News Internet-Nutzer wollen nicht für Inhalte zahlen

Also ich kann die Meinung von Leuten die Geld für content verlangen, nicht ganz verstehen.
Erst einmal hebelt das jeden Gerechtigkeitssinn aus, da Leute mit viel Geld mehr content haben als welche mit weniger Geld, vertikale Bezahlmodelle gibt es nicht. Ist ja schon jetzt so, brauch man nur mal ins Theater oder in die Oper gehen, da sitzt alles +35 aufwärts, weil die Jugendlichen kein Geld für Kultur haben. Ich behauptete auch einfach mal das 50% des illegalen filesharings von Minderjährigen betreiben wird um überhaupt in den Genuss von Unterhaltung zukommen.
Was viele leider nicht verstehen, es gibt auch ein Internet ohne Computerbase, heise, planet3d oder sonst was. Man neigt dazu sich selbst viel zu wichtig zunehmen und will seine "wichtige" Arbeit natürlich auch entlohnt bekommen.
Zu BTX Zeiten gab es trotzdem immer genug Information im Netz, ohne Werbung und diesen ganzen Rambazaba aller contentpay. Man stelle sich vor, zu dieser Zeit wurde ganz ohne contentpay Linux entwickelt, komplett kostenlos. Die Zeitung von vorgestern gibt es übrigens auch immer irgendwo kostenlos, anders im Internet, hier will man sogar dann noch Geld für Inhalte die uralt sind. Download/Treiber-Portale sind ein glänzendes Bsp. für diese Gier.
Für mich hat alles kostenlos zu sein, es wird hoffentlich immer genug Alternativen geben, suchen muss man halt selbst. Es gibt genug Leute (und die wird es immer geben) die das aus freien Stücken und ehrenamtlich tun, weil sie sich dafür interessieren und Andere daran teilhaben lassen wollen und nicht weil sie davon Leben wollen oder müssen. Vor allem sind diese Leute wie ich davon überzeugt das Information kostenlos und frei sein sollte.
 
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Lustig wie hier jeder auf unaufdringliche Werbung schwört.

Blöd nur dass unaufdringlich heißt die Dinger auch nie anzuklicken weil man das Skyscraper und den Header ganz automatisch ausblendet. Davon hat der Anbieter nur gar nichts weil er ja nach Klicks bezahlt wird. Diese total nervigen Layer-Ads bei denen die Close-Buttons immer wieder anders versteckt werden erfüllen leider ihren Zweck. Und zwar den des (unbeabsichtigten) Klicks.

Abhilfe schafft da nur Werbung die nur vergütet wird wenn auf der entsprechenden Website auch gekauft wird. Nur wird man dann wohl sehen wie sinnfrei, weil ineffizient Bannerwerbung im Internet ist.

@ ewndb:

Also ins Theater kommste als Student oder Schüler für 10-15€. Nicht immer in die großen renommierten Theater, aber da gibts ja auch sehr viel anderes, gutes. Nein, hier fehlt es schlicht an Interesse. Wer sich sein 500€ Handy kauft könnte damit schon kulturelle Jahreskarten bestellen...
Und etwas ehrenamtlich zu tun setzt voraus dass du einen recht gut vergüteten Job besitzt. Wenn aber immer mehr Geschäftsbereiche ins Internet abdriften (E-mail statt Breifverkehr, Kartenanbieter, Suchen und Find-Anzeigen, Zeitschriften, Textverarbeitung, Print, Media-Production) wird es statistisch gesehen immer weniger solche Jobs geben und immer weniger Menschen die diese Informationen unentgeldlich einbringen.

