PocketBook InkPad X im Test: Technik, Inhalte und Formatunterstützung

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Michael Schäfer 71 Kommentare

Im Inneren nichts Neues

Technisch gesehen greift PocketBook beim InkPad X auf Bewährtes zurück. Die Basis bestehend aus einem Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz Takt sowie einem Arbeitsspeicher von 1 GByte ist bereits vom InkPad 3 Pro bekannt, lediglich der interne Speicher für eigene Inhalte wurde mit 32 GByte verdoppelt. Dieser sollte auch für zahlreiche Fachbücher im PDF-Format ausreichend sein, bei Hörbüchern oder Musik könnte es dagegen schneller knapp werden.

PocketBook InkPad X PocketBook InkPad 3 Pro PocketBook InkPad 3 Icarus Illumina Pro (16 GB)
Betriebssystem: Linux Android 4.0.4
Display: 10,30 Zoll
1.404 × 1.872, 227 ppi
E-Ink Carta, 16 Graustufen, beleuchtet
7,80 Zoll
1.404 × 1.872, 300 ppi
E-Ink Carta, 16 Graustufen, beleuchtet
9,70 Zoll
825 × 1.200, 150 ppi
E-Ink Pearl, 16 Graustufen, beleuchtet
Blaulichtfilter: Ja
Bedienung: Physische Tasten, Touch Physische Tasten, Stifteingabe
SoC: 1,0 GHz, 2 Kern/e 1,0 GHz, 1 Kern/e
RAM: 1.024 MB
Interner Speicher: 32 GB
(28,0 GB verfügbar)
16 GB
(? verfügbar)
8 GB, erweiterbar
(7,1 GB verfügbar)
16 GB, erweiterbar
(15,1 GB verfügbar)
Konnektivität: USB 2.0 Typ C
802.11 b/g/n
Micro-USB 2.0
802.11 b/g/n
Bluetooth: Ja 4.0
Mobilfunk:
Größe (B×H×T): 173,0 × 249,0 × 5,0 mm 136,5 × 195,0 × 8,0 mm 260,0 × 180,0 × 9,0 mm
Gewicht: 300 g 225 g 210 g 487 g
Schutzart: Nanocoating
Akku: 2.000 mAh 1.900 mAh 3.000 mAh
Textformate: ACSM, CHM, CBR, CBZ, DJVU, DOC, DOCX, Epub, FB2, FB2.zip, HTM, HTML, Mobi (ungeschützt), PDF, PRC, PRC (nativ), RTF, TCR, TXT CBR, CBZ, DOC, DOCX, Epub, FB2, HTM, HTML, Mobi (ungeschützt), PDF, PRC, RTF, TXT
DRM-Formate: Adobe-DRM E-Pub, Adobe-DRM PDF
Audio-Formate: MP3, OGG, M4B MP3 MP3, WAV, OGG, M4B, Audible Hörbücher
Vorlesefunktion: Text-To-Speech
Preis: ab 354 € ab 247 € ab 202 € 399,95 €

Erneut führen viele Wege nach Rom

An der Art, wie Inhalte auf den Reader gebracht werden können, hat sich nur wenig geändert. Das InkPad führt ebenso eine große Anzahl von Möglichkeiten mit sich, eigene Inhalte aufzuspielen – auch wenn, wie bereits beschrieben, auf die Einspeisung via Speicherkarte verzichtet werden muss.

So können Nutzer ihre digitalen Bücher oder Audio-Inhalte auf altmodische Art bequem per USB-Verbindung übertragen, indem der Reader als Massenspeicher am heimischen Rechner erkannt wird. Weitere Möglichkeiten offerieren sich über den integrierten Shop, zusätzliche Online-Bezugsquellen bis hin zum eigenen NAS sind zudem über den integrierten Browser zu erreichen. Darüber hinaus können Inhalte über PocketBook-Sync, die PocketBook-Cloud oder den integrierten Dropbox-Client abgeglichen werden. Mit der Funktion Send-To-PocketBook ist es zudem möglich, E-Books per E-Mail direkt an den Reader zu senden.

Das InkPad X lässt einen Kartenslot vermissen, bietet aber USB-C
Das InkPad X lässt einen Kartenslot vermissen, bietet aber USB-C

Größte Formatunterstützung

Vom System selbst werden mittlerweile 19 Formate unterstützt, was die größte Formatunterstützung bei den namhaften Reader-Herstellern bedeutet. Die Bandbreite reicht von den gebräuchlichsten Vertretern Epub und PDF bis hin zu den zuletzt hinzugefügten Formaten CBR und CBZ, die vor allem bei Comic-Fans hoch im Kurs stehen. In Sachen Rechtemanagement setzt PocketBook nach wie vor auf das DRM-System von Adobe, auch wenn neue Schutzmechanismen seit geraumer Zeit in den Startlöchern stehen.

Durchdachte, aber nicht an die Bildschirmgröße angepasste Bibliothek

Wenn es um die Organisation der eigenen Inhalte geht, zieht PocketBook alle Register und deklassiert die Konkurrenz. Hier zeigen sich die große Erfahrung des Herstellers und die Fähigkeit, auf Nutzerwünsche zu reagieren. So lassen sich Inhalte in sogenannten Sammlungen organisieren, welche die eigene Bibliothek nach selbst gewählten Bezeichnungen aufteilen. Des Weiteren lassen sich Inhalte nach diversen Vorgaben wie Autor, Titel, Genre oder Schlagwörtern filtern oder nach Hinzufüge- oder Öffnungsdatum sowie Titel, Autor oder anderen Vorgaben sortieren. Auf Wunsch kann der Nutzer seine Inhalte auch ganz normal über die Ordnerstruktur auswählen.

Die Bibliothek verschenkt beim großen Display viel Potenzial
Die Bibliothek verschenkt beim großen Display viel Potenzial

Wirkt das InkPad X äußerlich wie ein einfach vergrößertes InkPad 3 (Pro), verstärkt sich der Eindruck bei der Benutzeroberfläche noch einmal. Hier verschenkt PocketBook sehr viel Potenzial, indem die angezeigten Inhalte in der Übersicht ebenfalls lediglich größer dargestellt werden und der vorhandene Platz nicht optimal genutzt wird. So zeigt die Bibliotheksübersicht bei einer Sortierung nach dem Hinzufügedatum sowohl beim neuen Reader wie auch beim kleineren Bruder zwölf Cover an. Doch gerade beim InkPad X sollten 20 Cover oder sogar mehr pro Seite ohne größere Probleme dargestellt werden können. So muss beim neuen Vertreter bei größeren Sammlungen trotz des angewachsenen Displays genauso viel geblättert werden, was den Bedienkomfort ein wenig verschlechtert. Es bleibt zu hoffen, dass PocketBook diesen Umstand mit einem späteren Software-Update korrigieren wird.

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