungssimulation, der Molekulardynamik und anderen Forschungsbereichen geeignet, so die Initiatoren.