Kryptowährung: Nutzer können für Razer minen und erhalten fast nichts

Max Doll 167 Kommentare
Kryptowährung: Nutzer können für Razer minen und erhalten fast nichts
Bild: Razer

Razer überarbeitet das Belohnungssystem für Stammkunden. In diesem Rahmen bietet das Unternehmen Spielern künftig an, ihren Rechner für Crypto-Mining zur Verfügung zu stellen. Belohnt wird das mit Fake-Währung, die für Spiele und Eingabegeräte eingelöst werden kann.

Das neue SoftMiner-Programm basiert auf Technik von GammaNow und kann ungenutzte Rechenzeit der GPU zum Lösen von Blockchain-Puzzles verwenden. Dies soll nur dann erfolgen, wenn der PC nicht zum Rendern von Spielen eingesetzt wird. Dabei könne sich das System etwas verlangsamen, heißt es in den FAQ. Die errechnete Kryptowährung streicht allerdings Razer ein, der Besitzer von Rechner und Rechenzeit erhält die Fake-Währung „Silber“.

Silber schüttet Razer auch für das Spielen von Spielen über die Cortex-App, Käufe im Razer Store und verschiedene Aktionen wie das Einrichten eines Profils aus. Die Währung kann dazu genutzt werden, um verschiedene Belohnungen zu erwerben. Darunter fallen Kleidungsstücke, Rabattgutscheine für Razer-Produkte, die Razer-Produkte und Videospiele.

Geringe Belohnungen

Allzu groß ist die Belohnung für die Investition von Hardware und Strom jedoch nicht. Mit der „richtigen“ Hardware könne ein Anwender abhängig von der investierten Zeit rund 500 Einheiten Silber innerhalb von 24 Stunden errechnen, versprechen die FAQs, wobei nicht verraten wird, in welcher Leistungsklasse das System spielt oder ob die 24 Stunden durchgehend mit Mining verbracht werden müssen.

„Silber“ ist quasi wertlos

Klar ist hingegen, dass 500 Silber im Prinzip keinen Wert haben. Selbst ein Rabattgutschein in Höhe von nur fünf US-Dollar im Razer-Store kostet 1.500 Silber, Shadow of the Tomb Raider in der Digital-Deluxe-Edition soll 98.000 Silber kosten und für die Tastatur Razer Huntsman Elite (Test) verlangt das Unternehmen 280.000 Silber – was im Razer-Beispiel einen Mining-Einsatz von 560 Tagen bedeuten würde. Ausgehend von der rund 210 Euro teuren Tastatur läge der Wechselkurs von Silber zu Euro bei 1.333 zu 1 oder 1 zu 0,00075. Praktisch hat Silber also fast keinen Wert.

Verdienen lässt sich die Tastatur durch fleißiges Mining für ihren Hersteller aber nicht, weil Silber zwölf Monate nach dem Erwerb verfällt. Dass dies dazu anhalten soll, die Währung auch auszugeben, hält Razer offen in den FAQ fest. Unabhängig davon lohnt sich der Abbau von Währung aber auch sonst nicht, weil dem Silber-Verdienst noch die Stromkosten für den Betrieb des PCs abgezogen werden müssen.

Diese werden höher als gewöhnlich ausfallen, weil auch die Auslastung des Systems erhöht wird. Damit geht auch ein höherer Verschleiß der Hardware einher, der streng genommen ebenfalls zu Betriebskosten zu zählen wäre.

Razer gewinnt

Abhängig von den Parametern ist es daher möglich, dass Anwender lediglich oder sogar höchstens ihre Stromkosten in Form von Razers Silber ersetzt bekommen, das sie dann bei Razer ausgeben müssen – wodurch der Anbieter gleich doppelt gewinnt.