Platt formuliert: Je mehr die Mittelschicht ausdünnt desto kleiner wird die Wikipedia ;-)
 
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Das Internet ist groß geworden, weil alles (außer dem Zugang über den Provider) kostenlos ist. Nun wollen Content-Inhaber plötzlich Geld für ihre Inhalte haben? Inhalte, die bei 80 Prozent aller Seiten nur per Kopieren und Einfügen entstanden ist? Das geht genauso in die Hosen wie die mittlerweile unerträgliche Werbung auf allen Seiten. Ein Werbeblocker ist doch heute Pflicht, um überhaupt noch die Inhalte zu erkennen. Bestes Beispiel heute hier auf ComputerBase: Gleich bei Aufruf der Seite wird man mit einem Umfragefenster empfangen, welches viel Blabla abfragt und hinterher noch die monatliche Höhe des Einkommens wissen will. Gehts noch? Da war Adblock Plus ganz schnell wieder an.
Kein Mensch hat die Content-Inhaber aufgefordert, ihre Inhalte anzubieten. Nehmt Geld, schließt die Seiten für normale Internetbenutzer und geht pleite. Was neues wird kommen. Wann wird der Gedanke an ein freies Internet endlich verstanden? Ich nehme doch auch kein Geld für mein Geschreibsel... :evillol:
 
@epospecht: Dem kann ich nur zustimmen.
Hab auf meiner Seite selber recht unauffällige Werbung, da klickt absolut niemand drauf, völlig nutzlos.
120.000 Seitenaufrufe -> 100 Klicks -> weniger als 10 Euro (Google adsense)

Auf CB.de übertragen (38 Mio Page Impressions im November) würden da bei ähnlichen Konditionen ~ 3k Euro rauskommen, ich bezweifle, dass sich das alles hier damit betreiben lassen könnte, alleine so ein Flug rüber nach USA oder Asien bei ner Messe verschlingt ja schon Unmengen, für die Server-Infra werden auch ein paar Euro fließen, dazu Hardware, ab und zu Anwaltskosten.
 
Außerdem gibt es auch Beispiele der öffentlich-rechtlichen, die komplett werbefrei sind. Nächstes Mal also nicht SWR3 hören, sonderns stattdessen HR2 oder Deutschlandfunk

Das ist ja toll dass es auch Sender gibt die Werbefrei sind. Doch darum geht es nicht. Man schaltet Werbung einzig und allein zum Zweck der Finanzierung.
CB wird auch kein ebay banner haben weil sie die farben und formen grad so schön finden.
Dass mit der Finanzierung durch Werbung fällt bei den ÖR weg, da sie das Geld von der Gebühreneinzugszentrale bekommen, ergo müssten die komplett werbefrei, alle Sender, sind sie aber nicht.

Jemand von der ARD sagte mal in einem Interview man schalte Werbung damit die Zuschauer nicht verunsichert seien und die es so von den Privaten kennen....

Wer das glaubt, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann....
 
@ ewndb:

Das war jetzt aber ein weiter Sprung :)
Aber Grundeinkommen wäre eine Lösung. Allerdings nicht in einer von Zerstreung bestimmten Gesellschaft.

@Rach78

Alles ein Rechenexempel. Wenn du gerne >25€ GEZ zahlen möchtest dann geht es auch ohne Werbung. Ausgabendisziplin in den OR-Anstalten ist ja Aufgrund der Führungsstruktur und der engen politischen Verzahnungen quasi ausgeschlossen.
 
ewndb und XeniosZeus stimme ich völlig zu.

epospecht muss ich zum Teil widersprechen. Auch als Student kommt man nicht überall für unter 15 Euro ins Theater oder in die Oper. Ich spreche nicht nur von den großen Häusern, es gibt auch regionale Unterschiede.

An der CB-Umfrage habe ich auch teilgenommen, was ich sonst nie mache. Diesmal eben, um CB ein bisschen zu unterstützen. Die indiskreten Fragen habe ich natürlich nicht beantwortet. Irrtümlicherweise ging ich davon aus, dass das Fenster nach der Teilnahme nicht wieder erscheinen und mich nerven würde. Daraus gelernt habe ich, dass ich so etwas in Zukunft weiterhin ignorieren werde.

Auch stört mich ein bisschen der Tenor, der hier ensteht (auch durch den Post von Volker vorhin mit den Anwaltsschreiben) und zu besagen scheint, dass die CB-User viele Probeleme machen würden und durch ihre Werbeblocker nichts zurückzugeben bereit wären. Ich würde in diesem Zusammenhang gern darauf hinweisen, dass es auch hier die vielen Nutzer waren, die CB erst zu dem gemacht haben, was es heute ist (wie auch zurecht zum 10jährigen erwähnt und gewürdigt).

