stratocaster schrieb:
...Desweiteren sitze ich direkt vor dem Monitor, ich möchte auch sehen, was am Rand passiert und nicht ständig hin und her gucken müssen...
Aber gerne nehme ich Vorschläge für einen besseren Monitor entgegen, da ich ja wie oben schrieb "dachte an" und nicht kaufe 100% diesen
Ich habe sehr ähnliche Interessen was Gaming anbelangt wie Du. Allerdings sind für mich, da ich auch modde (Oblivion, Skyrim, Fallout) und den Monitor daher auch in Bildbearbeitung (Photoshop) einsetze, Bildqualität wesentlich wichtiger als FPS. Ich suche ebenfalls verzweifelt nach einem neuen Monitor, finde aber leider keinen einzigen der meinen Ansprüchen genügen würde.
Ist heutzutage sehr schwierig das Thema Monitor. Im Gegensatz zu früher gibt es eigentlich absolut KEINEN der alle Wünsche erfüllt, selbst wenn man bereit wäre 5000€ auszugeben. Überall ist man gezwungen teilweise harte Kompromisse einzugehen. Erkläre das gerne im Detail:
Die wesentlichen Merkmale eines Monitors sind Produktionsqualität (sprich Hersteller letztendlich), Panel-Art (TN, IPS, PVA, OLED), Seitenverhältnis (16:9, 16:10, 21:9), native Auflösung und manche (FPS-Freaks) würden Bildwiederholfrequenz dazu zählen.
Leider sind OLED Monitore so gut wie nicht existent und ansonsten bislang schlichtweg unbezahlbar. TN ist nur für Leute die sich nur das Allerbilligste leisten können, oder für absolute FPS-Fanatiker, die keinerlei Wert auf Bildqualität legen. PVA ist das beste wenn es um Bildqualität geht, aber leider auch das schlechteste wenn es um reines Gaming geht. IPS ist ein Kompromiß dazwischen, der vor allem im Schwarzwert, Beleuchtungshomogenität und nativer Kontrast schlechter als PVA-Panels dasteht. Aber da es vor allem einfacher und billiger ist ein gutes IPS-Panel herzustellen, als ein gutes (S-)PVA Panel, setzt sich IPS immer mehr durch.
Es gibt reichlich gute Monitore renommierter Monitor-Hersteller (Eizo, NEC, Dell, HP - mit viel Wohlwollen könnte man Samsung dazuzählen), doch kaum einer von diesen stellt einen Monitor her mit gewünschten technischen Neuerungen in
vernünftiger Größe. Und schon gar nicht wenn sich so etwas wie G-Sync wünscht.
Wenn man also
so eine Geizhals-Suche startet findet man gerade mal 3 Monitore: Einzig und allein der
HP Omen X35 erscheint da auf dem ersten Blick als denkbar. Doch durch die zu geringe Auflösung von 1440p bei 21:9 lassen sich keine 4K-Inhalte darstellen. Zudem verfügt er lediglich über HDMI 1.4. Inhalte mit HDCP 2.2 könnten also im Bedarfsfall nicht wiedergegeben werden.
Das nächste Thema ist Seitenverhältnis. Hier macht deine Zielsetzung es einfach unmöglich keinen harten Kompromiß eingehen zu müssen. Denn der optimale Monitor für Office ist möglichst hoch (optimal hierfür wäre ein 27" in Pivot-Stellung, sprich hochkant), während fürs Video schauen und gewissen Anwendungen 21:9 optimal wäre. Beim Gaming wiederum kann man keine einheitliche Aussage treffen. Bei vielen Tripple-A Titeln die das unterstützen ist ein 21:9 Panel möglichst mit curved Eigenschaft eine wesentlich Steigerung des "Mitten-Drin-Gefühls". Aber dann müßtest Du quasi deine Spiele nach deinem Monitor aussuchen. Wenn Du Pech hast, hast Du dann vielleicht ein Game, das Dir gefällt, aber Du hast dicke schwarze Ränder rechts und links, oder noch schlimmer das Spiel strecht Dir 16:9 Inhalte auf 21:9 und verzerrt Dir das Bild dadurch extrem.
