Spiele-Streaming: Nvidia GeForce Now ohne Spiele von Activision Blizzard

Jan-Frederik Timm 91 Kommentare
Spiele-Streaming: Nvidia GeForce Now ohne Spiele von Activision Blizzard
Bild: Nvidia

Nvidias Spiele-Streaming-Dienst GeForce Now hat vor einer Woche nach zwei Jahren Laufzeit die Beta verlassen, das Feedback erster Nutzer war überwiegend positiv. Mit dem überraschenden Rückzug des Publishers Activision Blizzard erhält das Angebot jetzt allerdings einen ersten großen Dämpfer.

Eigentlich bringen Nutzer die Spiele mit

Nvidia GeForce Now gibt es in einer kostenlosen Variante und einer Variante für 5,49 Euro im Monat. Egal in welchem Tarif ein Spieler unterwegs ist, die Spiele, die er von Nvidias Cloud berechnen lassen will, muss er besitzen – sei es auf Steam, Origin, uPlay oder einer anderen digitalen Spiele-Distributionsplattform.

GeForce Now starten in kostenloser Version und Founders Edition
GeForce Now starten in kostenloser Version und Founders Edition (Bild: Nvidia)

Dass dennoch nicht alle Titel, die im Besitz eines Abonnenten sind, auch wirklich in der Cloud von Nvidia berechnet werden können, war zwar bekannt, bisher allerdings kein großes Thema – viele Schwergewichte waren schließlich dabei. Bis jetzt.

Activision Blizzard ist vorerst raus

Über Nacht hat Activision Blizzard alle Titel des Publishers von der Nutzung über GeForce Now ausgeschlossen. Zu dem „Warum?“ macht der Publisher keine Angaben. Nvidia wiederum hat sich bereits zu Wort gemeldet, um die schnell hoch schlagenden Wogen im eigenen Forum zu glätten. Details zu den Hintergründen nennt allerdings auch Nvidia nicht, macht jedoch klar, dass es die Entscheidung des Publishers war.

In einem weiteren Beitrag spricht Nvidia von Herausforderungen, die der neue Service „Cloud Gaming“ mit sich bringt – inklusive technischer und kommerzieller Hürden. Damit Publisher und deren Spiele auf die Plattform kommen, müssten sie ausgeräumt werden. Das geschehe in der Regel im Hintergrund, in diesem Fall wiederum nicht.

Obwohl Nutzer von GeForce Now Spiele also in jedem Fall erwerben müssen und nicht nur gegen Gebühr nutzen können, muss es also an anderer Stelle eine finanzielle Kooperation zwischen Nvidia und den Publishern geben. Denkbar sind eine Umsatzbeteiligung der Publisher an den Abogebühren, eventuell sogar in Relation zur Anzahl der aktiven Nutzer je Spiel, oder Publisher wollen sich die Teilnahme an GeForce Now sogar von Nvidia vergüten lassen – immerhin kann die Plattform nur dann neue Nutzer gewinnen, wenn das Angebot von Spielen attraktiv genug ist. Aber das ist derzeit nur Spekulation. Gegenüber The Verge wollte Nvidia auf Nachfrage keine weiteren Angaben zu den Hintergründen oder dem Geschäftsmodell machen.

Liste der Spiele, die nicht mehr verfügbar sind

  • Call of Duty: Black Ops III
  • Call of Duty: Black Ops 4
  • Call of Duty: Infinite Warfare
  • Call of Duty: Modern Warfare 2019
  • Call of Duty: Modern Warfare 2 Singleplayer
  • Call of Duty: Modern Warfare 2 Multiplayer
  • Call of Duty: Modern Warfare 3 Multiplayer
  • Call of Duty: Modern Warfare 3 Singleplayer
  • Call of Duty 4: Modern Warfare
  • Call of Duty: World at War
  • Call of Duty: WWII
  • Construction Simulator 2 US - Pocket Edition
  • Crash Bandicoot N. Sane Trilogy
  • Diablo III
  • Hearthstone: Heroes of Warcraft
  • Heroes of the Storm
  • Overwatch
  • Sekiro: Shadows Die Twice
  • Spyro Reignited Trilogy
  • StarCraft Remastered
  • StarCraft II: Legacy of the Void
  • World of Warcraft: Battle for Azeroth
  • World of Warcraft Classic
  • Der Battle.net Client

Neben den jetzt gestrichenen Titeln von Activision Blizzard warten laut Nvidia aktuell weitere 1.500 Spiele von verschiedenen Publishern auf ihre Zulassung zu GeForce Now – in diesem Fall sei der Antrag zur Aufnahme von den Entwicklern ausgegangen.