@ Rach78:
Dass mit der Finanzierung durch Werbung fällt bei den ÖR weg, da sie das Geld von der Gebühreneinzugszentrale bekommen, ergo müssten die komplett werbefrei, alle Sender, sind sie aber nicht.

Da stimme ich dir zu. Es sollte so sein.
Ich wollte auch nur widersprechen hinsichtlich der Aussage, dass es gar keine öffentlich-rechtlichen ohne Werbung gibt.
 
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Volker schrieb:
@ FredKune

Ich darf mich jederzeit beschweren, schließlich stell ich meine Arbeit auch dir KOSTENLOS zur Verfügung.

Ja, Du darfst Dich beschweren, dass die Leute Deine kostenlos zur Verfügung gestellte Arbeit betrachten, aber Werbung, die zur Finanzierung zweifelsfrei notwendig ist, ausschalten.
Mal abgesehen, dass ich nicht Dich persönlich damit gemeint habe:

Wenn man z.B. 10 Zeilen-Texte mit 5 Flash-Bannern garniert, dann darf man sich nicht beschweren, wenn die Leute anfangen Werbeblocker einzusetzen. Es sollte ein vernünftiges Verhältnis zwischen Werbung und Inhalt bestehen bleiben und auf den meisten Seiten ist der eigentlich Content totale Nebensache.


Volker schrieb:
Dass du alle Seiten über einen Kamm scherst, spricht nicht grad für dich.

Ich schere nicht alle Seiten, sondern einen Großteil der Seiten über einen Kamm und ich würde eher sagen, dass das nicht gerade für die diese Seiten spricht. Bis vor kurzem hatte ich das bei Opera so gemacht, dass ich immer nur dann eine bestimmte Werbung (oder eine "Verzeichnis") gesperrt habe, wenn sie besonders stark genervt hat, weil ich mich überhaupt nicht mehr auf den Content konzentrieren konnte.(Auf einigen Seiten musste ich da 3 - 5 Mal pro Seite aktiv werden.) Werbung, die sich nicht bewegt, lasse ohnehin ich stehen!
Dann war ich letztens aber auf Seiten, bei denen die Werbung sich so nicht blockieren ließ und immer wieder erschien. Und irgendwann hatte ich dann einfach keine Lust mehr die Fenstergröße so einzustellen und im Fenster so hinzuscrollen, dass ich endlich aufmerksam den eigentlichen Content lesen konnte.
Das kann aber wirklich auch nicht der Sinn der Sache sein. Wenn die Werbung es fast unmöglich macht den eigentlich Content zu sehen, dann finde ich eben nicht, dass sich Seitenbetreiber in solchen Fällen wunder dürfen. Natürlich bieten Sie den Inhalt immer noch kostenlos an. Aber dennoch kann man sich doch nicht ernsthaft darüber wundern, dass sich Leute das antun wollen.

Ich habe daher mittlerweile eine umfangreichere, allgemeinere Sperrliste, weil die Anzahl der Seiten mit derart penetranter Werbung mittlerweile gigantisch ist. Ich muss sagen, dass es mich gar nicht wundert, dass die Werbeeinnahmen im Keller sind (ich meine auch mal abgesehen von den ganzen Werbeblockern, die natürlich den Großteil dazu tun):

Auf einigen Seiten sind nicht weniger als 5 Werbungen zu sehen; meist animiert, damit der Nutzer sie auch bemerkt. Bewegungen außerhalb des Punktes auf den man sich mit den Augen konzentriert, fordern die Aufmerksamkeit des Gehirns (was ja auch der Grund für animierte Banner ist), erzeugen aber Stress. Durch die gigantische Anzahl an Werbung im Netz ist es überhaupt icht möglich, dass für eine einzelne Einblendung viel bezahlt wird. Das Geld, dass Firmen für Werbung ausgeben, wird ja nicht auf wundersame Weise mehr, aber die Anzahl der Einblendungen ist so stark gestiegen, dass es sich nicht lohnen kann, mehr zu bezahlen und - was schlimmer ist - das kann sich natürlich auch nicht ändern. (Natürlich wollen die Firmen auch einfach nicht mehr bezahlen, aber mittlerweile ist es eben auch so, dass sie es nicht einmal könnten, wenn sie denn wollten, weil es sich nicht rechnen kann). Wenn überall Werbung zu sehen ist, dann verliert sie ihre Effekt.