Ähnlich ist es mit der Auflösung. Man wird auf der einen Seite natürlich gleich 4K schreien, und sicher auch zu Recht. Doch 4K hat auch viele Hacken. Durch die hohe Auflösung brauchst Du extrem viel Grafik-Power. Selbst eine GTX 1080i wird nicht bei allen Titeln reichen. Aber da lässt sich durchaus ein Kompromiß finden, wenn man vernünftige Einstellungen wählt und nicht mit "alles auf Max" einfach nur protzen möchte.
Was aber den 2D-Bereich anbelangt ist 4K schon als sehr problematisch anzusehen. Denn dadurch wird in der nativen Auflösung alles sehr, sehr klein dargestellt. Selbst 32" wären mir da zu klein. Gut bei mir ist das zugegeben auch deshalb so weil ich, mit meinen bald 52 Jahren, an altersbedingter Weitsichtigkeit leide. Ja man kann mit der DPI-Skalierung etwas nachhelfen, doch dies ist teilweise extrem problematisch und funktioniert alles andere als reibungslos. Will man da etwas grösseres bleibt schnell nur der Dell
P4317Q übrig. Doch der hat als großes Manko auch nur HDMI 1.4. Was nützt einem die ganz tolle Bildqualität, und die super Eignung als Office-Monitor, wenn man keine 4K Inhalte (kein HDCP 2.2) anschauen kann? Und von G-Sync natürlich keine Spur, curved ist er ebenso wenig.
Die größte technische Neuerung allerdings nämlich HDR hat bei Monitoren noch nicht Einzug gehalten. Das ist ein Feature was aber auch allgemein von der Masse nicht wahrgenommen bzw gänzlich unterschätzt wird. Die richtige Technik und das richtige Quellmaterial vorausgesetzt, ist es aber der gewaltigste Fortschritt in Bildqualität der uns erwartet. MMn ist der sichtbare Effekt größer als beim Wechsel von Full-HD auf UHD. Denn mit HDR kann man z.B. Gold- und Chromeffekte realitätsnah auf einem Monitor darstellen, was mit den herkömmlichen Monitoren bislang schlichtweg nicht möglich ist. Ein guter Monitor ist normalerweise eine Investition für über 5-10 Jahre, so daß man hier auch gerne über 1000€ investieren sollte. Mit Ausblick auf die kommende HDR-Technik wird diese Denkweise aber leider hinfällig.
Um das Ganze zu einem Resümee zu bringen:
- Wenn es um das "Mittendrin-Gefühl" bei Games geht, ersetzt nichts die Größe. Es gibt keine zu große Bildschirme/TVs nur zu kleine. Zu groß wird es erst dann, wenn man versucht Löcher in die Hauswand zu schlagen, um eine noch größere Beamer-Leinwand-Diagonale zu ermöglichen.

- G-Sync ist ein tolles Feature, was ich auch gerne hätte, doch sollte man nicht dafür auf Qualität verzichten. Google nach, oder lies Amazon-Bewertungen, wenn es um die Panel-Qualität, bei Acer/Asus/Aoc/Benq/Illayma/Philips/Viewsonic geht. Kauf Dir lieber nicht so einen Schrott, sondern verzichte lieber auf Features, wenn Du auf etwas verzichten musst.
- Kauf Dir lieber ein VA, zur Not ein IPS-Panel, weder G-Sync noch 144 Hz rechtfertigen die Qualitätseinbußen eines TN-Panels.
- Investiere lieber nicht zuviel, sondern fasse eventuell ein Übergangsgerät im Auge, das man in 2-3 Jahren mit einem HDR-fähigen, eventuell sogar mit OLED-Panel, Monitor ersetzt.
- Wenn Du auch nur entfernt den Wunsch verspürst auch 4K-Video-Inhalte auf dem Monitor wiederzugeben, solltest Du auf HDCP 2.2 achten.