Onyx Boox Note Air 2 im Test: Display, -Helligkeit und -Ausleuchtung

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Michael Schäfer
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10,3 Zoll im 4:3-Format mit Carta E-Ink

Onyx setzt beim Note Air 2 auf ein 10,3 Zoll großes Display, das eine Auflösung von 1.404 × 1.872 Bildpunkten besitzt und dem die Carta-Technologie von E-Ink zugrunde liegt. Das neue Carta-1200-Panel kommt jedoch nicht zum Einsatz. Im Gegensatz zu vielen Tablets ist der Bildschirm im 4:3-Format gehalten.

Beleuchtung mit Blaulichtfilter

Die frontseitige Beleuchtung wird vom Hersteller als „MOON Light 2“ beschrieben, ist in ihrer Funktion und Ausrichtung jedoch in den meisten Aspekten mit den Lösungen anderer Unternehmen vergleichbar. So gehört zu ihr auch ein Blaulichtfilter, der entsprechende Anteile im Licht herausfiltert. Die durch insgesamt 32 LED realisierte integrierte Beleuchtung gibt allerdings Rätsel auf.

Bei anderen Readern ist die Leuchtkraft bei vollem Blaulichtanteil am höchsten und lässt bei abnehmenden Anteilen im Licht nach. Nicht so aber beim Note Air 2: Hier können sich die Werte bei zunehmenden Rotanteilen sogar verdoppeln. Bei einer ausgeglichen abgestimmten Beleuchtung mit einer Farbtemperatur von 6.500 K liegt die durchschnittliche Helligkeit bei 70 cd/m².

Helligkeitsverteilung des Boox Note Air 2 in cd/m²
57 66 87
60 70 81
61 65 79
Durchschnittshelligkeit: 70 cd/m²
Farbtemperatur: 6.500 Kelvin

Bevorzugt der Leser jedoch ein eher kalt anmutendes Licht, verringert sich die Helligkeit bei 7.300 K im Durchschnitt um rund 5 cd/m². Eliminiert der Nutzer die Blautöne in der vom System zur Verfügung gestellten maximalen Form, steigt die Helligkeit dagegen bei 3.700 K auf im Durchschnitt 117 cd/m². Das erscheint doch etwas widersprüchlich, da gerade durch die geringeren Blauanteile die Augen geschont werden sollen, dann aber einer deutlich höheren Helligkeit ausgesetzt werden können.

Helligkeitsverteilung des Boox Note Air 2 in cd/m²
53 59 81
55 65 75
57 61 74
Durchschnittshelligkeit: 65 cd/m²
Farbtemperatur: 7.300 Kelvin
Helligkeitsverteilung des Boox Note Air 2 in cd/m²
94 110 148
102 120 138
102 109 133
Durchschnittshelligkeit: 117 cd/m²
Farbtemperatur: 3.700 Kelvin

Da aber die Beleuchtung bei E-Book-Readern einer anderen Funktionsweise unterliegt, braucht man sich um eine fürs Lesen ausreichende Helligkeit keine Gedanken zu machen. Im Gegensatz zu Tablets muss die Beleuchtung keine LCD-Schicht durchscheinen oder das Umgebungslicht überstrahlen. Letztendlich verhält sich das E-Ink-Panel in seiner Nutzung wie eine normale Buchseite, womit ein indirektes Licht, also statt einer Hintergrundbeleuchtung eine Vordergrundbeleuchtung, vollkommen ausreicht. Bei dieser wird das Licht durch am Rand angebrachte LED-Einheiten über eine Trägerfolie über das gesamte Display verteilt. Im Gegensatz zu Smartphones, Tablets oder Monitoren wird das Licht also nicht von hinten durch die LCD-Schicht direkt in das Auge des Nutzers gestrahlt – was das Sehorgan deutlich schont. Aus diesem Grund reicht bereits eine geringe Helligkeit für ein bequemes Lesen aus.

Bei ausreichenden Lichtverhältnissen könnte theoretisch sogar auf eine Beleuchtung verzichtet werden – was nicht zuletzt an der matten Ausrichtung des Bildschirms liegt. Dennoch bietet das Note Air 2 bei aktiviertem Licht und ausgeglichenen Farbanteilen nur geringe Reserven. Es sollte aber gleichzeitig erwähnt werden, dass die Konkurrenz auch keine deutlich leuchtstärkeren Panels bietet – PocketBook liegt bei seinem InkPad X (Test) und InkPad X Lite (Test) bei kälterem Licht leicht und bei wärmerem Licht deutlich unter den hier angegebenen Werten.

Als Grund dafür dürfte vor allem das große Display genannt werden. Da bei diesem, wie bereits beschrieben, das Licht von den Seiten eingestrahlt wird, verliert es auf dem Weg vom Rand weg an Leuchtkraft. Bei den gemachten Messungen ist ein deutlicher Verlauf von rechts nach links zu erkennen. Bei durchschnittlicher Helligkeit ist bereits an manchen Stellen ein Abfall der Helligkeit um 30 cd/m² zu beobachten, bei maximaler Beleuchtung können es sogar über 50 cd/m² sein. Diesen Abfall weisen die besagten PocketBook-Reader dagegen nicht auf.

Dennoch sollten solche Messungen mit Vorsicht genossen werden. Beim Lesen fallen die veränderten Verhältnisse wenig, wenn nicht sogar überhaupt nicht auf. Lichthöfe konnten im Test ebenfalls nicht ausgemacht werden. Lediglich kleine Schatten vom Display-Rand waren zu erkennen, die aber nicht störten.

Onyx stattet das Boox Note Air 2 zudem mit einem Digitizer aus, wodurch der Reader auch per Stifteingabe bedient werden kann. Ein vom japanischen Unternehmen Asahi erstelltes Schutzglas soll dabei vor Kratzern und anderen Schäden schützen. Zur Stiftnutzung später mehr.

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