P.S.: Nur so nebenbei: Ich habe übrigens in Opera eine Ausnahme für computerbase.de (natürlich nicht nur für computerbase, aber eben auch) definiert, also verstehe das bitte nicht so, dass ich computerbase hier mit über einen Haufen werfen. Ich kann nämlich durchaus zwischen den Seiten differenzieren. Aber ein Großteil der Seiten liegt zwischen "das kann doch nicht wahr sein" und "was soll denn der Mist?" und da macht ein Differenzieren dann keinen Sinn mehr.

Ich frage mich aber auch, warum Seiten es nicht mit Bezahlmodellen wenigstens versuchen. Ich meine, man muss ja nicht gleich alles kostenpflichtig machen, aber dass man z.B. eine kostenpflichtige Mitgliedschaft anbietet, bei der man die Seite z.B. ohne Werbung sehen kann. Also nur "ohne Mitgliedschaft - mit Werbung" und "mit Mitgliedschaft - ohne Werbung". So etwas gibt es praktisch nirgend wo mehr und früher war das mal eine Zeit lang häufiger anzutreffen.
 
Dies stammt von @Gorby...zitat
Is dich Logisch! Endweder Werbung oder Bezahlen. Beides wär ja wohl die Maximalklage schlechthin.
So würd ich mir dann ein total verhunstes Internet vorstellen, welches die Kernidee vollständig verloren hat.

Ich bin ganz klar auch für ein Endweder/Oder-Modell.
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Stimmt so nicht ganz denn auch ARD und ZDF gibt es Werbung zwar nicht so viel aber es gibt sie und obendrein zahlt man noch GEZ Gebühr die sehr hoch ist!!!:mad:

Ich finde das die Gesellschaft zu viel bezahl für sachen die wir garnicht brauchen bzw nicht möchten.Und irgendwann sollte es gut bzw schluß damit sein!

Den wenn man mit seinem Auto tanken fährt muß man auch 3mal noch Steuer auf den Sprit zahlen obwohl man es nicht will!:freak:

MFG
 
@mellon80:

Nur weil das bei ARD und ZDF so ist, ändert das ja nichts daran, dass Bezahlen+Werbung gar nicht geht.
Und das wir für Sprit bezahlen heißt ja nicht, dass wir für nichts anderes mehr bezahlen müssen/sollten/können. Ich glaube nicht, dass computerbase etwas von dem Geld abgekommt, dass der Staat und die Ölmultis durch Sprit verdienen. Und andere Internetangebote sehen davon genau so wenig.

Ein viel größeres Problem im Zusammenhang Paid-Content sehe ich in der Bezahlung selbst. Es müssen vernünftige Bezahlsysteme her. PayPal ist z.B. - meiner Meinung nach - ein guter Ansatz. Evtl. ließe sich die Freischaltung einer kostenpflichtigen und werbefreien Mitgliedschaft sogar automatisieren, so dass nicht auch noch laufend Kosten für diesen Bereich anfallen; bzw. nur geringe Kosten.
Dann könnte man quasi per PayPal (oder irgend etwas anderem, aber das ist zumindest habwegs verbreitet) bezahlen und ein paar Minuten später ist der Account werbefrei.

Es bleibt natürlich die Frage nach dem Preis. Ist der sehr gering, könnte man grundsätzlich mehr Leute zum Bezahlen motivieren, ist er hoch, zahlen nur wenige (aber auch mehr). Es ist sicherlich schwer festzustellen wo das Optimum an Einnahmen erzielt werden kann. Ich denke aber, dass bei Modellen, bei denen man sich praktisch nur von Werbung freikauft, aber sonst kein zusätzlicher Inhalt besteht, die Preise niedrig sein müssen. Man müsste mal ausrechnen, was intensive Nutzer der Seite an Geld durch Werbung einbringen und dass wäre dann so eine Hausnummer für einen Preis eines werbefreien Abos.

