Ultimate Ears Hyperboom im Test: Konnektivität, Laufleistung und Fazit

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Michael Schäfer
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Konnektivität

Der Hyperboom besitzt zwei Bluetooth-Empfänger, von denen jeder, wie bereits erwähnt, die Standards 4.2 und 5.0 unterstützt. Zudem kommt das A2DP-Protokoll zum Einsatz. Die mögliche Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 45 m an, was jedoch nur für eine direkte freie Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger gelten dürfte. Darüber hinaus ist die Reichweite des Signals natürlich auch von anderen Faktoren wie unter anderem der Qualität der Quelle abhängig.

Dennoch kann der Lautsprecher hierbei mehr als überzeugen. Eine Entfernung über 10 m und durch zwei Trockenbauwände hindurch scheint den Hyperboom nicht zu interessieren, die meisten Lautsprecher streichen bereits hierbei die Segel. Auch eine Distanz von 15 m mit Etagenwechsel durch eine dickere Stahlbetondecke stellt kein Problem dar.

Der Griff des Hyperbooms ist stabil, aber auch staubanfällig
Der Griff des Hyperbooms ist stabil, aber auch staubanfällig

Laufleistung

Die nicht näher beschriebene Akkukapazität soll den Lautsprecher für 24 Stunden mit Strom versorgen, über die Rahmenbedingungen der Ermittlung gibt Ultimate Ears jedoch keine Auskunft. Daher ist es ebenso schwierig, diese zu überprüfen. Bei der angegebenen Laufzeit können bereits kleine Unterschiede eine große Wirkung besitzen und den Zeitraum zur Nutzung deutlich verringern oder erhöhen. Schon ein Unterschied von 10 Prozent kann hier fast 2,5 Stunden ausmachen – in die eine oder andere Richtung. Zudem gibt es verschiedene Faktoren, die Einfluss nehmen können. Neben der Lautstärke als größten Umstand spielen aber auch die Übertragungsqualität der Signale und die Art der gehörten Musik eine Rolle. Somit müsste der Lautsprecher im Test zwei bis drei Tage zumindest tagsüber die ganze Zeit bei mindestens mittlerer Party-Lautstärke vor sich hinspielen – was jedoch irgendwann an dem guten nachbarlichen Verhältnis rütteln würde, auf das der Autor dieses Testes sehr große Stücke hält. Zudem könnten sich die Ruhezeiten wieder auf die Laufleistung auswirken und würden die Ergebnisse gegenüber einem durchlaufenden Gerät verzerren. Daher wurde auf entsprechende Leistungsmessungen verzichtet. Für einen längeren Party-Abend sollte die Kapazität dennoch ausreichen.

Ist der Energiespeicher einmal komplett geleert, soll dieser mit dem beiliegenden Netzteil laut Ultimate Ears innerhalb von 2,5 Stunden wieder voll aufgeladen sein.

Fazit

Ultimate Ears verspricht beim Hyperboom vieles, kann aber nicht alles halten. An der Verarbeitung gibt es zuerst einmal nichts auszusetzen, der verwendete Kunststoff hätte an der Oberfläche allerdings noch etwas glatter und somit in seinem Erscheinungsbild wertiger ausfallen können. Der Tragegriff suggeriert und biete am Ende auch Portabilität, die rund 6 kg verleiten aber lediglich zu kurzen Wegen. Einmal an Pool oder See angekommen, sollte man sich allerdins beherrschen, um den Lautsprecher nicht zu viel Wasser auszusetzen: Mit IP4x ist er „nur“ gegen allseitiges Spritzwasser geschützt.

Die restlichen technischen Daten sehen beim Lautsprecher erst einmal gut aus. Wer in Sachen Wiedergabe dann aber ein „Party-Monster“ mit hohem Bassanteil erwartet, sieht sich enttäuscht. Dafür müssen erst einmal über die dazugehörige Boom-App oder einer Equalizer-Funktion der jeweiligen Player-Applikation die niedrigeren Frequenzen massiv verstärkt werden, um überhaupt an ein normales Niveau zu gelangen. Was die kleineren Vertreter also zu viel haben, hat der Hyperboom zu wenig.

Hinter einer Lasche gut geschützt bietet der Hyperboom weitere Verbindungsmöglichkeiten
Hinter einer Lasche gut geschützt bietet der Hyperboom weitere Verbindungsmöglichkeiten

Bei der Lautstärke braucht sich der Hyperboom für die geforderten 399 Euro nicht zu verstecken. Ob dieser wirklich der lauteste bisher vom Hersteller entwickelte mobile Klanggeber darstellt, kann an dieser Stelle nicht mit letzter Sicherheit bestätigt werden. Aber das, was man früher einen „Party-Keller“ genannt hat, sollte er damit gut beschallen dürfen. Sollte es darüber hinausgehen, müsste zu mehreren Lautsprechern gegriffen werden, die sich über die Boom-App leicht koppeln lassen. Dennoch sollte sich hier die Frage gestellt werden, ob dabei nicht direkt auf Ausführungen wie The New Soundboks (Test) zurückgegriffen werden soll – diese sind zwar doppelt so teuer, dafür aber auch leistungsstärker und damit lauter und bieten zudem eine kräftigere Bassabbildung.

Die Möglichkeiten für die Quelleneinspeisungen sind mit zwei Bluetooth-Verbindungen sowie je einem AUX- und optischen Eingang dagegen sehr gut, auch wenn Ultimate Ears für letztere bei dem verlangten Preis ruhig entsprechende Kabel dem Paket mit hätte beilegen können.

Die vom Hersteller angegebenen 24 Stunden Laufzeit lesen sich gut und erscheinen realistisch. Wenn die Möglichkeit besteht, kann der Lautsprecher auch mit dem beiliegenden Netzteil betrieben werden. Die Reichweite ist hervorragend, selbst innerhalb der eigenen vier Wände sind 15 m mit Mauern oder Decken dazwischen kein Problem.

Am Ende schwächelte der Hyperboom damit nur an der Stelle, an der es andere oftmals zu gut meinen: beim Bass. Wer nicht auf die maximale Dröhnung abzielt, sollte dem Hyperboom zumindest einmal sein Gehör schenken.

Ultimate Ears Hyperboom
Produktgruppe Lautsprecher, 23.03.2021
  • Klang
    O
  • Verarbeitung
    +
  • Bedienung
    +
  • Ausstattung
    O
  • gute Verarbeitung
  • hohe Lautstärke
  • auch bei hoher Lautstärke verzerrungsfrei
  • viele Möglichkeiten zur Quelleinspeisung
  • zwei Bluetooth-Empfänger
  • lange Laufzeit
  • mehrere Lautsprecher koppelbar
  • geringer Bassanteil

ComputerBase wurde der Hyperboom leihweise von Ultimate Ears für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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