Leserartikel 48 TB – 4x Seagate IronWolf Pro, 12 TB, im Test

Firebl

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48 TB – 4x Seagate IronWolf Pro, 12 TB, im Test

Hallo und Willkommen zu meinem Review über die Seagate IronWolf Pro 12TB NAS-Festplatte.








In meinem Review möchte ich euch das Spitzenmodell der neuen Seagate IronWolf Pro-Serie mit 12 TB vorstellen.
Von der 12 TB-Version hat mir Seagate gleich vier Festplatten zur Verfügung gestellt, die sich einzeln und im RAID beweisen müssen.












Seagate hat im Jahr 2017 sein Festplattenangebot mit der Guardian-Serie neu geordnet. Mit BarraCuda, IronWolf und SkyHawk gibt es nun drei Produktlinien für die verschiedenen Einsatzbereiche.

BarraCuda 2,5“, BarraCuda 3,5“ sowie BarraCuda Pro dienen als Laptop- oder Desktopspeicher. SkyHawk und SkyHawk AI-Festplatten richten sich an schreibintensive Überwachungssysteme.
Die IronWolf- und IronWolf Pro-Laufwerke sind für NAS-System entwickelt worden. Pro-Laufwerke verfügen außerdem über das Seagate „Rescue“ Feature, auf das ich später noch genauer eingehe.
Die normalen IronWolf-Laufwerke sind für NAS-Systeme mit 1 bis 8 Laufwerksschächten vorgesehen, die der Pro-Serie für 1 bis 16 Laufwerkschächte. Alle Festplatten ab 4 TB Kapazität und mehr besitzen das „Health Management“, das in Verbindung mit einem kompatiblen NAS weitere Indikatoren für den Zustand und die Lebenszeit der Festplatte zur Verfügung stellt.





IronWolf HDDs sind in den Größen 1 TB, 2 TB, 3 TB, 4 TB, 6 TB, 8 TB, 10 TB und 12 TB erhältlich, die Pro-Serie in 2 TB, 4 TB, 6 TB, 8 TB, 10 TB und 12 TB.
Die IronWolf Pro-Serie sowie die IronWolf-Serie ab der 4 TB Version, verfügen über „RV-Sensoren“ zum Ausgleich der durch mehrere Festplatten erzeugten Schwingungen.







Test-System

DELL PowerEdge T330 8-Bay Fileserver

Als Test-System kommt ein PowerEdge T330 Single-Sockel-Server von DELL zum Einsatz. Dieser bietet mit seinen acht Hot-Swap-Laufwerksschächten auf der Vorderseite
eine solide Grundlage für ein NAS, das „etwas mehr“ kann.
Die Bay (Das NAS) ist mit einem DELL PERC H330 über zwei SAS 12G-Kanäle wahlweise als HBA oder im RAID verbunden. Hier ist auch bei Vollbestückung mit Festplatten
ausgiebig Bandbreite vorhanden. Als Systemplatte dient eine Samsung-850-EVO-SSD und eine 1-TB-DELL-HDD für VMs.



Als Betriebssystem kommt ein Windows Storage Server 2012R2 zum Einsatz. Dieser bietet dem Windows-affinen Nutzer ausreichend Möglichkeiten, ein interessantes System zu konfigurieren.

HerstellerDELL
ModellPoweredge T330
ProzessorIntel Xeon E3-1270 v6 Kaby Lake-S WS 4x 3,8GHz (4,2GHz)
Arbeitsspeicher32GB DDR4-2400 ECC
ChipsatzIntel C236
ControllerDELL PERC H330 SAS 12G HBA/RAID
Netzwerkkarte2xBroadcom 5720, 1x Intel PT1000
System FestplatteSamsung 850EVO 250GB
BetriebssystemWindows Storage Server 2012R2

Das weitere Testumfeld besteht aus einem Linksys SRW2024 und einem Linksys SRW2048.
Der PowerEdge T330 ist per LAG/LACP mit zwei NICs mit dem SRW 2024 verbunden. Somit können theoretisch zwei Nutzer mit voller Bandbreite auf den NAS-Server zugreifen.
Später wird auf 10 GBIT umgerüstet, da die Kombination aus SSD-PCs und diesem Fileserver mit einer schnellen Verbindung doch sehr verführerisch erscheint.




Controller Konfiguration


Glücklicherweise erkennt der PERC H330 die Festplatten problemlos. Ansonsten wäre ein Flash auf die LSI-Firmware notwendig gewesen.





