Hunt: Showdown: GPUs mit RDNA oder Turing sind im Vorteil

Wolfgang Andermahr 138 Kommentare
Hunt: Showdown: GPUs mit RDNA oder Turing sind im Vorteil
Bild: Crytek

tl;dr: Grafikkarten-Benchmarks mit der PC-Version von Hunt: Showdown von Crytek zeigen: Die neuen GPU-Architekturen AMD RDNA und Nvidia Turing sind gegenüber den Vorgängern GCN und Pascal klar im Vorteil. Das Duell AMD gegen Nvidia geht hingegen eher gewöhnlich aus.

Nach dem letzten Crysis-Titel brach Ende 2013 eine schwierige Zeit für den deutschen Entwickler Crytek an. Das Studio musste und hat sich weiterentwickelt. Großproduktionen gibt es nun keine mehr, stattdessen will man mit kleineren und eher ungewöhnlichen Spielen um die Kundschaft buhlen. Das jetzt aus dem Early Access entlassene Hunt: Showdown ist als Multiplayer-Shooter mit seiner Jagd nach Monstern und Beute so ein Fall. Der Technik-Test wirft einen genauen Blick auf die technische Umsetzung der PC-Version.

Gute Grafik mit vielen „klassisch“ spiegelnden Seen

Hunt: Showdown nutzt die hauseigene CryEngine in der Version 5. Bereits nach wenigen Sekunden wird dabei klar, dass die Grafik nicht mit den heutigen Großkalibern mithalten kann, aber dennoch sieht das Spiel ordentlich aus. Hunt: Showdown kann auf vielen Maps mit einer großen Sichtweise, einer schicken Vegetation und einer guten Atmosphäre punkten. Für eine Top-Grafik fehlt es dem Spiel dann aber an besseren Animationen und vor allem einem höheren Detailreichtum, wie er mittlerweile in AAA-Produktionen Einzug gehalten hat.

Ein optisches Highlight gibt es dann aber noch: Das Spiel kann sehr schicke Screenspace-Reflexionen darstellen. Und das wird in der Spielwelt auch ausgenutzt, denn es gibt so einige kleine Seen, in denen sich die Umgebung schick spiegelt. Anders als zum Beispiel in Remedys neuem Spiel Control (Test) handelt es sich bei der technischen Umsetzung aber eben nicht um Raytracing. Deshalb kosten die Reflexionen deutlich weniger Performance, sind dafür aber auch nicht korrekt. Viele Details spiegeln sich überhaupt nicht, denn es kann sich nur spiegeln, was im Screenspace (im Bild) liegt.

Und Crytek nutzt vermutlich aus Leistungsgründen nur wenige bis gar keine weiteren Tricks, um auch Sachen Spiegeln zu lassen, die nicht im Bild zu sehen sind. Das macht zum Beispiel Hitman 2 (Test), was aber viel Performance kostet. So kommt es zu dem im Video dargestellten Effekt. Das ist der größte Nachteil der Screenspace-Reflexionen, der in Hunt: Showdown aufgrund der großen Wasserflächen zu einer großen optischen Schwachstelle wird.

Ein Grafik-Menü mit einigen Komfortoptionen

Das Grafik-Menü von Hunt: Showdown lässt zwar niemanden in Jubelschreie ausbrechen, allerdings gibt es neben den klassischen Grafik-Presets und den einzelnen Grafikoptionen durchaus die ein oder andere Komfortfunktion. So bietet das Spiel zum Beispiel ein internes Upsampling an, das die gesetzte Auflösung in 5-Prozent-Schritten auf bis zu 50 Prozent reduzieren kann.

Ebenso erwähnenswert ist ein integrierter FPS-Limiter, der sich zwar nicht frei konfigurieren lässt, aber durchaus verschiedene Auswahlmöglichkeiten bietet. So gibt es die Stufen 30 FPS, 45 FPS, 60 FPS, 90 FPS, 120 FPS sowie >9000 FPS, wobei letzteres praktisch ein abgeschalteter Limiter ist. Zudem bietet das Spiel die Möglichkeit ein Overlay hinzuzuschalten, das entweder nur die Framerate und den Ping oder zusätzlich noch die Frametimes und die Information, wie viele Millisekunden die CPU für das Rendern eines Frames oder wie lange die CPU auf die GPU warten musste, anzeigt.

