215 Mobile Platform: Qualcomm bringt 64-Bit-CPU in die Einstiegsklasse

Nicolas La Rocco 15 Kommentare
215 Mobile Platform: Qualcomm bringt 64-Bit-CPU in die Einstiegsklasse
Bild: Qualcomm

Qualcomm ergänzt die niedrigste Prozessorklasse um die neue 215 Mobile Platform, die erstmals eine 64-Bit-CPU in dieser Leistungsklasse von Qualcomm einführt. Die Plattform bringt zudem weitere Veränderungen mit, die bisher den Snapdragon 400 vorbehalten waren. Smartphones mit 215 sollen in der zweiten Jahreshälfte kommen.

Seit der im Frühjahr 2017 erfolgten Umstellung auf ein neues Namensschema zählen die 200-Chips nicht mehr zur Snapdragon-Familie, weshalb das neue System-on-a-Chip Qualcomm 215 Mobile Platform heißt. Die SoC-Serien 400, 600 und 800, die Qualcomm zum Premium-Segment zählt, heißen seitdem Snapdragon 4/6/8xx Mobile Platform.

64-Bit-CPU und 64-Bit-Roadmap

Qualcomms kleinste Serie erfährt mit dem 215 eine große Veränderung, denn erstmals seit vielen Jahren setzt Qualcomm hier nicht mehr auf ARMs 32-Bit-fähige Cortex-A7-CPU, sondern einen Quad-Core-Verbund aus Cortex-A53 mit 64-Bit-Unterstützung, wie das Unternehmen auf Nachfrage von ComputerBase erklärte. Die maximale Taktfrequenz der vier Kerne liegt bei 1,3 GHz. Damit rückt der Chip näher an die 400-Serie. Qualcomm verspricht eine bis zu 50 Prozent höhere Leistung im Vergleich zur vorherigen Generation. Qualcomms Roadmap sieht fortan nur noch 64-Bit-fähige SoCs vor.

Adreno 308 ist bis zu 28 Prozent schneller

Dem 215 spendiert Qualcomm zudem eine neue GPU, genauer gesagt die Adreno 308, die zuvor im Snapdragon 425 und 427 zu finden war. Diese Maßnahme soll für eine bis zu 28 Prozent höhere Leistung als mit der alten Adreno 304 sorgen. Die Grafikeinheit kann Displays mit einer Auflösung von bis zu 1.560 × 720 Pixeln ansteuern, sodass sich auch in der unteren Klasse Smartphones mit 19,5:9-Format realisieren lassen.

Qualcomm 215 Mobile Platform
Qualcomm 215 Mobile Platform (Bild: Qualcomm)

Dual-Kamera in der Einstiegsklasse

Aufseiten der Multimedia-Features ist ein Dual-ISP (Image Signal Processor) mit Unterstützung für zwei Kameras verbaut. So können Smartphone-Hersteller in der untersten Preisklasse Kameras mit Erfassung von Tiefeninformationen für den Bokeh-Effekt oder zum Zoomen verbauen. In puncto Auflösung werden bis zu 13 Megapixel unterstützt. Videoaufnahmen ermöglicht der 215 in bis zu Full HD, Ultra HD bleibt den höheren Snapdragon-Klassen vorbehalten. Der Hexagon-DSP (Digital Signal Processor) soll für einen niedrigen Energieverbrauch etwa beim Musikhören sorgen. Qualcomm nennt bis zu fünf Tage Laufzeit für Musik bei einem durchschnittlich großen Akku.

Dual-SIM mit Dual-VoLTE

Auch bei der Konnektivität gibt es Neuerungen gegenüber früheren 200-SoCs. Die LTE-Fähigkeiten bleiben mit dem Snapdragon-X5-Modem und bis zu 150 Mbit/s im Downlink sowie bis zu 50 Mbit/s im Uplink identisch, Dual-SIM mit Dual-VoLTE seien in dieser Klasse hingegen neu, so Qualcomm. Der Chip unterstützt außerdem Enhanced Voice Services (EVS) für eine bessere Sprachqualität bei Telefonaten. Der Bereich WLAN ist für 802.11ac überarbeitet worden, nachdem zuvor maximal WLAN-n geboten wurde. Ein Secure Element im Chip soll Transaktionen via NFC etwa bei Google Pay absichern.

Fertigung in 28 nm drückt den Preis

Qualcomm erwartet, dass die 215 Mobile Platform im zweiten Halbjahr 2019 in Smartphones der Preisklasse zwischen 75 US-Dollar und 120 US-Dollar debütieren wird. Um die Produktionskosten des SoCs und Preise für Abnehmer niedrig zu halten, hat sich Qualcomm beim 215 für eine Fortsetzung der ältere 28-nm-Fertigung entschieden.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Qualcomm unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.