Windows 10 on ARM: Support für native ARM64-Apps in Visual Studio 15.9

Nicolas La Rocco 11 Kommentare
Windows 10 on ARM: Support für native ARM64-Apps in Visual Studio 15.9
Bild: Qualcomm

Geräte mit Snapdragon- oder anderen ARM-Prozessoren und Windows 10 on ARM können nun native 64-Bit-Apps ausführen. Mit der Veröffentlichung von Visual Studio 15.9 bietet Microsoft erstmals ein offizielles SDK und die passenden Werkzeuge für native 64-Bit-ARM-Apps an. Der Microsoft Store ist für solche Apps nun ebenfalls bereit.

Seit Mai dieses Jahres hatte Microsoft mit dem zur Entwicklerkonferenz Build 2018 gezeigten Visual Studio 15.8 Preview 1 Entwicklern eine frühe Vorschau für native 64-Bit-ARM-Apps angeboten, mit der Veröffentlichung von Visual Studio 15.9 ist der Support nun zum einen offiziell und zum anderen ist die Umsetzung vereinfacht worden.

Die bisher mit Snapdragon-Prozessoren des Typs 835 und 850 angebotenen Geräte von Asus, HP, Lenovo und Samsung konnten bisher lediglich ARM-Apps ausführen und x86-Anwendungen emulieren. Auf die 64-Bit-Emulation wurde aus Performance-Gründen verzichtet und 64-Bit-ARM-Apps wurden bisher nicht durch Visual Studio unterstützt.

Visual Studio 15.9 bietet neue ARM64-Optionen

Mit Hilfe von Visual Studio 15.9 können Entwickler ihre Anwendungen – UWP und C++ Win32 – neu kompilieren, um sie nativ auf Windows-10-on-ARM-Geräten laufen zu lassen. Durch diesen Schritt sollen die Apps das volle Potenzial der Rechenleistung dieser Geräte ausnutzen, erklärt Microsoft.

Um 64-Bit-Anwendungen für Windows 10 on ARM zu entwickeln, muss in Visual Studio 15.9 die zusätzliche Komponente „Visual C++ compilers and libraries for ARM64“ geladen werden. Nach Installation des entsprechenden Updates erscheint für neue UWP-Projekte die Build-Konfiguration „ARM64“ im zugehörigen Dropdown-Menü. Für bereits bestehende Projekte lässt sich eine ARM64-Konfiguration über den „Configuration Manager“ hinzufügen. Im Bereich „Active solution platform“ muss dafür der neue Name „ARM64“ vergeben werden, erklärt Microsoft, anschließend müssen die Einstellungen von „ARM“ oder „x64“ übernommen werden.

Damit Anwender Zugriff auf die neuen Apps erhalten, hat Microsoft Anpassungen am Microsoft Store vorgenommen, der nun erstmals ARM64-UWP-Anwendungen akzeptiert – C++ und .NET Native. Darüber hinaus lässt sich die Desktop Bridge verwenden, um aus den ARM64-Binaries ein für den Microsoft Store geeignetes Paket zu machen. Und wer den Microsoft Store nicht verwenden möchte, kann neue ARM64-Versionen einzeln oder als Teil eines Multi-Architektur-Installers als klassischen Download selbst anbieten.