Künstliche Intelligenz: Google löst Ethikrat nach nur einer Woche auf

Frank Hüber 102 Kommentare
Künstliche Intelligenz: Google löst Ethikrat nach nur einer Woche auf
Bild: geralt | CC0 1.0

Google hat den Ethikrat mit der Bezeichnung „Advanced Technology External Advisory Council“ (ATEAC), der den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Google überwachen sollte, nach nur etwas mehr als einer Woche wieder aufgelöst. Zuvor hatte es heftige Kritik an der Zusammensetzung des Rates gegeben.

Google selbst begründet die Auflösung des externen Ethikrates damit, dass der Rat derzeit nicht so funktionieren könne, wie man es wolle. Der Ethikrat war geschaffen worden, nachdem Google-CEO Sundar Pichai im letzten Jahr die mit Künstlicher Intelligenz verbundene Verantwortung für Unternehmen hervorgehoben hatte und deren Einsatz schon früh im Entwicklungsstadium auch ethische Fragen berücksichtigen müsse, um Diskriminierungen zu vermeiden. Google hatte daraufhin in den eigenen Grundsätzen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Waffen und Überwachung ausgeschlossen.

Kritik an und Petition gegen einzelne Mitglieder

Scharfe Kritik gab es zuletzt allerdings in Bezug auf einzelne Mitglieder des externen Gremiums, dem viele Wissenschaftler angehörten. Die Beteiligung der konservativen Vorsitzenden des Thinktanks Heritage Foundation, Kay Coles James, wurde kritisch betrachtet, da sie sich in der Vergangenheit diskriminierend gegenüber Homosexuellen, Transgendern und Migranten geäußert haben soll. Sogar eine Petition zum Ausschluss ihrer Person vom Ethikrat wurde ins Leben gerufen, die bis gestern Abend 2.300 Unterstützer fand – unter diesen auch Mitarbeiter von Google selbst, die öffentlich gegen ihre Berufung in das Gremium waren. Darüber hinaus befand sich auch der Chef einer Drohnenfirma unter den Mitgliedern des Rates, weshalb viele nicht nur einen Interessenkonflikt sahen, sondern auch die Nutzung Künstlicher Intelligenz für militärischen Drohnenzwecke fürchteten.

Appointing James to ATEAC also significantly undermines Google's position on AI ethics and fairness. The potential harms of AI are not evenly distributed, and follow historical patterns of discrimination and exclusion. From AI that doesn't recognize trans people, doesn't "hear" more feminine voices, and doesn't "see" women of color, to AI used to enhance police surveillance, profile immigrants, and automate weapons -- those who are most marginalized are most at risk. Not only are James' views counter to Google's stated values, but they are directly counter to the project of ensuring that the development and application of AI prioritizes justice over profit. Such a project should instead place representatives from vulnerable communities at the center of decision-making.

Google-Mitarbeiter gegen James' Berufung

Andere Wissenschaftler hatten eine Berufung durch Google aufgrund der Zusammensetzung sogar abgelehnt.

Alternativen zum Ethikrat sollen geprüft werden

Wie Google sich dem Thema KI zukünftig auch ohne ein überwachendes externes Gremium verantwortungsvoll annehmen möchte, ist derzeit noch offen. Das Unternehmen werde nach eigenen Angaben nun Alternativen prüfen.

It's become clear that in the current environment, ATEAC can't function as we wanted. So we're ending the council and going back to the drawing board. We'll continue to be responsible in our work on the important issues that AI raises, and will find different ways of getting outside opinions on these topics.

Bestätigung der Auflösung durch Google