Der Controller arbeitet im RAID-Modus mit 6-Gbit-Geschwindigkeit und ist nicht auf die LSI-Firmware umgeflasht. Als Stripesize sind 64 KByte gewählt.
Das Spindown-Intervall liegt als DELL Preset bei 30 Minuten. Laut Empfehlung von Seagate sind auch 30 Sekunden denkbar,
da neue Festplatten auch weniger Probleme mit Start-Stop-Zyklen haben.


Alle vier Festplatten wurden zu einem RAID 10 zusammengefasst.







Durchführung – Teil 1



Lieferumfang und technische Daten


Die Festplatten kamen gut verpackt in antistatischen Folien an.
Hier folgen die technischen Daten im Überblick, verglichen mit der IronWolf-Serie und WD Red Pro:


HerstellerSeagateSeagateWestern Digital
SerieGuardianGuardianRED-Series
TypIronWolfIronWolf ProRED PRO
Kapazität12 TB12 TB10 TB
Anzahl Schächte1 bis 8 Laufwerksschächte1 bis 16 Laufwerksschächte1 bis 16 Laufwerksschächte
NAS-OptimierungAgileArrayAgileArrayNASware3.0
Rotationsschwingsensoren (RV-Sensoren)Ab 4TBStandardJa
Rescue-DiensteNeinJaNein
Maximaler jährlicher Workload180 TB300 TB300 TB
Cache256 MB256 MB256 MB
U/min7200 U/min7200 U/min7200 U/min
Übertragungsgeschwindigkeit210 MB/s250 MB/s240 MB/s
ÜbertragungsstandardSATA III 6GSATA III 6GSATA III 6G
Energieverbrauch Last/Leerlauf/Standby7,8 W / 5,0 W / 0,8 W7,8 W / 5,0 W / 0,8 W5,7 W / 2,8 W / 0,5 W
Geräusch (dbA) Leerlauf /Lastk.Angabek.Angabe31db / 34db
MTBF1.000.000 h1.200.000 h1.000.000 h
Garantie3 Jahre5 Jahre5 Jahre
ModellST12000VN0007ST12000NE0007WD101KFBX


Im Vergleich zu den normalen IronWolf -HDDs, haben die Pro-Versionen eine erhöhte MTBF, zwei Jahre mehr Garantie und einen erheblich höheren jährlichen Workload von 300 TB statt 180 TB.
Auch den Vergleich zum Western Digital Top-Modell, der RED Pro 10 TB, müssen sie nicht scheuen. In fast allen Punkten, abgesehen vom Stromverbrauch,
ist die IronWolf Pro der RED Pro – auf dem Papier – überlegen oder gleichwertig.




Detaillierte Bilder



Das Etikett der Pro-Serie mit entsprechender Aufschrift und dem Rescue-Service-Hinweis



Gut erkennbar, wie bei allen Heliumlaufwerken, ist der Wegfall jeglicher Leerräume. Die acht Platter nutzen die volle Bauhöhe des Laufwerks.
Zwei der beiden unteren Befestigungspunkte sind aus Platzgründen weiter vorgerückt.



Die üblichen mittleren Montagelöcher wurden eingespart.



Zumindest bei Festplattentrays von DELL der neueren Generation sind genügend Montagelöcher für einen sicheren Einbau der Festplatte gegeben.











Detaillierte Features



Health Management


Das neue Seagate Health Management ersetzt die von Hersteller zu Hersteller unterschiedlichen SMART Werte.
Im Gegensatz zu den üblichen 20 Werten erfasst das Health Management hunderte von Parametern. Die IronWolf –Festplatte wird im Zusammenspiel
mit den NAS überwacht und nicht nur reine Controllerdaten wie beim nicht standardisierten SMART angezeigt.





Aktuell sind die Seagate Health Management Services für ausgewählte NAS der Hersteller ASUSTOR und Synology verfügbar. Weitere Hersteller sollen laut Seagate folgen.
Da ich in diesem Review Hardware von DELL sowie Software von Microsoft benutze, kann ich leider keinen tieferen Einblick in das Health Management bieten.
Auf Nachfrage bei Seagate, ob in Zukunft auch eine Unterstützung von Windows-Server-basierenden NAS durch das Heath Management erfolgt, erhielt ich die Antwort,
dass man sich aktuell vorerst auf den „konventionellen“ NAS-Markt konzentrieren wolle, um weitere Hersteller mit ins Boot zu holen.