Was ich mir z.B. als zusätzliche Attraktivität vorstellen könnte: Artikel im PDF-Format; evtl. gebündelt.
Wenn es z.B. die Tests auf dieser Seite - vielleicht mit irgendeinem Zusatzinhalt - als hübsche PDFs zu kaufen geben würde, wäre ich zumindest dafür zu begeistern. Sowas müsste dann aber auf jeden Fall über ein "Sofort-Bezahl-System" möglich sein. Und DRM-frei, da ich wirklich keine Lust habe die Teile irgendwann zu verlieren. Zum Schutz vor Kopien könnte man z.B. über Wasserzeichen nachdenken.
 
Also ich kenne sehr viele die für bestimmte Dinge zahlen.
Wer weiß was die für Leute befragt haben um extra so ein negatives Ergebnis zu erzwingen...
 
Fakt ist das wir heutzutage schon genug bezahlen für viele Dinge (Medien und deren Inhalte) finde ich und das ist der Punkt.

MFG
 
naja viele seiten im Netz fingen auch als hobbyprokjekte an, die Leute in ihrer Freizeit und aus Spass an der Freude aufzogen. Wieso muss denn alles immer gewerblich werden?
Und mit dem Internet ist es doch so wie mit dem richtigen Leben, jeder sucht sich immer das günsigste (Preis UND Leistung) heraus, auch alle die hier sich aufregen wie verkorkst doch die Gesellschaft ist und das die Umsonstgesellschaft das Schlimmste ist was es gibt.
Tanken werdet ihr auch da wo es am biligsten ist (denn beim Benzin ist die Leistung über all glich, evtl mit dem Tankwart nett plaudern aber dafür zahlt man nicht 3€ mehr für die selbe Menge Spirt).

Und alle die sich beschweren das sie es kostenfeei anbieten und die Werbung brauchen und alle diese blocken...
Irgendwie ist es seit dem Internetzeitalter für viele normal geworden, das sie ein Anrecht auf Erfolg haben, bzw das ihr geschäftsmodell zwingend gewinnbringend sein muss.?! Als Angestellter hat man die Sicherheit, das seine Arbeit entsprechend honoriert wird, aber doch nicht so.
Das finde ich immer wieder herllich, wenn ein Handwerker zu wenig verdient, weil er einen Konkurrenten har, der schneller besser oder billiger ist, ist das total normal, aber sobald ein Internet Modell zu wenig abwirft sind immer die anderen Schuld und es darf genörgelt werden.

Tut mir leid für die zum Teil pauschalisierende Haltung aber ich bin der Meinung, das ein komplettes Bezahl-Internet nihct im Sinne des Erfinders gewesen ist.
Auch in Zeiten vor dem Internet gab es Angebote, die für den nutzer kostenlos gewesen sind und die ihre Gelder anders bekommen haben (Sei es Komuunen Kirchen, Spenden, Fürdervereine oder whatr ever).
 
FredKune schrieb:
Ein viel größeres Problem im Zusammenhang Paid-Content sehe ich in der Bezahlung selbst.

