@FrankenDoM ,
ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei. Mir geht es nicht um ein Berufsverbot, sondern um den Anspruch an ein Aushängeschild des DFB.
Du legst da in meine Ausführungen etwas hinein, was ich nicht gefordert habe, nur weil ich Antonio Rüdiger nicht mehr in der NM sehen möchte.
Ich muss keine Absicht beweisen, um die Rücksichtslosigkeit zu kritisieren.


Wer in Kopfhöhe mit dem Knie in einen Zweikampf geht, nimmt eine schwere Verletzung des Gegners zumindest billigend in Kauf. Im Profibereich haben Spieler eine enorme Körperkontrolle – da ist so eine Aktion kein normales hartes Foul, sondern eine Grenzüberschreitung, die man nicht mit Mentalität rechtfertigen kann.
Sogar im deutschen Strafrecht braucht ein Richter keinen mathematischen Beweis, sondern muss im Rahmen der freien Beweiswürdigung nur von der Schuld überzeugt sein. Wer als Profi mit dieser Erfahrung so ein Knie auspackt, liefert genug Indizien, um zu einer klaren Überzeugung zu kommen. Wir sind hier nicht bei "Im Zweifel für den Angeklagten," sondern bei der Frage, ob jemand die nötige Reife für die Nationalelf besitzt.
Zum Thema Bestrafung vs. Nominierung möchte ich ausführen, dass Rüdiger natürlich gesperrt wurde, aber eine Strafe durch die Liga ist das rechtliche Minimum. Die Nationalmannschaft ist ein Privileg, kein automatisches Recht. Der DFB ist nicht nur eine Disziplinarkommission, sondern eine Instanz, die repräsentative Standards setzt. Dass der Verband hier Grenzen zieht, ist auch nichts Neues: Denken wir an Stefan Effenberg (Stinkefinger) oder Max Kruse (unprofessionelles Verhalten) – beide wurden trotz sportlicher Klasse aus disziplinarischen Gründen gestrichen. Da wurde auch nicht gesagt: Die Sperre ist abgesessen, also Schwamm drüber.
Der Vergleich mit dem Führerschein oder Steuersünden hinkt. Ein Nationalspieler begeht diese Aussetzer vor Millionenpublikum direkt an seinem Arbeitsplatz. Ob Fußballer Vorbilder sein wollen oder nicht – sie sind es für jeden Jugendlichen und jedes Kind auf dem Bolzplatz. Wenn wir solche Aktionen wie den Eispadwurf oder Kniestöße als halt passiert verbuchen, senden wir ein fatales Signal an die Basis.
Souveränität zeigt sich für mich darin, ein Bad Boy zu sein, ohne die Grenze zur körperlichen Gefährdung oder Respektlosigkeit zu überschreiten. Wer diese Grenzen regelmäßig austestet, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er der richtige Repräsentant für diese Elf ist.
Die deutsch Nationalmannschaft sollte eine Auswahl der Besten sein – sportlich UND menschlich.
Ich denke, wir haben unsere Standpunkte nun ausführlich dargelegt und werden hier keinen Konsens mehr finden. Für mich ist damit alles gesagt. Belassen wir es dabei, dass wir unterschiedliche Auffassungen davon haben, was ein Nationalspieler repräsentieren sollte.