RV Sensoren


Um auch mit höherer Laufwerkszahl volle Schreib- und Leseleistung aufrecht zu erhalten, verfügen die IronWolf-Modelle über sogenannte „Rotational Vibration“Sensoren.
Ursprünglich kommen die Sensoren aus dem Enterprise-Segment, in dem meist dutzende Festplatten in Racks untergebracht sind.
Durch deren unvermeidliche Vibrationen in Drehrichtung und durch feine Unwuchten an den Spindelmotoren kommt es zu Störungen, die erkannt werden müssen.
Besonders Festplatten, die in Gummipuffern schwingend gelagert werden, sind von unregelmäßigen Vibrationen geplagt.





Die RV-Sensoren liefern dem Controller
der Schreib=/Leseköpfe die nötigen Informationen,
um gleichmäßig über der zu beschreibenden Spur zu bleiben.




AgileArray


Zusätzlich zu den zwei RV-Sensoren sind die IronWolf-Festplatten auf zwei Ebenen gewuchtet und sorgen so für möglichst wenig Störungen, selbst bei mehreren Laufwerksschächten.




Pro-Features



RESCUE





Bei den IronWolf Pro-Festplatten ist bereits eine 2-jährige Subscription für den Seagate RESCUE Service enthalten. Diese bietet „zusätzliche Sicherheit bei mechanischen Fehlern,
versehentlichen Beschädigungen oder Naturkatastrophen“ (Seagate IronWolf Pro-Datenblatt). Hierzu kann die Festplatte an ein Rescue-Labor geschickt werden
und die Daten werden mit 90% Erfolgsquote wiederhergestellt.




Durchführung – Teil 2



Benchmarks


Es folgt der direkte Vergleich zwischen einer Festplatte und den vier Festplatten im RAID 10.
Bereits eine Festplatte ist für ein Datengrab bzw. Fileserver im Heim- und kleinen Unternehmensbereich schnell genug.



Single







Hardware RAID10





Solche sequentiellen Lese- und Schreibleistungen sind überragend für mechanische Festplatten. Auch die Random-Transferraten sind für Festplatten mit 7200 U/min sehr gut.




ATTO Disk Bench 3.05








Die Ergebnisse sprechen für sich. Es gibt keinen Zweifel, dass die IronWolf Pro 12 TB innerhalb ihres Nutzungsbereichs als RAID 10 keinen Workload fürchten muss.
Gerade im Heimbereich wäre sogar die Überlegung zulässig, nur ein klassisches RAID 1 zu verwenden, da auch dort schon mindestens 2-Gbit-Ethernet benötigt wird,
um die Festplatten auszulasten.




Microsoft Storage Spaces


Ein Test mit dem PERC H330 als HBA und der Microsoft Software Raid-Lösung „Storage Spaces“ und der klassischen dynamischen Datenträger des Windows Storage Servers scheiterte insofern,
da sich damit kein RAID 10 zum Vergleich aufbauen lässt. Möglich sind Storage Pools mit jeweils zwei Festplatten als „Mirror“ (ähnlich RAID 1) sowie „Simple“ (ähnlich RAID 0),
aber nicht gemischt. Bei einem Test entsprach die Geschwindigkeit erwartungsgemäß bei Mirror einer Festplatte und bei Simple der eines RAID 0 (Vergleichbar mit den Angaben zu RAID10).





Als „Parity“ bietet Microsoft auch die Möglichkeit der Nutzung als RAID 5/6 mit bis zu zwei Paritätsinformationen. Nach über 48 h Dauerlast auf den Festplatten ohne Fertigstellung des „Parity“ Storage Pools,
habe ich diesen Test abgebrochen. Hier ist die Microsoft-Lösung wohl noch nicht genug ausgearbeitet, um mit so großen Festplatten fertig zu werden.






Fazit




Die Seagate IronWolf Pro 12 TB hat auf ganzer Linie überzeugt. Nach vier Wochen Nutzung, nicht nur bei Benchmarks, sondern auch im Alltag als neuer NAS-Server,
haben die Festplatten kaum eine Schwäche gezeigt. Seagate gibt die sequenzielle Schreib-/Lesegeschwindigkeit mit 245 MB/s an. Im Test habe ich mit einer Platte sogar 255 MB/s erreicht.
Die Werte im RAID 10 sind mit fast 500 MB/s so schnell, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mein Netzwerk auf 10 Gbit aufzurüsten.
Zudem bleiben die Festplatten überraschend leise und kühl. Beim Zugriff ist zwar ein markantes Geräusch wahrnehmbar, aber da es sich hier um NAS-Festplatten handelt, welche sich typischerweise im Keller oder Abstellraum befinden, sehe ich das nicht als Problem. Selbst wenn das NAS doch im Büro steht, ist das Geräusch ab ca. 2 m Entfernung kaum wahrnehmbar.






