Western Digital: SweRV ist ein SSD-Controller mit RISC-V-Architektur

Aljoscha Reineking 26 Kommentare
Western Digital: SweRV ist ein SSD-Controller mit RISC-V-Architektur
Bild: WD

Mit SweRV stellt Western Digital einen neuen CPU-Kern vor, welcher speziell auf die Bedürfnisse von SSD-Controller zugeschnitten ist und auf der offenen RISC-V-Architektur basiert. Im Vergleich zu den Controllern auf Basis von ARMs Cortex-A15-Kernen sollen neue Modelle mit dem RISC-V-Kern eine höhere Effizienz erreichen.

Western Digital setzt auf Komponenten aus eigener Fertigung

Der Hersteller Western Digital vertraute bislang auf die SSD-Controller von Marvell für die eigenen Solid State Drives. Erst mit der Einführung der WD Black NVMe Anfang des aktuellen Jahres hat der Hersteller den sogenannten Spectrum-Controller mit drei Kernen und der LDPC-Engine eingeführt. Bereits vor einem Jahr hatte WD die offene Befehlssatzarchitektur RISC-V auserkoren, um diese in Zukunft im SSD-Geschäft voranbringen zu können.

SweRV-Kern mit hoher Effizienz

Der neu vorgestellte SweRV-Kern auf Basis des 32-Bit-Designs der RISC-V-Architektur, soll laut Hersteller eine Taktfrequenz von 1,8 GHz erreichen.

Der SweRV-Kern von Western Digital wird im 28-nm-Verfahren produziert und soll künftig in den eigenen SSD-Controllern zum Einsatz kommen. Ein konkreter Zeitplan für die Einführung der ersten SSD-Controller auf Basis der RISC-V-Architektur gibt es noch nicht. Bereits im Frühling 2019 soll die Architektur der SweRV-Kerne aber von Interessenten lizenziert werden können.

Die RISC-V-Kerne sollen vor allem bei SSDs für Big-Data- und Fast-Data-Umgebungen verwendet werden. Durch die skalierbare Befehlssatzarchitektur sollen sich meh­re­re Erweiterungsmöglichkeiten durch die Verwendung der SweRV-Kerne mit der RISC-V-Architektur ergeben.

Western Digital SweRV-Kern
Western Digital SweRV-Kern (Bild: WD)

OmniXtend als Standardschnittstelle für kohärenten Cache-Speicher

Passend zu den neuen SweRV-Kernen stellt Western Digital mit OmniXtend eine speicherzentrierte Systemarchitektur vor, welche als offene Standardschnittstelle für den Zugriff und die gemeinsame Nutzung von Daten über Prozessoren, Beschleuniger für maschinelles Lernen, GPUs, FPGAs und andere Komponenten konzipiert ist. OmniXtend ist eine offene Lösung (Open Source) für die Anbindung von persistentem Speicher an Prozessoren.

Viele SSD-Hersteller mit eigenen Controllern

Neben Western Digital setzen auch Intel und Samsung auf eigene Controller für die eigenen SSDs mit NAND-Flash-Speicher. Mit dem T1- und dem T2-Chip verbaut ebenfalls Apple eigene SSD-Controller, welche in dem MacBook Air und MacBook Pro anzutreffen sind.