Biostar S120: Standard-SATA-SSD wird blumig vermarktet

Update Michael Günsch
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Biostar S120: Standard-SATA-SSD wird blumig vermarktet
Bild: Biostar

Biostar bewirbt die neue SSD-Serie S120 als „Ultra-Slim“ und ihr Design als „Ultra-Fashion“. Dabei handelt es sich um eine schlichte SSD im Standardformat. Die Varianten mit 128 GB bis 1 TB Speicherplatz werden mit bis zu 550 MB/s lesend und 525 MB/s schreibend beworben – auch dies ist alles andere als ungewöhnlich.

Herkömmliche SATA-SSDs für Verbraucher sind sich zumindest auf dem Papier alle sehr ähnlich. Beim Marketing werden Firmen daher kreativ, um ihr Produkt aus der grauen Masse hervorzuheben. Biostar übertreibt es bei der neuen S120-SSD-Serie allerdings.

Weder besonders dünn, noch besonders modisch

Die Biostar S120 SSD nutzt ein 2,5-Zoll-Gehäuse mit SATA-Anschluss, das eine Bauhöhe von 7 mm besitzt. Diese Bauform ist gängiger Standard für Consumer-SSDs und weit verbreitet: Aktuell werden immerhin 729 SSDs in diesem Format im ComputerBase-Preisvergleich aufgeführt; die 84 Modelle mit 9,5 mm Höhe sind klar in der Unterzahl. Dennoch suggeriert Biostar mit dem Slogan „Ultra-Slim“ eine besonders schlanke Bauweise, die aber alles andere als besonders ist.

Das „Ultra-dünne“ Modeobjekt ist eine graue SATA-Maus
Das „Ultra-dünne“ Modeobjekt ist eine graue SATA-Maus (Bild: Biostar)

Bei „Ultra-fashion“ wird es absurd, denn das schlichte schwarze 0815-Gehäuse als trendiges Design herauszustellen, obgleich sich die Optik bis auf das Hersteller-Logo nicht von hunderten anderen SSDs unterscheidet, ist schon weit hergeholt. Bei einer Speicherkapazität von bis zu 1 TB von „Ultra-Capacity“ zu sprechen, während es bereits Modelle mit 2 TB und sogar 4 TB am Markt gibt, klingt auch nicht überzeugend. Schließlich wird bei üblichen Transferraten von bis zu 550 MB/s von „Fastest SATA3“ gesprochen, was sogar stimmt, denn dies entspricht praktisch dem Limit der Schnittstelle, das aber im Grunde von allen aktuellen SATA-SSDs erreicht wird und ebenso kein Alleinstellungsmerkmal ist.

Keine Angaben zu Controller und NAND

Ein wenig technischer wird es bei „Ultra-durable“: Die sechslagige Platine soll die SSD haltbar machen. Zudem könne die S120 bei einer Umgebungstemperatur von 70 °C ohne Leistungseinbußen betrieben werden, was sie für den Einsatz in engen und hitzigen Notebook-Gehäuse qualifiziere. Angaben zu Controller oder NAND-Flash werden jedoch keine gemacht. Ebenso fehlen Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit. ComputerBase hat den Hersteller um mehr Informationen gebeten und wird diese bei Antwort an dieser Stelle nachreichen.

Update

Inzwischen liegen weitere Informationen von Biostar vor. Demnach kommt wie bei der M200-Serie des Herstellers der Marvell 88SSNV1120 als Controller ohne DRAM-Cache zum Einsatz. Die Nutzdaten landen auf nicht näher spezifiziertem 3D-TLC-NAND. In Deutschland ist der Marktstart für das vierte Quartal 2019 geplant. Die Preise beginnen bei 18,25 Euro für das 128-GB-Modell, womit wie erwartet die Einstiegsklasse bedient wird.