Dank der gebotenen Features, wie dem Seagate Health Management, den Rescue Services und der überragenden Schreib- und Leseperformance,
bekommt die Seagate IronWolf Pro 12 TB HDD von mir eine uneingeschränkte Empfehlung. Auch wenn man mit aktuell ca. 480 € pro Laufwerk tief in die Tasche greifen muss, stimmt das Gesamtpaket.



Vielen Dank an Seagate für die Unterstützung und die Festplatten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Netter Review aber ggf. solltest du die HGST Ultrastar HE10 bzw HE12 mit in den Vergleich aufnehmen...

Ebenfalls 5 Jahre Garantie, 2,5 Mio Stunden MTBF, Workload bis 550 TB (lesen ist auch ein Workload) und man hat die Wahl zwischen 4K und 512B Sektorgröße, da es beide Varianten gibt und last but not least: Gleicher Preisbereich.

Wenn man also auf die Rescue Option verzichten kann (da man im besten Fall sowieso ein Backup hat, ist dies eine brauchbare Alternative.
 
Zitat von Firebl:
Vielen Dank an Seagate für die Unterstützung und die Festplatten

Gerne - wenn dabei ein solch überragender und detaillierter Test herauskommt... :daumen:
Genau das ist es, was wir uns von und in den Foren erhoffen: den Usern umfangreiche Informationen über unsere (neuen) Produkte -möglichst ohne "Hersteller-Bias" zukommen zu lassen!

Wir sind sehr erfreut über die Entwicklung in diesem Bereich, so dass wir daran arbeiten, entsprechende Aktionen und Wettbewerbe zukünftig auszubauen...
 
Zitat von snaxilian:
Netter Review aber ggf. solltest du die HGST Ultrastar HE10 bzw HE12 mit in den Vergleich aufnehmen...

Hallo snaxilian,

die UltraStar HE wird von HGST als Enterprise HDD beworben. Diese würde ich dann eher in ein Review bringen mit Seagate EXOS X12 und WD GOLD 12TB.
Die NAS Serie von HGST "DeskStarNAS" listet laut Website nur bis zu 6TB. Da gibts zwar auch ein Bild einer 10er, aber noch keine Daten. Wenn es da mehr Infos gibt kann ich die gerne hinzufügen.


@seagate_surfer Vielen Dank! :)
 
Wie unangenehm, wenn man schon Enterprise HDDs bekommt, die günstiger sind als NAS HDDs der Konkurrenz, also da sehe ich jetzt nicht das Problem... Anders herum würde ich es jetzt ja noch verstehen, wenn man eine weder-Enterprise-noch-NAS-HDD hier nennen würde.

Bei den WDs vergleichst du ja auch die Red PRO und nicht die "normale" Red. Immerhin gilt die Red PRO als die Enterprise Version der NAS-Festplatte und wenn man es jetzt nur ein bisschen ganz genau nimmt und einen Blick auf die Seagate Webseite wirft, dann wird auch dort die IronWolf für Privatpersonen und KMUs empfohlen und die IronWolf Pro für Unternehmen. Da Enterprise die Übersetzung ist Unternehmen ist, wäre somit die Zuordnung HGST DeskstarNAS - Seagate IronWolf - WD Red und GST UltraStar - Seagate IronWolf Pro - WD Red PRO.

Am Ende interessiert den (privaten) Kunden doch primär: Kapazität, Preis, Lautstärke und Zuverlässigkeit und ggf. persönliche Vorliebe für oder gegen eine Marke
 
Naja wenn du dir mal die Datenblätter genauer anschaust, fällt dir folgendes auf.

Die DeskStar-NAS wird in allen größen mit 7200upm und 1m MTBF verkauft. Diese Merkmale passen absolut zu Seagate IronWolf Pro und WD Red Pro.
Die IronWolf nonPro Reihe sowie RED nonPro haben 5900 bei der IronWolf und 600.000h MTBF bzw 5400 bei der Red .

