@FredKune:
Sehr schön gesagt!
Zu den erwähnten Steuern: Es geht nicht darum, ob diese Steuern rechtmäßig sind oder nicht. Es geht darum, dass diese Steuern immer noch "oben drauf" kommen, ohne dass sich das Leben geändert hätte und somit als Beispiel für die Ursache der Zahlungsunwilligkeit dienen.
Das Beispiel KFZ-Steuer ist da sehr gut. Gerade in der Diskussion, diese zu einer CO2-basierten Steuer umzubauen. Wer mehr verbraucht, zahlt aber schon mehr Mineralölsteuer (plus Öko-Steuer plus MWSt). Diese Steuern sollen das Verhalten der Nutzer steuern. Die einen sollen belohnt werden, die anderen bestraft. Da die Zahlung aber "oben drauf" kommt und nichts Anderes wegfällt, werden faktisch alle bestraft. Oder gibt es jemanden, der durch die Einführung der Öko-Steuer weniger bezahlt hat?
Und Grundsteuer - so rechtmäßig sie auch sein mag - zahle ich auf etwas, dass ich bereits gekauft habe (von versteuertem Geld). Wer hat denn dieses Geld (inkl. MWSt) bekommen?
Das Ganze hier hat nicht den Sinn diese Steuern zu diskutieren, sondern folgendes Problem aufzuzeigen, dass es in Deutschland schon zu oft gibt, wodurch Nutzer sich einfach abgeneigt zeigen:
Vorher: alles da, keine Kosten
Nachher: alles da, aber Kosten
Wenn jemand mehr bezahlen (oder überhaupt bezahlen) soll, dann muss ein Mehrwert generiert werden dadurch. Dies ist aber nicht der Fall, wenn es dasselbe vorher kostenlos gab. Es ist eigentlich wie die Strategie hinter Flatrates, nur umgekehrt (Flatrate bleibt aber als Grundgebühr erhalten).
Dies erklärt die mangelnde Bereitschaft, für Content im Netz zu zahlen. Daher müssen auch neue Bezahlmodelle her, wie FredKune oben schon sagte. Aber einfach zahlen, was vorher nicht bezahlt werden musste? Man muss sich nicht wundern, wenn das abgelehnt wird.
Ich wäre z.B. locker bereit, CB ca. 5€ im Monat zu zahlen, und hätte auch schon einige Ideen, welchen Mehrwert CB dafür den zahlenden Usern bieten könnte.
Die knapp 5€, die meine Bank von mir will, dafür dass ich ihr sowieso schon Geld leihe und nur Online-Banking nutze, sehe ich dagegen nicht ein.
Ich will nämlich nicht für Arbeit zahlen, sondern für Mehrwert (der meist, aber nicht immer, durch Arbeit entsteht).