Das trifft den Nerv.
Ich persönlich bin nicht dagegen abgeneigt für bestimmte Inhalte Micropayments zu bezahlen. Meine Bedingung für diese Inhalte ist jedoch unabhängig, sachlich und kritisch.
Wenn ich schon bezahlen soll, ist es unakzeptabel das der Journalist mit bestimmten Think-Tanks vernetzt ist, Think-Tanks wie die Initiative Neue Marktwirtschaft, die diversen Umweltinsitutionen die von Exxon ins Leben gerufen wurden um Umwelt und Klima klein zu reden, mit einer herrschenden Partei selbst. Auch sollten vor der Bezahlung die Quellen verständlich genannt werden sowie die Arbeitgeber der zitierten "Experten" benannt werden - die dann meistens wieder auf der Gehaltsliste von meinungsherrschenden PR-Unternehmen oder Insituten stehen. Bei Wirtschaftsthemen überwiegend die Initiative Neue Marktwirtschaft oder bei Bildung Bertelsmann, die mit Verantwortlich für Bologna und G8 waren.
Aktuell würden alle etablierten diesen Anforderungen durchfallen - die Propaganda die da veranstaltet wird, ist nicht mehr lustig. Mit dem Verlust der Objektivität und Niveau und der Fokusierung auf Content schaufeln sie sich nur schneller das eigene Grab. Paradebeispiel dafür ist die USA, die diese fatale Entwicklung als erster getrieben haben und nun sind die Giganten aufgeschreckt wie ein Haufen verwirrter Hühner. Die Verleger haben das Wissen verloren das Zeitschriften/Medien die sogenannte Vierte Gewalt sind und einen moralischen, freien meinungsbildenden Auftrag haben. Es geht nun nur noch gemäß BWL nur noch um Quoten, Zahlen, Rendite, egal wie das Ziel erreicht wird. Das wollen die Leser aber gerade nicht ...

Für neue Bezahlmethoden fehlt es den Verlagen an Risikobereitschaft, Ideen und Transparenz.
Paypall ist für Centbeiträge ungeeignet - die Gebühren dafür sind von Paypall zu hoch.
Die Verlage müssten sich gemeinsam hinsetzen und ein benutzerfreundliches, transparentes Bezahlsystem auf Basis von Micropayments entwickeln, das unter ihrer gemeinsamen Verwaltung steht - so das man sich Fremdbetreibungskosten extrem niedrig halten kann.
 
@stebdjui:
Also in Deutschland ist die Moral für Online-Content zu bezahlen genau so wie die Moral für kostenlose Software zu spenden, sehr sehr sehr gering. Das ist nun einmal so und da sind andere Länder ganz anders drauf un in den Ländern müssen die Leute ja auch Sprit, Essen usw. bezahlen.

Auf der anderen Seite ist es aber eben auch so, dass die Content-Anbieter in Deutschland nicht bereit sind über Bezahl-Modelle nachzudenken. Zum einen sind auch die Anbieter innovationslos, zum andere gibt es noch einen viel wichtigeren Punkt:
Alle Anbieter weinen über sinkende Werbeeinnahmen und schreien nach Bezahlung. Alle monieren auch, dass wir die "Kostenlos-Kultur" haben und die Leute nicht bereit sind zu zahlen. Auf der andere Seite kenne ich praktisch keine Seite, die überhaupt einmal versucht ein Bezahlmodell einzuführen.
Auf der einen Seite wird also behauptet, dass keiner zu zahlen bereit ist, auf der anderen Seite gibt es aber im Netz auch kaum Gelegenheit dazu, weil keiner sich traut Bezahlung einzuführen, weshalb die ganzen Unsersuchungen auf Umfragen beruhen.

Es gibt in Deutschland leider auch nur zwei Möglichkeiten, die diskutiert werden:
1. Durch Bezahlen fällt die Werbung weg
2. Den Content gibt es nur gegen Bezahlung zu sehen.

Beide Modelle haben grundsätzliche Probleme, weshalb sie nicht funktionieren können. Den ersten Fall kann ich auch durch einen AdBlocker erreichen, weshalb sich als potentieller Kunde schon die Frage ergibt "Warum soll ich zahlen, wenn es auch kostenlos geht?". Natürlich geht das auf Dauer nicht gut, da die Angebote finanziert werden müssen und wenn alle die Werbung ausschalten, ist der Anbieter irgendwann nicht mehr in der Lage es kostenlos anzubieten. Das Problem bleibt aber eben auch, dass der Kunde in diesem Fall nicht das Gefühl hat FÜR ETWAS zu zahlen.

