Die Zen4c-Kerne

moonwalker99

Lt. Commander
Registriert
Jan. 2008
Beiträge
1.975
Die neuen Ryzen 8000G APU werden auch mit mit den kleineren Zen4c-Kernen ausgestattet. Ich habe gelesen, dass die für Normalanwender Sinn macht, da die leistungsstärkeren Zen4-Kerne dann nur bei Bedarf genutzt werden. Das klingt nach einer interessanten Strategie. Kann man davon ausgehen, dass der Stromverbrauch dadurch geringer wird? Gibt es schon Erfahrungswerte aus dem Laptop-Bereich?
 
Du bringst da ein bisschen was durcheinander.

Die Zen 4c-Kerne werden keine klassischen E-Cores wie man sie aus den Big-little-Konzepten von Intel oder ARM kennt. Unter diesen Stichwörtern würdest du aber am ehesten Werte zum Stromverbrauch solcher Konstrukte finden.

Die Zen 4c-Kerne sind eher einfach geschrumpfte Zen 4-Kerne mit etwas höherer Effizienz und etwas weniger Takt. Der wirkliche Vorteil ist, dass mehr von diesen Kernen aufs Package passen.

Ryzen 8000G sind außerdem Desktop-APUs. Und von denen werden vsl. nur der kleine Ryzen 5 und der Ryzen 3 Zen 4c-Kerne erhalten.

Im Laptop-Segment wird es aber vsl. ähnlich aussehen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: AB´solut SiD, moonwalker99 und TechFA
moonwalker99 schrieb:
Ich habe gelesen, dass die für Normalanwender Sinn macht, da die leistungsstärkeren Zen4-Kerne dann nur bei Bedarf genutzt werden
Ob da ein Scheduling stattfinden wird bleibt noch offen

Fakt ist, Zen4c ist ein normaler Zen4-Kern, der enger strukturiert und ohne Microbumps daherkommt. Das macht ihn deutlich kleiner als einen herkömmlichen Zen4 Kern.
Bis auf die Größe unterscheidet ihn vom einem Zen4-Kern quasi nichts. Er hat dieselbe IPC, denselben Aufbau, denselben Cache, dieselben Latenzen usw.
Im niedrigen Taktbereich ist er etwas effizienter, irgendwo bei 3GHz kippt das dann zugunsten des Zen4.
Auch erreicht der Zen4c anscheinend nicht ganz so hohe Taktraten wie ein normaler Zen4.
Screenshot 2023-12-17 at 22-51-52 „Phoenix2“ mit Zen 4c für Notebooks AMD Ryzen 7000 setzt nun...png

Screenshot 2023-12-17 at 22-51-03 „Phoenix2“ mit Zen 4c für Notebooks AMD Ryzen 7000 setzt nun...png

Ein Scheduling das entsprechende Lasten auf die richtigen Kerne schiebt ist also durchaus sinnvoll. Aber dadurch wird nicht viel Energie gespart, der Hauptsinn von Zen4c in den APUs ist:
- Platz sparen.
Durch die Zen4c ist die 6-Kern APU deutlich kleiner geworden, was bei einem teuren 4nm Prozess günstigere Prozessoren erlaubt, ohne dabei spürbar viel Performance aufzugeben. Das ist der eigentliche Sinn hinter Zen4c in den APUs.
AMD-Phoenix-2-Die-Shot-annotated.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: konkretor, budspencer, wrglsgrft und 7 andere
ghecko schrieb:
Bis auf die Größe unterscheidet ihn vom einem Zen4-Kern quasi nichts. Er hat dieselbe IPC, denselben Aufbau, denselben Cache, dieselben Latenzen usw.
So ganz identisch sind die was den L3 angeht nicht. Beide haben zwar pro CCD gleich viel L3-Cache, aber bei Zen4c müssen sich 8 Kerne pro CCD den Cache teilen statt nur 4 Kerne bei Zen4. Kann also bei cache-lastigen Szenarien schon einen Leistungsunterschied machen.

ghecko schrieb:
Auch erreicht der Zen4c anscheinend nicht ganz so hohe Taktraten wie ein normaler Zen4.
Der Hintergrund ist, dass ein höherer Takt auch mehr Transistoren benötigt. Im Umkehrschluss kann man entsprechend Transistoren einsparen, wenn man das Design auf etwas weniger Maximaltakt auslegt. Das hilft zusätzlich zu den anderen Designänderungen, Fläche zu sparen.
 
