Release Candidate: Linus Torvalds hat den neuen Linux-Kernel 6.0 freigegeben

Update 2 Sven Bauduin
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Release Candidate: Linus Torvalds hat den neuen Linux-Kernel 6.0 freigegeben
Bild: pexels.com | CC0 1.0

Initiator und Chef-Entwickler Linus Torvalds hat den ersten Release Candidate für den kommenden Systemkernel Linux 6.0 freigegeben. In den nächsten Betriebssystemkern fließen insbesondere zahlreiche Optimierungen und Treiberpakete für AMD-GPUs mit ein. Der Release Candidate 1 (RC-1) bietet insgesamt mehr als 13.000 Änderungen.

Optimierungen zielen auf AMD-GPUs ab

Auf den Linux-Kernel 5.19, der unter anderem Fixes gegen die CPU-Sicherheitslücken RETBleed, welche in noch stark verbreiteten Prozessoren von AMD und Intel die im Jahr 2017 entdeckten Schwachstellen Spectre und Spectre-V2 ausnutzen können, erhalten und aufgrund eines Fehltritts von Intel bei der GPU-Firmware insgesamt acht Release Candidates nötig hatte, folgt jetzt die offizielle Freigabe von Linux 6.0-RC1. Der finale Betriebssystemkernel wird dann voraussichtlich zwischen dem 2. und 9. Oktober freigegeben und enthält zahlreiche Hardware-Definitionen für AMD-GPUs.

Wie Linus Torvalds jetzt offiziell mitgeteilt hat, weißt der erste Release Candidate von Linux 6.0 folgende Eckdaten auf:

Linux 6.0-RC1
  • 800+ merge commits
  • 13.000+ files changed
  • 1.280.000+ insertions
  • 341.000+ deletions

Insgesamt waren mehr als 1.700 Entwickler an den Verbesserungen beteiligt, die bislang in Linux 6.0-RC1 mit eingeflossen sind, wie Torvalds weiter ausführt.

And, once again, this is one of those releases where you should not look at the diffstat too closely, because more than half of it is yet another AMD GPU register dump. And the Habanalabs Gaudi2 people want to play in that space too, but they don't reach quite the same lofty results that the AMD GPU people have become so famous for. I'm sure it's just a matter of time.

Linus Torvalds

Etwa 60 Prozent der Änderungen seien neue und aktualisierte Treiber für eine bessere Hardwareunterstützung, aber es gibt auch Architekturverbesserungen am Dateisystem und diversen Werkzeugen sowie kleinere Optimierungen, die für einen Leistungsschub sorgen sollen. Einige chinesische Entwickler nennen den Kernel hingegen Linux 5.20, was aber nicht der offiziellen Bezeichnung entspricht.

Oh, and after I had already decided to call this kernel 6.0, a few Chinese developers piped up and pointed out that 5.20 is a more wholesome version of the Western 4.20 internet-famous number.

So if you want to call this Linux 5.20, go right ahead. But whatever you call it, please help test this, so that we can get it all in shape for the final release (hopefully early October).

Der erste Release Candidate von Linux 6.0, der nicht für Produktivsysteme geeignet ist, kann direkt über kernel.org heruntergeladen und ausprobiert werden. Die stabilen Versionen stehen auch auf ComputerBase zum Download bereit.

Update

AMDs neue P-State-Treiber schaffen es nicht in Linux 6.0

Wie die auf Open Source und Linux spezialisierte Website Phoronix berichtet hat, hat AMD seinen überarbeiteten P-State-Treiber, den sogenannten „AMD P-State CPU frequency scaling Linux driver“ veröffentlicht.

Der Treiber soll eine bessere Energieeffizienz als der generische ACPI CPUFreq-Treiber bieten und ist für Zen 2, Zen 3, Zen 3+ und Zen 4 vorgesehen. Verbessert worden sein soll unter anderem der Precision Boost und die Leistung unter geringen Lasten.

Zeitlich kamen die sogenannten V5-Patches aber etwas zu spät und haben das Zeitfenster für Linux 6.0 und den aktuellen Release Candidate verpast. Die gepatchten P-State-Treiber werden damit voraussichtlich in Linux 6.1 mit einfließen.

Update

Linux 6.0 unterstützt neue Hardware

Der kommende Betriebssystemkernel Linux 6.0 unterstützt wie gewohnt auch wieder die neueste Hardware. Auf Wunsch der Community hat die Redation deshalb eine entsprechende Übersicht der wichtigsten Neuerungen in diesem Bereich zusammengestellt.

Erweiterter Hardware-Support von Linux 6.0
  • Initialer Support für AMD Raphael
  • Initialer Support für Intel Raptor Lake
  • Support für Qualcomm Snapdragon 8cx Gen3
  • Erweiterte Support für Intel DG2 („Alchemist“)
  • Verbessertes NUMA-Balancing für AMD Zen
  • Neue Erweiterungen für RISC-V-CPUs
  • PCI-Support für OpenRISC-CPUs

Zudem haben die Hersteller und Entwickler damit begonnen, am Support für Intel Meteor Lake und Ponte Vecchio sowie die RDNA-3-Architektur der Radeon-RX-7000-Serie zu arbeiten. Gestrichen wurde hingegen die Unterstützung für die NEC VR4100 MIPS-Prozessoren.

Viele der neuesten Patches für einen erweiterten Hardware-Support werden bereits mit dem Release von Linux 6.1 erwartet.

Downloads

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    4,9 Sterne

    Der Linux Kernel ist die Grundlage aller Linux-Distributionen wie z. B. Ubuntu oder Fedora.

    • Version 6.6.33, Linux
    • Version 6.9.4, Linux