Meiner Denke nach kann man vereinfacht zusammenfassen:

Gruppe 1 Standard NAS
Typische Merkmale: 5k rpm, 1-8 Schächte, ~180TB Workload pa
z.B IronWolf, RED


Gruppe 2 Highend NAS
7k rpm (damit auch bessere Transferraten) 1-16 Schächte, ~300TB Workload pa
z.B. IronWolfPro,RED Pro

Gruppe 3 Enterprise/Hyperscale
7-10k rpm, >16Schächte, >300TB Workload, 4k Sektoren, 2.5m MTBF
zB EXOs, GOLD, UltraStar, SkyHawk AI


Ich lasse mich aber auch gerne korrigieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die (surreale) MTBF ist als Unterscheidungsmerkmal wenig geeignet, es bleibt als eigentlicher Knackpunkt zwischen deinen Gruppe 2 und Gruppe 3 bei letzterer neben dem Dauerbetrieb zusätzlich die Eignung zur Dauerlast.
 
Sorry Firebl aber deine Unterteilung ist.. naja manche würden es Bullshit nennen, ich sage mal: an den Haaren herbei gezogen.

Du kannst doch nicht anhand unterschiedlicher Faktoren die eingruppieren. Entweder du nennst vorher alle Kriterien und sortierst dann oder lässt es bleiben. Beispiel 4K Sektoren. Die Ultrastar bekommst du genauso auch mit 512er Sektoren, ist dies dann eher eine Highend NAS HDD? Denn offenbar ist 4K ja ein Kriterium für Enterprise.

Gleiches gilt für 7-10k rpm. Zeige mir bitte die EXOS, Gold, UltraStrar oder SkyHawk mit mehr als 7200 rpm. Diese gibt es nämlich nicht. Ebenso ist bei den Ultrastar keine Workload angegeben. Nehmen wir also eine Ultrastar mit 512er Sektoren müsste diese magischerweise in deine Highend NAS Gruppe fallen.

Wie du siehst: Die Grenzen sind schwammig und nicht klar. Je nachdem wie ich diese setze ist eben mal der eine Hersteller und mal der andere im "Vorteil".
Auch sehe ich es nach wie vor nicht als Nachteil wenn ich Disks aus einem höherwertigen Segment in ein kleines "Standard NAS" packe. Dadurch entsteht einem ja kein Nachteil. Andersherum ist natürlich klar, dass ich keine Consumer-HDDs außerhalb ihrer Spezifikationen nutzen sollte.
Btw halte ich es für riskant bei solch großen Datengräbern heute noch HDDs mit 512E Sektoren zu kaufen. Seagate selbst schreibt ja, dass 4k die Zukunft sei Quelle). Beispiel: Man kauft heute für ein NAS x Platten, alle mit 512e und in 3-4 Jahren geht eine Platte kaputt. Dann sind aber ggf. nur noch wenige oder überteuerte HDDs mit 512e zu bekommen weil sich 4k wesentlich mehr verbreitet und durchgesetzt hat. Ein Restore kann dann u.U. fehlschlagen oder danach die Performance dauerhaft leiden (Quelle).
 
Da habe ich mich vielleicht zu undeutlich ausgedrückt. Die "Features" wie 10k rpm oder 4 Sektoren tretten im Enterprise Segment erstmals auf, sind aber keine Vorraussetzung.

Des weiteren sehe ich auch kein Problem eine höherwertige Festplatte in ein Standard NAS zu packen, das sollte so auch nicht rüber kommen.

Das die Grenze sehr schwammig ist auch klar. Daher habe ich ja geschrieben, dass es eine persönliche Einschätzung des Markts ist. Deine Aussage zur Zukunft der 512 Sektoren erscheint mir logisch, jedoch ist das Angebot ja noch überschaubar. Du kannst natürlich auch warten. Wenn aber man in der IT immer auf das nächste Feature wartet, wartest du ewig, weil immer was gutes neues raus kommt.

Würdest du sagen eine Unterteilung ist generell Bullshit?


P.s: Die 10k und 15k rpm Modelle der EXOS heißen "EXOS E".
 
Hab auch gerade gesehen das du gar keine Storage Spaces getestet hast sondern nur dynamische Datenträger. Das ist ein Unterschied denn diese Funktion gibt es schon seit 15 Jahren (kam ursprünglich mal von Veritas) während die Storage Spaces erst mit Server 2012 rein kamen. Vielleicht kannst du das noch korrigieren.
 
