IFA 2019

Galaxy Fold ausprobiert: Samsungs reparierte Zukunft des Smartphones

Nicolas La Rocco 292 Kommentare
Galaxy Fold ausprobiert: Samsungs reparierte Zukunft des Smartphones

In zweiter Revision kommt Samsungs faltbares Android-Smartphone Galaxy Fold am 18. September auf den deutschen Markt. ComputerBase konnte die Neuauflage zur IFA in Berlin erstmals ausprobieren und sich die Veränderungen der zweiten Generation im Detail ansehen. Äußerst hochwertig verarbeitet ist das Galaxy Fold in jedem Fall.

Vielleicht musste es so kommen, vielleicht war es für Samsung und das erste faltbare Smartphone gar nicht so schlecht, dass das Galaxy Fold Ende April in erster Generation nicht sofort den erhofften Erfolg brachte und stattdessen erste Tester Schwächen aufdeckten, die in Samsungs Laboren nicht zum Vorschein kamen, als Roboter hunderttausendfach den Faltmechanismus überprüften. Denn im Nachhinein hinterlässt das neue Galaxy Fold mehr den Eindruck eines bis zum Ende durchdachten Produkts. In der echten Welt, außerhalb von Samsungs steriler Testumgebung, offenbarten sich zuvor Probleme bei Displayfolie und Scharnier, die Samsung vor dem zweiten Marktstart am 18. September abgestellt haben will, indem das Smartphone in fünf Punkten überarbeitet wurde. Diese Veränderungen hat sich ComputerBase im Detail angeschaut.

Displayfolie ist nicht mehr sichtbar

Die Displayfolie des flexiblen Bildschirms zieht Samsung nun bis in respektive unter den schützenden Rahmen, sodass nicht mehr der Eindruck entsteht, die Schutzfolie könne ähnlich wie bei Samsungs anderen Smartphones abgezogen werden. Denn beim Galaxy Fold ist die Folie ein integraler Bestandteil des Bildschirms. Im ersten Kurztest war nicht mehr zu erkennen, dass Samsung eine zusätzliche Schicht auf dem Display aufgetragen hat, die Folie schließt für den Anwender nicht sichtbar unter einem rund um das Display verlaufenden Rahmen aus Kunststoff ab. Der Bildschirm erscheint als eine geschlossene Einheit, zur Verwirrung kann es beim Kunden nicht mehr kommen.

Zwei Staub-Einfallstore weniger

Veränderungen zwei und drei betreffen die Bereiche des Displays, die in der Mitte des Displays am jeweiligen Ende der Falz zuvor offen lagen. Diese Bereiche hatten sich im April als Einfallstore für kleinste Staubpartikel und Krümel herausgestellt, die so hinter das Panel gelangen und dieses irreparabel beschädigen konnten. Diese offenen Bereiche schließt Samsung in zweiter Revision des Galaxy Fold zum einen mit einer Art T-Stück und schützt zum anderen die Kante des Displays mit einer kleinen Gummilippe, die aber nicht in den sichtbaren Bereich des Displays ragt. Beides sind unauffällige, jedoch effektive Lösungen, um das Eindringen von Staub deutlich zu erschweren.

Samsung schützt das Display von hinten

Nicht auf Anhieb sichtbar ist eine Anpassung am Rücken des Smartphones, dort wo der einzige am Gerät sichtbare Samsung-Schriftzug verläuft. Den zuvor schon schmalen Spalt zwischen Scharnier und den beiden Hälften des Smartphones hat Samsung auf minimale Größe reduziert, damit dieser Bereich gerade noch genug Spielraum zum Aufklappen bietet, aber kaum mehr Fremdkörper eindringen können. Naturgemäß ist das je nach Größe der Partikel noch immer nicht vollständig ausgeschlossen, da Samsung diesen Bereich nicht vollständig versiegeln kann, aber Samsung reduziert das Risiko auf ein Minimum im Rahmen des bei diesem Gerät konstruktionsbedingt Möglichen.

Sollten es über die weitestgehend geschlossenen Einfallstore doch Krümelchen und ähnliche Partikel in das Smartphone schaffen, soll nun eine flexible, mit dem Display von hinten verbundene Metallschicht das Panel schützen. Kleinste Partikel würden dann von hinten gegen diese neue Metallschicht und nicht wie zuvor das ungeschützte Panel drücken. So soll der fehlerfreie Betrieb langfristig gewährleistet werden.

Marktstart nur als 5G-Version

All diese Maßnahmen hinterließen zum ersten Ausprobieren in Berlin einen gut durchdachten Eindruck. Samsung hat die letzten fünf Monate für eine sinnvolle Überarbeitung des Smartphones genutzt, ohne dass dabei der Eindruck eines hastig überarbeiteten Produkts entsteht, nur um nach dem missglückten Start schnell wieder auf den Markt zurück zu preschen. Aus den anfänglichen Fehlern wurde schnell gelernt.

Das Samsung „Galaxy Fold 5G“, so der neue Name, nachdem das Smartphone jetzt nur noch in einer Version inklusive 5G auf den Markt kommen wird, soll ab dem 18. September zum Preis von 2.100 Euro in Deutschland erhältlich sein. Das Smartphone bietet ein 7,3 Zoll großes, aufklappbares OLED-Display, einen Snapdragon 855 samt Snapdragon X50 als 5G-Modem, 12 GB RAM, 512 GB nicht erweiterbaren Speicher sowie zwei Akkus mit insgesamt 4.235 mAh.