Windows 10 1909: Microsoft weitet Test des 19H2-Updates aus

Jan-Frederik Timm 50 Kommentare
Windows 10 1909: Microsoft weitet Test des 19H2-Updates aus

Microsoft hat damit begonnen, das immer noch als Windows 10 19H2 bezeichnete Update auf Version 1909 an mehr Teilnehmer am Windows Insider Program auszurollen. Ab sofort erhalten es nicht mehr nur die, die eine nächste Version von Windows 10, sondern auch die, die anstehende Updates testen. 19H2 erscheint im Herbst.

Im Frühjahr gibt es Neues, im Herbst Fehlerbehebungen

Mit Windows 10 19H2 rückt Microsoft vom bei Windows 10 bisher verfolgten Ansatz, zwei große Funktionsupdates pro Jahr zu verteilen, ab. In diesem Jahr wird das Update im Herbst in erster Linie Probleme und Fehler beheben, während erst das Update im Frühling 2020 („Windows 20H2“) für neue Funktionen sorgt. Die Art und Weise, wie das Update verteilt wird, wird daran zumindest für Nutzer der letzten Version von Windows 10 angepasst.

Für Anwender, die auf Basis des aktuellen Mai 2019 Updates (Version 1903) auf 19H2 wechseln möchten, will Microsoft das Update im Stile monatlicher Windows-Updates verteilen, sodass mit einem deutlich schnelleren Update-Prozess zu rechnen sei. Microsoft spricht von einer weniger „unterbrechenden“ Aktualisierung, da das Update den persönlichen Computer nicht mehr über längere Zeit stilllegen soll.

Bisherige Windows-10-Versionen im Überblick
Version Bezeichnung Veröffentlichung
Windows 10 Version 1909 „19H2“
Windows 10 Version 1903 Mai 2019 Update Mai 2019
Windows 10 Version 1809 Oktober 2018 Update Oktober 2018
Windows 10 Version 1803 April 2018 Update April 2018
Windows 10 Version 1709 Fall Creators Update Oktober 2017
Windows 10 Version 1703 Creators Update April 2017
Windows 10 Version 1607 Anniversary Update Juli 2016
Windows 10 Version 1511 Herbst-Update November 2015
Windows 10 Version 1507 1. Version Juli 2015

Diese Möglichkeit werden allerdings nur Nutzer von Windows 10 mit der Version 1903 haben. Frühere Windows-10-Versionen werden dieselben Prozesse durchlaufen müssen, wie sie vor dem Mai-2019-Update notwendig waren. Das bedeutet, wer etwa vom Oktober 2018 Update auf 19H2 wechseln möchte, muss mit einer längeren Pause für das Update rechnen.

Die Build-Nummer steigt deutlicher

Das jetzt im Programm „Release Preview“ verteilte Update trägt die Build-Nummer 18363.327, Windows 10 19H1 hingegen 18362.295. Ursprünglich hatte Microsoft geplant, nur über die Nachkommastelle zu signalisieren, dass die Version aus dem Frühjahr deutlich überabeitet wurde. Aller Voraussicht nach wird 19H2 aber auch die Zahl vor dem Komma anheben, weil sich ein paar neue Funktionen dann doch noch mit eingeschlichen haben.

However, to designate 19H2 as a feature update, we are revising the baseline build number by one full build.

Das Update auf 19H2 kann geschoben werden

Wenn 19H2 im Herbst verteilt wird, müssen Anwender die neue Hauptversion nicht sofort installieren. Bis Ende 2018 wurde die Installation der zweimal pro Jahr verteilten Updates auf eine neue Hauptversion („Feature Update“) zwar automatisch angestoßen, sobald Microsoft das entsprechende System als kompatibel markiert hatte. Seit dem Frühjahr wird es in den Einstellungen von Windows 10 aber nur noch einen Hinweis geben.

Wann der Anwender die neue Hauptversion aufspielen will, entscheidet in Zukunft er selbst. Es sei denn, die aktuell genutzte Version nähert sich dem Support-Ende – dann wird Microsoft die Installation erneut erzwingen. Ohne würden Anwender nach dem Support-Aus ihrer Version allerdings auch keine monatlichen Updates mehr erhalten. Derzeit gewährt Microsoft Nutzern von Windows 10 Home und Pro 18 Monate Support nach Verfügbarkeit einer neuen Hauptversion.

Die neue Wahlfreiheit gibt es sowohl für Nutzer von Windows 10 Home als auch Windows 10 Pro, die Windows 10 April 2018 Update (Version 1803) oder Windows 10 Oktober 2018 Update (Windows 10 Version 1809) einsetzen.

Veröffentlichung im September oder Oktober

Dass Microsoft mittlerweile offen vom Update auf Windows 10 Version 1909 spricht, deutet darauf hin, dass der Konzern mit einer Fertigstellung im September rechnet. Im Vorjahr hatte Microsoft mit der Verteilung an Nutzer am 2. Oktober begonnen, den Prozess nach drei Tagen aber wieder gestoppt, nachdem ein Fehler zu Dateiverlusten bei Anwendern führen konnte.

Ob Microsoft auch in Zukunft nur noch im Frühjahr mit vielen neuen Funktionen für Windows 10 aufwartet und im Herbst in erster Linie Fehler behebt, bleibt abzuwarten. Konkret dazu geäußert hat sich der Konzern noch nicht.

Die Meldung hatte in einer ersten Fassung als bestätigt angesehen, dass Windows 10 ab sofort nur noch im Frühjahr neue Funktionen erhält. Offiziell dazu geäußert hat sich Microsoft aber noch nicht. Der Text wurde angepasst.