Aus für Spellbreak: Blizzard kauft und verpflichtet Studio für World of Warcraft

Fabian Vecellio del Monego
59 Kommentare
Aus für Spellbreak: Blizzard kauft und verpflichtet Studio für World of Warcraft
Bild: Proletariat

Blizzard will das für das Battle-Royale-Spiel Spellbreak verantwortliche Entwicklerstudio Proletariat kaufen. Der Titel wird Anfang nächsten Jahres eingestellt, stattdessen sollen die Mitarbeiter fortan an World of Warcraft arbeiten. Es handelt sich um Blizzards größte Entwickler-Übernahme im letzten Jahrzehnt.

Spellbreak endet nach nur gut zwei Jahren

Spellbreak stach aus dem Ego-Shooter-Einerlei des Battle-Royale-Genres mit einem in der Kategorie unverbrauchten Fantasy-Setting und auf magischen Fähigkeiten beruhenden Gameplay heraus. Zum Release im September 2020 wurde der Titel von Spielern als frischer Wind begrüßt, doch zuletzt litt das Free-to-Play-Spiel unter niedrigen und weiter fallenden Spielerzahlen. In den letzten Monaten konnte Spellbreak auf Steam lediglich wenige hundert gleichzeitige Spieler vorweisen, wie Gamestar mit Blick auf SteamDB anmerkt.

Anfang 2023 soll das Spiel nun unter anderem deswegen eingestampft werden, wie Proletariat per Blogeintrag bekanntgibt. Die geschrumpfte Community zeigt sich erwartungsgemäß enttäuscht und ist verärgert.

Blizzard kauft Studio für Arbeit an World of Warcraft

Die Wut richtet sich aber auch gegen Blizzard, denn die Übernahme dürfte ein weiterer Grund für das Aus des Battle-Royale-Titels sein. Die rund 100 Spieleentwickler des in Boston ansässigen Studios arbeiten wohl schon seit Mai 2022 mit ihren Blizzard-Kollegen zusammen, wie zunächst VentureBeat berichtete. Demnach soll Proletariat schon bei der noch in diesem Jahr erwarteten neunten World-of-Warcraft-Erweiterung Dragonflight mitwirken – Zeit für die Pflege eines weiteren Spiels bleibt da offenbar keine.

VentureBeat stellt Proletariats CEO Seth Sivak die Frage, wie er zu den nicht abbrechenden Berichten zu Belästigungs- und Sexismusskandalen sowie dem verlorenen guten Ruf Blizzards stehe. Dieser wiegelte jedoch ab und verwies auf die laufende Aufarbeitung der Skandale. Blizzard befinde sich auf einem guten Weg.

We had a very kind of open and transparent conversation about this. And I think the Blizzard team recognized some of the challenges they’ve had. In some of the earliest conversations, we discussed just how they were looking at continuing to improve the culture and continuing to make a great place for developers to work. That was encouraging. Obviously, there is a lot of work to be done to continue to make an awesome place for developers to work. But we were pretty happy and satisfied with the direction they’re going.

Seth Sivak, CEO bei Proletariat

In den kommenden Monaten soll das Studio mit dem Abschluss der Übernahme vollständig in Blizzard integriert werden. Es handelt sich um die größte Übernahme eines Entwicklerstudios durch Blizzard im vergangenen Jahrzehnt. Zuletzt kaufte der Publisher im Januar 2021 Vicarious Visions, die für Tony Hawk's Pro Skater 1 & 2 sowie das Remaster der Crash-Bandicoot-Trilogie verantwortlich zeichneten, und im Mai 2021 das Studio Toys for Bob. Activision Blizzard selbst befindet sich noch immer in der Übernahme durch Microsoft, die Anfang des Jahres publik wurde.

Das EM-2024-Tippspiel ⚽ auf ComputerBase – heute schon getippt?