Crucial X8 Portable im Test: Benchmarks

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Jan-Frederik Timm 50 Kommentare

Die nachfolgenden Benchmarks mit CrystalDiskMark 6 werden auf einem System mit AMD Ryzen 7 3800X (Test) durchgeführt. M.2-SSDs werden im unteren M.2-Slot des Gigabyte Aorus X570 Master betrieben. Für Belüftung sorgt der 140-mm-Lüfter in der Front des Gehäuses Phanteks Eclipse P400S. Windows 10 Version 1903 mit allen aktuellen Updates ist installiert.

X570 Aorus Master
X570 Aorus Master (Bild: Gigabyte)

(*) Als Ausnahme von dieser Regel wurde die Samsung Portable X5 SSD an einem Razer Blade 15 2018 mit Intel Core i7-8750H betrieben, das im Gegensatz zum AMD-System über einen Thunderbolt-3-Anschluss verfügt. Für den direkten Vergleich zwischen Crucial X8 Portable und Samsung Portable X5 beim Lesen und Schreiben des Steam-Ordners kam das Notebook in beiden Fällen zum Einsatz. Die Crucial X8 Portable wurde ebenfalls am Thunderbolt-3-Anschluss angeschlossen und konnte das integierte USB 3.1 Gen 2 nutzen. Alternativ wurde sie an einem USB-3.0-Anschluss eingesetzt.

hieß zu Anfang hieß dann mal heißt heute Marketing
USB 4.0 USB 4.0 USB4 20Gbps oder USB4 40Gbps
USB 3.2 USB 3.2 (Gen 2x2) SuperSpeed USB 20Gbps
USB 3.1 USB 3.1 Gen 2 USB 3.2 Gen 2 SuperSpeed USB 10Gbps
USB 3.0 USB 3.1 Gen 1 USB 3.2 Gen 1 SuperSpeed USB

Die Leistung in CrystalDiskMark

Im CrystalDiskMark 6 erreicht die Crucial X8 Portable über USB 3.1 Gen 2 fast die versprochenen 1.050 MB/s beim sequentiellen Lesen. Klassische interne SATA-SSDs wie die in den Diagrammen enthaltene Crucial MX500 müssen sich deutlich geschlagen geben. Das gilt auch für die anderen Lesetests im CrystalDiskMark. Dass aktuelle NVMe-Technologie zum Einsatz kommt, kann die X8 Portable nicht von sich weisen. Der vor zwei Jahren vorgestellte „USB-SSD-Stick“ Plextor EX1 mit USB-3.1-Gen-2-Schnittstelle hat nicht den Hauch einer Chance. Je nach Test behält die X8 Portable auch am USB-3.0-Anschluss die Oberhand gegenüber der Crucial MX500. Die Schreibtests des CrystalDiskMark zeigen keine weiteren Auffälligkeiten.

Deutlich schneller als die X8 Portable sowohl lesend als auch schreiben sind nicht nur interne NVMe-SSDs, sondern auch die Samsung Portable X5 über Thunderbolt 3 am in Sachen CPU-Leistung eigentlich deutlich unterlegenen Razer Blade 15 mit Core i7-8750H.

Die Leistung beim Kopieren

Die von beiden externen SSDs im CrystalDiskMark gezeigte Leistung wird allerdings von einem Faktor maßgeblich beeinflusst: dem besonders schnellen SLC-Cache. Wer die 1 TB großen Laufwerke im Alltag allerdings häufig zum Schreiben großer Datenmengen verwendet, der kann sich nicht darauf verlassen, dass der SLC-Cache zur Verfügung steht. Zwei Gründe können dafür sorgen, dass der SLC keine Option mehr ist:

  1. Der aktuelle Transfer ist so groß, dass der SLC bereits vollgeschrieben wurde
  2. Der SLC-Cache wird (in Teilen) noch von einem vorangegangenen Schreibvorgang belegt, weil die Daten bisher nicht auf den langsameren Speicher übertragen werden konnten

Bei der Crucial X8 Portable mit 1 TB ist der SLC laut Hersteller maximal 180 GB groß. Für die X5 gibt es keine offizielle Angabe, Anandtech hat das Volumen einmal auf ca. 45 GB geschätzt. Was für beide Laufwerke gilt: Je voller die SSD bereits geschrieben wurde, desto kleiner wird der Cache.

180 zu 45 GB klingt erst einmal nach einem deutlichen Vorteil für die X8 Portable, in der Praxis hängt die X5 die X8 aber trotzdem ab. Der Grund: Die X5 schreibt Daten aus dem SLC-Cache offensichtlich auch beim externen Zugriff auf den langsameren TLC-Speicher, während die X8 das nur dann macht, wenn der Controller nicht anderweitig belastet wird.

ComputerBase hat für den Test zwei Ordner mit über Steam heruntergeladenen Spielen auf die SSDs kopiert und anschließend auch wieder gelesen. Folgende Spiele waren in jedem Ordner enthalten: Call of Duty: Advanced Warfare, PUBG, Resident Evil 2 (Remake), Shadow of the Tomb Raider und Wolfenstein II: The New Colossus. Das Gesamtvolumen beträgt 390 GB.

Die Samsung Portable X5 SSD schreibt die Dateien im leeren Zustand in 7:41 Minuten und zeigt erst auf den letzten 70 GB immer wieder einen Rückgang der Geschwindigkeit von über 1 GB/s auf 160 MB/s, wenn der SLC-Cache nicht mehr schnell genug geleert werden kann. Im Durchschnitt hat die SSD 845 MB/s geschrieben.

Steam-Ordner (390 GB) kopieren
Einheit: Minuten, Sekunden
  • 390 GB schreiben:
    • Samsung Portable X5 (*)
      7:41
    • Crucial X8 Portable USB 3.1
      41:00
  • 390 GB lesen:
    • Samsung Portable X5 (*)
      10:39
    • Crucial X8 Portable USB 3.1
      10:51

Die Crucial X8 Portable schreibt wiederum ca. 185 GB mit knapp unter 1 GB/s, bevor sie auf unter 100 MB/s einbricht – und zwar dauerhaft. Die noch verbleibenden 205 GB zu schreiben, wird damit zur Geduldsprobe. Am Ende werden 41:00 Minuten vergangen sein und die durchschnittliche Schreibrate nur 157 MB/s betragen haben.

Übersteigen die Transfervolumen die SLC-Cache-Kapazität, ist die X8 also gravierend langsamer. Reicht der SLC-Cache aus, liegen beide Laufwerke hingegen gar nicht so weit auseinander: 20 Prozent Vorteil kann die X5 hier nur noch gegenüber der X8 aufweisen.

Auf die Geschwindigkeit beim Lesen hat der SLC-Cache keinen Einfluss, die beiden Laufwerke nehmen sich in diesem Fall quasi nichts.

Die X8 Portable wird sehr warm

Beachtlich ist, wie warm die X8 Portable im Dauereinsatz wird: Bis zu 56 °C können nach dem Kopiervorgang gemessen werden.

Nach dem Schreiben von 390 GB erreicht die Crucial X8 fast 60 °C
Nach dem Schreiben von 390 GB erreicht die Crucial X8 fast 60 °C

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