Intel Core i9-12900KS im Test: Fazit

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Volker Rißka
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Der Intel Core i9-12900KS fällt aus der Zeit. Dachte man nach dem Core i9-11900K in letztmalig 14 nm (Test) aus dem vergangenen Jahr, es könne mit Hilfe einer Brechstange schlimmer kaum gehen, beweist Intel mit dem neuen KS-Modell das Gegenteil: Neue Turbo-Modi, denen mit CPU-Temperatur und -Leistungsaufnahme Tribut gezollt wird, führen den mit Alder Lake propagierten Effizienzsprung ad absurdum.

Dieses Produkt dient nur einem Kunden: Intel selbst, getrieben von der Hoffnung, dass AMDs Ryzen 7 5800X3D in Spielen am KS scheitern wird, sollte der K geschlagen werden. Wie das Duell ausgeht, wird in Kürze geklärt.

Was im Test besonders negativ überrascht, ist die Leistungsaufnahme in Spielen. Dass die CPU ohne Limit unter Multi-Core-Volllast noch einmal gegenüber dem Core i9-12900K zulegen würde, war klar. Wie deutlich die Leistungsaufnahme der CPU allerdings unter Teillast in Spielen steigt, ist dann doch eine Überraschung: Mit dem Ziel, den Takt zu jeder Zeit hoch zu halten, stehen 30 bis 75 Prozent mehr Verbrauch auf der Uhr. Und nicht nur Tools werfen die höhere Package-Power aus, sie ist auch an der Steckdose zu sehen. Unterm Strich ist die Effizienz in keinem Bereich stärker gesunken als im Gaming.

Eine klassische Luftkühlung, und ist sie noch so stark, stößt beim Core i9-12900KS unter Volllast ohne Powerlimit an ihre Grenzen. Wie die GeForce RTX 3090 Ti schluckt auch dieses Halbleiter-Produkt für die letzten paar Prozentpunkte unverhältnismäßig mehr elektrische Leistung. Doch wer den KS nicht nur für die letzten 2 Prozent in Spielen, sondern auch für ein paar Prozent mehr in Anwendungen dem K vorgezogen hat, sollte ihn nicht auf PL2 = 241 Watt eingrenzen – denn dann erhält er die K-Leistung.

Intel Core i9-12900KS mit All-in-One-Wakü
Intel Core i9-12900KS mit All-in-One-Wakü

Am Ende stürzt der KS aber nicht nur über das Verhältnis aus Mehrleistung zu Mehrverbrauch respektive Kühler-Anforderungen, sondern auch über den dafür aufgerufenen Preis. Schon der UVP ist mit 150 US-Dollar (vor Steuern) Aufpreis gegenüber dem Core i9-12900K zu viel des Guten. Dass daraus im Handel aktuell 240 Euro Unterschied werden, ist es erst recht. Und so lautet das Fazit zum Intel Core i9-12900KS kurz vor dem Ryzen 7 5800X3D (ganz egal ob er in Spielen davor oder dahinter liegen wird): Finger weg!

ComputerBase wurde der Core i9-12900KS leihweise von Intel zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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