Das zweite Modell kann auch nicht funktionieren, denn man in Deutschland irgendwann 20.000 Seiten hat, die man nur nach Bezahlung betrachtet kann, dann stehe ich als potentieller Kunde vor dem Problem, dass ich nicht weiß, ob es sich lohnt zu bezahlen. Und ich kann ja nicht bei 20.000 Seiten Mitgliedschaften bezahlen, um dann die 50 interessantesten herauszufiltern. Als Kunde muss ich also vorher irgendwie die Gelegenheit haben herauszufinden, ob die Seite das Geld auch Wert ist. Ansonsten kann die Seite nur durch Mundpropaganda erfolgreich werden und das funktioniert praktisch nie.

Leider wird über andere Modelle nicht einmal ernsthaft nachgedacht. Die Diskussion erinnert an die Musikindustrie, die zwar natürlich die Filesharing gebeutelt ist, die aber eben auch bis heute immer wieder versucht alte Strukturen und Modelle durchzusetzen; wie z.B. dass sie verhindern will, dass Leute einzelne Lieder kaufen (kein Wunder, denn häufig taugen auf Alben von 15 Songs nur wenige etwas und die anderen wurden nur zum Auffüllen des Albums genutzt). Oder z.B. die Filmindustrie, bei der bis heute die Marktungs- und Verbreitungsrechte nur bis an die Ländergrenzen reichen. Trotz Internet ist es nicht möglich, dass ich z.B. bei iTunes alle Serien und Filme aus anderen Ländern kaufe. Auch das ist ein Beispiel dafür wie man krampfhaft an alten Modellen festhält, anstatt mal mit einem weißen Papier zu beginnen und sich zu fragen wie man ein Geschäftsmodell für ein "neues" Medium sinnvoll aufbaut.

Warum im Online-Bereich nicht durch kostenlose, werbefinanzierte Inhalte Interesse wecken und "Abo"-Kunden nicht nur ein werbefreies Surfen ermöglichen, sondern z.B. durch weitere Inhalte einen echten Mehrwert anbieten? Erweiterte Tests/Berichte, besondere Funktionen (wie z.B. die Möglichkeit Artikel in einer Schnellzugriffs-Liste zu speichern oder eine Benchmarkdatenbank, bei der alle Daten zusammengefasst sind, usw. Da lässt sich doch einiges machen und man könnte dann auch verschiedene kostenpflichtige Mitgliedschaften anbieten. Eine sehr günstige, mit ein bisschen Extra und eine teurere mit mehr extra. Nur mal so als Beispiel.

@Shader: Das stimmt, Paypal ist aktuell für so etwas ungeeignet. Es könnte aber auch gut sein, dass es sich anpasst, wenn daraus ein Markt entsteht. Ansonsten ist es eine gute Idee, dass sich die Verlage zusammensetzen. Man könnte z.B. per PayPal schnell Geld auf so ein "Verlagskonto" überweisen und dann Micropayments für einzene Inhalte durchführen.

Ich bin ehrlich gesagt auch ein bisschen sauer darüber, dass alle immer rumheulen "Keiner will bezahlen", es aber eben auch keinen gibt, bei dem man bezahlen könnte. Natürlich müsste dann aber auch die Qualität steigen. Für das Lesen von ungefilterten Pressemitteilungen oder abgeschrieben Bild-Berichte (wie es ja in Zeitungen usw. häufig ist) muss ich wirklich kein Geld zahlen.
 
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ach ja...die gute alte brot zeit...wo man noch mit telefonhörer surfte, oder mit 2400baud unterwegs war...0% werbung.

adblock bleibt bei mir überall aktiv...komme selber aus der werbebranche und kann werbung nicht mehr sehen. ohne adblock zu surfen ist für mich unerträglich.

soll ich füür content extra was drauf legen, oder bei einer online zeitung für artikel bezahlen, such ich mir eine seite, wo es das umsonst gibt.

auf illegale wege verzichte ich...würde man mir aber keine wahl mehr lassen, wäre ich wohl versucht auf illegale wege zurück zu greifen.

geld und gier ist die ursache für alles schlechte in der welt, werbung ist nur ein ausläufer davon. auch ein grund warum ich versuche von der werbebranche abstand zu gewinnen. es nervt mich schon privat und wegen werbung gucke ich schon kein TV mehr...abgesehen von den schlechten sendungen die uns dort serviert werden.

