KaOS 2020.01: Rolling Release konzentriert sich auf das Wesentliche

Sven Bauduin 79 Kommentare
KaOS 2020.01: Rolling Release konzentriert sich auf das Wesentliche
Bild: KaOS

KaOS geht eigene Wege und basiert – anders als viele Derivate – nicht auf einer der bekannten großen Distributionen. Mit seinen eigenen Paketen und Quellen konzentriert sich das Betriebssystem vornehmlich auf sich selbst und verzichtet dabei bewusst auf die teils ausufernde Zahl an Repositorien anderer populärer Distributionen.

Während Ubuntu 19.10 und darauf basierenden Linux-Distributionen wie beispielsweise Linux Mint 19.3 und Zorin OS 15.1 auf die insgesamt 57.000 Pakete der Repositories von Debian – auf welchem sie basieren – zurückgreifen können, beschränken die Macher von KaOS 2020.01 ihr Betriebssystem vollständig auf eigene Quellen.

Plasma-Desktop und Pakete in Handarbeit

Die unabhängige und von Grund auf entwickelte Distribution setzt neben dem aktuellsten Linux Kernel 5.4.7 auf rund 3.000 aktuelle Softwarepakete aus eigenen Repositories, die lediglich durch User-Repositories, den sogenannten KaOS Community Packages (KCP), ergänzt werden. Dabei werden alle Pakete jeweils neu für KaOS gebaut, da es schlicht und ergreifend an einer Basis fehlt, die diese zur Verfügung stellen könnte.

KaOS, welches auf dem Rolling-Release-Prinzip basiert, setzt bei der Wahl seiner Desktop-Umgebung auf das aktuellste KDE Plasma 5 in der Version 5.17.4, welcher von den KDE Applications 19.12 und KDE Frameworks 5.65.0 auf dem neusten Stand von Dezember 2019 flankiert wird. Diese bewusste Fokussierung auf ausgewählte sowie neu gebaute Pakete macht KaOS für viele Linux-Anwender und Experten zur besten Distribution mit aktuellem KDE Plasma 5 Desktop. So sagte beispielsweise Ferdinand Thommes, Linux-Entwickler und Mitherausgeber der Distribution Siduction, über KaOS 2019.10:

Für mich ist KaOS eindeutig die beste und aktuellste KDE-Distribution.

Ferdinand Thommes, Linux-Entwickler von Siduction

Installiert wird das rund 2,2 GB große Image des auf AMD64 optimierten Live-Mediums KaOS 2020.01 (ISO) mit Hilfe von Calamares, einer komfortablen grafischen Installationsroutine. Neue Pakete finden derweil mit dem von Arch Linux bekannten Paketmanager Pacman per Konsole oder Octopi-GUI ihren Weg auf das System.

Nach der Installation steht bereits aktuelle Software wie LibreOffice 6.3.4, der Falkon Webbrowser und viele weitere Anwendungen zur Verfügung – andere können zudem schnell und unkompliziert nachinstalliert werden. Alle Neuigkeiten und Änderungen hinsichtlich des aktuellen Releases finden sich in den offiziellen Release Notes.

Mit seinem Fokus auf aktuelle Qt-basierende Programme, einen Plasma-Desktop mit aktuellsten Paketen und seinen limitierten Repositorien hebt sich das unabhängige KaOS deutlich von einer Vielzahl an Distributionen und Derivate ab und bietet sich zumindest für einen Testlauf in der VM an. Bei Fragen hilft die äußerst umfangreiche deutsche Dokumentation und das Forum schnell weiter.