AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Benchmarks in Anwendungen und Spielen

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Volker Rißka
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Für alle Tests kommt das mit AMD Ryzen 3000 (Test) im Sommer aufgebaute neue Testsystem zum Einsatz. Alle wesentlichen Parameter sind identisch, um die Vergleichbarkeit gewährleisten zu können. Windows 10 wurde deshalb noch nicht auf Version 1909 aktualisiert und der Treiber für die GeForce ist auf dem Stand Juli. Windows hat in neuer Variante keinen relevanten Einfluss auf AMDs neue CPUs, der Hersteller empfiehlt deshalb die Nutzung von 1903 oder 1909.

Es ist ein unglückliches Timing von AMD: Die neuesten Einsteigerprozessoren müssen nun auf extremen High-End-Boards getestet werden, obwohl sie ja eigentlich für B550-Boards gedacht sind, die wiederum aber keine älteren CPUs unterstützen. Direktvergleiche sind also nicht möglich, hier wiederum eignet sich nun das bestehende Setup noch am besten.

Benchmarks in Anwendungen

Vier Kerne und acht Threads der beiden Neulinge sind in modernen Anwendungen gerade noch ausreichend. Daher ist es nicht überraschend, dass der zwei Jahre alte Ryzen 5 2600 vor den beiden Neulingen liegt – und er rangiert in der gleichen Preisklasse. Angestammte Intel-CPUs mit vier Kernen oder bisherige AMD-Lösungen aus der APU-Familie werden von Matisse jedoch selbst mit nur vier Kernen problemlos in die Schranken gewiesen.

Was Zen 2 ebenfalls bedeutet, zeigen die Neulinge in Single-Core-Tests. Die deutlich gesteigerte IPC sorgt vor allem im Zusammenspiel mit dem höheren Takt des Ryzen 3 3300X für ein sehr gutes Ergebnis. Da der Takt im Turbo ja sogar über dem kleinen Ryzen 5 3600 liegt, platziert sich der Ryzen 3 3300X in der Rangliste vorne.

Benchmarks in Spielen (Full HD und UHD)

In Spielen zählt auch Anfang 2020: Vier Kerne (und acht Threads) sind das absolute Minimum, ein hoher Takt ist immer gut, sechs Kerne sind manchmal von Vorteil. Die aktuelle Gemengelage zahlt sich für den Ryzen 3 3300X (noch) aus. Mehr Takt als der kleine Ryzen 5 3600 und dazu der Bonus der vier aktiven Kerne in einem CCX bringen ihn minimal in Front. Das Gesamtpaket ist letztlich so gut, dass er nahezu die gleiche Spieleleistung wie alle weiteren Ryzen 3000 liefert. Wie üblich ist das aber die Momentaufnahme, denn mehr als vier Kerne (acht Threads) werden im Gaming-Umfeld zügig wichtiger und die Empfehlung geht klar zu einer Sechskern-CPU.

Der kleinere Ryzen 3 3100 hat es schon heute schwerer. Er verhungert ein wenig über den Takt und krankt mit großer Wahrscheinlichkeit an der Inter-CCX-Kommunikation. Weil Spiele aggressiv auf die Latenzen reagieren, ist der Rückstand viel markanter als in Anwendungen. Es reicht jedoch, um den von AMD auserwählten Gegenspieler Intel Core i3-9100F zu schlagen – je nach Titel deutlich im zweistelligen Prozentbereich.

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