mibbio schrieb:
Beide haben zwar pro CCD gleich viel L3-Cache, aber bei Zen4c müssen sich 8 Kerne pro CCD den Cache teilen statt nur 4 Kerne bei Zen4.
Wir reden hier aber von der APU, da gibt es durch Zen4c keine Kernverdoppelung.
Jeder Kern (egal ob c oder nicht) hat 1MB eigenen Cache und Zugriff auf den 16MB L3 Cluster. Effektiv haben die Zen4c sogar anteilig mehr Cache im 6-Kerner als die großen Zen4-Kerne in der 8-Kern APU, weil beide denselben 16MB L3 Cluster haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Könnte man z. B. den 8600G als Übergang auf einer neuen AM5-Plattform nehmen, bis genug Geld für eine stärkere Grafikkarte da ist (für 1080p)? Oder ist der 8600G für eine spätere Graka-Nachrüstung aufgrund des "kastrierten" L3-Cache eher deswegen nicht so empfehlenswert? Ich habe aktuell noch eine GTX 1060 6GB in meinem Haupt-PC. Wäre vielleicht ein 7500F/7600 mit dieser GTX 1060 dann doch als Übergang sinnvoller? Ich möchte möglichst kein Geld mehr in den veralteten AM4-Sockel stecken, wo ich zudem erstmal zig BIOS-Updates machen müsste, bis ich einen 5700X darauf betreiben könnte. Auf meinem Asrock B450M Pro4 ist halt noch die uralte BIOS-Version 3.60 drauf und das Board ist jetzt auch schon 5 Jahre alt. Danke!
 
Discovery_1 schrieb:
Wäre vielleicht ein 7500F/7600 mit dieser GTX 1060 dann doch als Übergang sinnvoller?
Ja. Dürfte sogar schneller sein als eine APU.

Discovery_1 schrieb:
Ich möchte möglichst kein Geld mehr in den veralteten AM4-Sockel stecken, wo ich zudem erstmal zig BIOS-Updates machen müsste, bis ich einen 5700X darauf betreiben könnte. Auf meinem Asrock B450M Pro4 ist halt noch die uralte BIOS-Version 3.60 drauf und das Board ist jetzt auch schon 5 Jahre alt.
Rein wirtschaftlich betrachtet würde es aber Sinn machen. Ein 5800X3D ist schneller als ein 7600 und kostet, da du nur die CPU tauschen musst, weniger. BIOS-Updates und CPU tauschen gehen auch schneller als einen komplett neuen PC aufzubauen und zu installieren.
 
ghecko schrieb:
nicht viel Energie gespart, der Hauptsinn von Zen4c in den APUs ist:
- Platz sparen.
Durch die Zen4c ist die 6-Kern APU deutlich kleiner geworden, was bei einem teuren 4nm Prozess günstigere Prozessoren erlaubt, ohne dabei spürbar viel Performance aufzugeben. Das ist der eigentliche Sinn hinter Zen4c in den APUs.

Laut Artikel werden die einzelnen APUs so aussehen:
8700G8 × Zen 4
8600G6 × Zen 4
8500G2 × Zen 4 + 4 × Zen 4c
8300G1 × Zen 4 + 3 × Zen 4c

Wenn der einzige Unterschied der geringere Platz und die günstigere Herstellung ist, dann dürften die Leistungsunterschiede zwischen dem 8500G und dem 8600G minimal sein, oder?
 
Der unterschiedlich hohe Maximaltakt von Zen4 und Zen4c könnte halt noch zu leichten Leistungsunterschieden führen - zumindest wenn mehr als die verfügbaren Zen4-Kerne ausgelastet werden.
 
moonwalker99 schrieb:
dann dürften die Leistungsunterschiede zwischen dem 8500G und dem 8600G minimal sein, oder?
Wenn sie sich vom Preis weit genug unterscheiden, dann ja. Aber es könnte auch sein, dass der 8500G weniger CUs hat, das kann ich gerade Datenblattmäßig nicht vergleichen.
 
Zurück
Oben