Eine Unterteilung ist halt immer schwierig, da es eben keine klaren Kriterien gibt. Ich würde eher Speichersysteme unterteilen in Online, Nearline und Offline-/Archive-/Cold-Storage.
Aber ein Storage-System sind eben nicht nur HDDs sondern das Komplettpaket aus SATA/SAS, Raid-Level (o.ä.), usw. und ein Aspekt ist dabei dann natürlich auch immer der (Gesamt-)Preis.
Bei solch "profanen" Dingen wie einem NAS für zuhause schaue ich zumindest eher auf zwei Dinge neben der Kapazität: Garantie sowie Euro/GB.

Was die 512e/4k angeht: Natürlich wartet man nie immer auf den nächsten Trend oder Entwicklung aber 4K gibt es ja jetzt schon etwas länger und niemand kann voraussagen, wie es in 4-5 Jahren aus schaut aber ich würde da eher auf die Technik setzen, die "moderner" ist nd trotzdem ja schon etwas länger im Markt ist. Für die meisten Heimanwender sollte dies egal sein aber wer schon einen Dell Server als NAS einsetzt.. naja da unterstelle ich Poweruser oder beruflich in der IT unterwegs ;)

Zu den Seagate Exos E: Nur die 2,5" Varianten gibt es mit 10k/15k und dann eben auch "nur" bis 2,4 TB (10k) bzw. 900 GB (15k) und dann eher als Online Storage gedacht und nicht als NAS/Nearline/Archive).
 
Sehr solides Review. Preis etwas happig für Privatanwender, da kann ich gleich 2x8TB zum gleichen Preis kaufen meiner Meinung nach.

Zitat von Firebl:
Zudem bleiben die Festplatten überraschend leise und kühl.
Das liegt an der Heliumfüllung. Ich hatte mal 8TB ohne Helium hier und 8TB mit Helium und die Platten ohne Helium liefen extrem heiß während die mit Helium verdammt kühl blieben.


Zitat von Firebl:
Die Werte im RAID 10 sind mit fast 500 MB/s so schnell, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mein Netzwerk auf 10 Gbit aufzurüsten.


Sofern du nicht dein NAS im großen Enterprise Segment benutzt kann ich dir 10 Gbit/s Karten mit den AQC107 Chip empfehlen. Kosten um die 100€ pro Stück und ich hab damit mein NAS mit mein PC direkt verbunden. Bei mir Bottleneckt dann sogar die 2TB SATA SSD in mein PC und nicht das HDD Raid. :D
 
Zuletzt bearbeitet: (Typo)
Zitat von snaxilian:
Für die meisten Heimanwender sollte dies egal sein aber wer schon einen Dell Server als NAS einsetzt.. naja da unterstelle ich Poweruser oder beruflich in der IT unterwegs ;)

Den Dell als NAS (und für zwei VMs) zu nutzen hat halt den Vorteil, dass die Kiste irre schnell ist. Die meißten NAS haben nur irgendwelche Atom DC o.Ä. Dafür nehme ich gerne den Gesamtstromverbrauch von 42W in Kauf.

Zitat von Skaro:
Sofern du nicht dein NAS im großen Enterprise Segment benutzt kann ich dir 10 Gbit/s Karten mit den AQC107 Chip empfehlen.

Vielen Dank für die Info, dier werde ich mir mal anschauen. Gerade die Möglichkeit über Kupfer zu gehen ist attraktiv für mich. Es würde sogar reichen wenn nur 5Gbit möglich sind.
 
42W inklusive 4 HDDs und zwei aktiven VMs? Das ist wirklich nicht schlecht und kann sich sehen lassen, hätte mit etwas mehr gerechnet.
 
Ja, mit der 850Evo aber ohne die Zusatz PCIe-NIC. Also nur die beiden Onboard Nics in Betrieb. Die HDDs sind permanent an, da der PERC im Raid keinen Spin Down mag. Gemessen mit einem Leistungsmesser. Ich denke die USV (APC B-UPS700=wird noch ein paar Watt kosten. Des weiteren sollen noch zwei 16 GB Riegel rein und das zweite Netzteil will ich noch besorgen. Die beiden VMs sind WS2012R2, wobei der eine als DC auch nur gammelt.

Bin auch ganz überrascht. Peak beim Hochfahren 140W danach geht er Stück für Stück runter bs 42W. Beim Zugriff/kopieren 60/80W
 
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