die menschheit degeneriert im großen stil...ich will davon kein teil mehr sein. seit der gründung roms hat sich die menschheit sozial kaum weiterentwickelt, nur die technik.

wir werden immer noch durch spiele wie zu zeiten roms (tv, medien usw) bei laune gehalten und bekommen gratis dazu eine gehirnwäsche, nur nicht selber denken müssen.

noch immer ist die mehrheit der menschheit sklave für andere wenige. erstaunlich wie einfach die taktik, die schon bei den ägyptern funktionierte noch heute klappt. die priester damals wußten schon, wie der pöbel am besten zu kontrollieren ist und selbst heute funktioniert es nicht anders.

von mir ein klares NEIN gegen die zahlung von internetinhalten!

jede information muss frei erhältlich bleiben, sonst behandeln wir nicht alle menschen gleich, ist schon auffallend das grade in ärmeren ländern die akzeptanz dafür gering ist, da auch das einkommen dort geringer ist und damit ganz natürlich die bereitschaft fehlt, für inhalte zu zahlen.

für mich nur selbstverständlich das die leute dort so denken.
 
@Dante_dmc:
Es stimmt zwar, dass das mit der Werbung überall extreme Ausmaße annimmt und das man teilweise das Gefühl hat, dass viele Firmen husch husch Content zusammen klicken und ihre Arbeitszeit dann lieber damit verbringen sich über neue Werbeformen und - leider teilweise auch - Abzockmöglichkeiten Gedanken zu machen.

Aber:
Wenn ich mir eine Seite wie computerbase anschaue (nur mal als Beispiel): irgendeiner muss sich ja z.B. hinsetzen und die Hardware "anfordern", die Hardware-Tests durchführen, das ganze aufschreiben, die Daten für die wirklich guten, dynamischen Balkendiagramm eintragen und und und.
Die Zeiten in denen alle Webseiten kleine Hobby-Projekte waren sind vorbei und das finde ich auch gut. Die Leute wollen irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen und ich finde es völlig verständlich, dass eine Seite wie computerbase dann für die Leistung, die sie bringt, auch etwas einnehmen möchte.
Irgendeiner muss das also bezahlen und das sind Firmen, die für Werbung bezahlen, oder die Nutzer, die für Content bezahlen.
Wenn ich mal unser Fernsehen (Pro7, RTL, ...), die werbefinanziert sind, vergleiche mit HBO, dann ist schnell klar, welches Modell das entspannendere ist. Das merkt man insbesondere jetzt, wo das Programm immer billiger werden "muss" und man immer noch trotz der ganzen Werbung (bis zu 20% am Tag sind erlaubt, also knapp 5 Stunden!) immer noch Verlust macht.

Ich bin mittlerweile sogar soweit, dass ich es wirklich begrüßen würde, wenn endlich mal Paid-Content hier angeboten werden würde. Leider gibt es bisher aber meist nur Anbieter, die für das Geld nichts bieten wollen (Pro7 HD) oder ärgerliche Fälle wie iTunes, wo man auf z.B. aus dem US-Programm nichts kaufen kann und nur den Schrott aus dem deutschen Fernsehen zur Auswahl steht.

Und über die Preise muss man natürlich auch mal diskutieren. Bei iTunes in den USA kostet ein Staffel (die man nur ein einziges Mal herunterladen darf!) mehr als die gleiche Staffel bei amazon.com auf Blu-ray kostet!
In solchen Fällen kann man den Kunden wohl kaum erklären, warum der Wegfall von Blu-rays, Hülle, Groß-, Zwischen- und Einzelhandel, Transport und Logistik etc. etc. das Produkt $10 oder $20 teurer macht (mal abgesehen von der Tatsache, dass es das TV-Zeug "nur" in 720p gibt, während es auf Blu-rays in 1080p drauf ist und natürlich keine Extras dabei sind; man also sogar noch weniger erhält).
 
Für Seiten die ich häufig und gerne benutze mache ich gerne eine Ausnahme in ADblock und noscript. Da ich gute Arbeit auch unterstützen will aber wenn es zu bunt wird habe ich keine Skrupel alles zu blocken gruss
 
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