Festplatten: Hoya baut neue Glasplatter-Fabrik für 300 Mio. Dollar

Michael Günsch 37 Kommentare
Festplatten: Hoya baut neue Glasplatter-Fabrik für 300 Mio. Dollar
Bild: Nikkei

Das japanische Unternehmen Hoya dominiert den Markt mit gläsernen Datenscheiben für 2,5-Zoll-Festplatten. Künftig will der Hersteller der Glasplatter auch beim Format 3,5 Zoll eine größere Rolle spielen. Dafür entsteht eine neue Fabrik in Laos, die umgerechnet rund 300 Millionen US-Dollar kosten soll.

Am Freitag soll laut Medienberichten der Spatenstich für die Glasplatter-Fabrik im Randgebiet von Vientiane, der Hauptstadt von Laos, zelebriert werden. Für die Errichtung sollen rund 30 Milliarden Japanische Yen aufgebracht werden. Dies entspricht nach aktuellem Wechselkurs etwa 240 Millionen Euro oder 270 Millionen US-Dollar – andere Medien sprechen von über 300 Millionen US-Dollar.

In der Fabrik sollen zu der für Juni 2021 anvisierten Fertigstellung pro Monat etwa 10 Millionen Glasplatter für 3,5-Zoll-Festplatten hergestellt werden, die in diesem Format noch nicht sehr verbreitet sind. Bisher werden Glas-Platter vor allem für die kleineren 2,5-Zoll-HDDs gefertigt, die vornehmlich in Notebooks zu finden sind, inzwischen aber immer mehr von SSDs verdrängt werden.

Dünnere Glasplatter für mehr Speicherplatz in HDDs

Gegenüber Aluminium-Scheiben weisen Glasplatter eine höhere Steifigkeit auf und können dünner ausfallen, was wiederum ermöglicht, mehr Scheiben bei gleicher Bauhöhe im HDD-Gehäusen unterzubringen. In Kombination mit einer Heliumfüllung, die Scherkräfte im Inneren der HDD verringert, können die Scheiben zudem dichter zusammen rücken. Außerdem sollen Glasplatter durch die höhere Hitzebeständigkeit auch für die kommenden HAMR-Festplatten im Vorteil sein, bei denen ein Laser die Oberfläche kurzzeitig stark erhitzt. Allerdings gelten Glasplatter als teurer als ihre Pendants aus Aluminium.

Während Hoya bei Glasplattern für 2,5-Zoll-HDDs den Markt beherrscht, soll das Unternehmen bei den 3,5-Zoll-Produkten erst zehn Prozent Marktanteil besitzen, berichtet die Bangkok Post. Mit der neuen Anlage wolle Hoya den Anteil bis zum Jahr 2021 aber auf 30 Prozent steigern. Die Nachfrage nach immer mehr Speicherkapazität für die Server-Farmen von Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft beflügele den Bedarf, potentielle Direkt-Abnehmer sind die HDD-Hersteller Seagate, Toshiba und Western Digital.

Neben den Scheiben für Festplatten stellt Hoya diverse Optik-Produkte für die Bereiche Gesundheit und Medizintechnik her.