Was es unter anderem nicht gibt sind Beispielscreenshots für die einzelnen Grafikoptionen oder entsprechende Beschreibungen dazu. Positiv zu erwähnen ist, dass sich jede Option ohne Neustarten des Spiels oder längere Wartezeiten umschalten lässt.

Drei Grafik-Presets und 3× Kantenglättung

Hunt: Showdown bietet mit den Einstellungen „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ drei verschiedene Presets an, um die Grafikqualität mit nur einem Klick an den eigenen Rechner anzupassen. Hoch ist dabei die maximal mögliche Einstellung. Optisch machen alle drei Schritte einen sichtbaren Unterschied aus.

Wer von Hoch auf Mittel zurückschaltet, muss sichtbare Einbußen bei der Umgebungsverdeckung in Kauf nehmen, die deutlich einfacher ausfällt. Auch die Schatten an sich werden einfacher dargestellt. Und bei den Texturen wird der Rotstift angesetzt, die sichtbar an Schärfe verlieren. Nicht auf den Bildern sichtbar, aber störend in Bewegung ist ein deutlich aggressiveres LOD, das auf mittlerer Distanz durchweg Objekte vor dem Spieler auftauchen lässt. Auch wenn das Mittel-Preset schlechter als Hoch aussieht, ist dies ein gangbarer Weg um die Framerate zu erhöhen.

Mit Niedrig sieht Hunt: Showdown dann nicht mehr schön aus. Die Schatten zeigen dann kaum noch Details, sichtbar weniger Tessellation sorgt für detaillose Oberflächen, die Texturen sind nur noch Matsch (letzteres lässt sich ohne FPS-Verlust bei genügend Grafikspeicher rückgängig machen) und das LOD arbeitet noch rücksichtsloser, sodass das Spiel mit dem Niedrig-Preset ziemlich hässlich wirkt.

Grafik-Presets in Hunt: Showdown
  • AMD Radeon RX 5700 XT:
    • Niedrig-Preset
      108,4
    • Mittel-Preset
      76,1
    • Hoch-Preset
      60,1
  • Nvidia GeForce RTX 2070:
    • Niedrig-Preset
      107,3
    • Mittel-Preset
      75,5
    • Hoch-Preset
      61,5

Wer von Hoch auf Mittel zurückschaltet, erhöht die Framerate auf einer GeForce RTX 2070 um 23 Prozent, während die Radeon RX 5700 XT um 27 Prozent zulegt. Niedrige Details bringen dann mit zusätzlichen 42 Prozent in beiden Fällen noch einmal einen deutlichen Schub.

SMAA 2TX ist das Anti-Aliasing der Wahl

Als Kantenglättung stehen die Optionen SMAA 1X, SMAA 1TX und SMAA 2TX zur Verfügung. SMAA 1TX und SMAA 2TX bieten beide eine transparente Komponente, sodass auch die Vegetation geglättet wird. Da das Spiel Unmengen von Vegetation darstellt, ist das ein Muss für ein möglichst ruhiges Bild. SMAA 2TX sieht dabei leicht besser als SMAA 1TX aus. Da die Option trotzdem kaum Performance kostet, sollte sofort die höchste Stufe ausgewählt werden.

Für eine möglichst gute Bildqualität benötigt das Spiel neben einer guten Kantenglättung auch eine hohe Auflösung. Mit nur 1.920 × 1.080 Pixeln wirkt das Spiel auch mit SMAA 2TX flimmrig und die optischen Details werden nicht richtig herausgearbeitet. Mit 2.560 × 1.440 Pixeln sieht Hunt: Showdown deutlich besser aus und mit 3.840 × 2.160 Pixeln gibt es noch einmal einen Schub. Dann ist das Spiel auch nahezu flimmerfrei.

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