News Internet-Nutzer wollen nicht für Inhalte zahlen

Also gegen Werbung habe ich eigentlich nichts, aber manchmal, wenn bei jedem Klick eine riesen Einblendung ÜBER die Webseite gemacht wird, oder bei jedem Klick man auf eine Werbeseite umgeleitet wird, wo am besten noch ein Flashfilm abgespielt wird...dann hörts auf. Viele Seiten nutzen doch zum Beispiel garnicht den ganzen Bildschirm, sondern sind auf 800x600 "optimiert". Warum nicht die Werbung außen rum platzieren?
 
Also ich habe nichts gegen Werbefinanziertes Internet. Auch Bezahlinhalte halte ich für okay, wenn die Qualität stimmt (man wird ja nicht gezwungen zu zahlen!) und habe schon öfter Microtransaktionen getätigt.
Allerdings benutze ich selber auch Adblock und NoScript, somit habe ich bei den wenigsten Seiten Werbung. Dies hat nichts damit zu tun, dass ich generell keine Werbung sehen möchte (auf den Seiten wo ich Werbung habe wird sie konsequenz übersehen und ignoriert), ich benutze sie um die aufdringliche Werbung in Form von automatischen Text-Verlinkungen, externe Popups, in-Site Popups, animierte und vertonte Filmchen zu stoppen. Gegen Zeitschriften-ähnliche Werbung habe ich keine vorbehalte, aber diese anderen aggressiven Arten werde ich mir nicht bieten lassen, und so leiden auch andere Seiten ein wenig darunter.
Ich halte die Idee einer Kultur-Flatrate über die ISP für sehr interessant. Oder man schafft die GEZ ab und ersetz die Rundfunkgebühr durch eine allgemeine Informations-Steuer.
 
Matrix316 schrieb:
Viele Seiten nutzen doch zum Beispiel garnicht den ganzen Bildschirm, sondern sind auf 800x600 "optimiert". Warum nicht die Werbung außen rum platzieren?

Was meinst du was die meisten Seiten machen? Geh doch mal auf focus.de usw. das ist mittlerweile Standard die Werbung aussenrum zu platzieren und den Bereich auch vorher einzuplanen.

Und dynamische Breite für Webseiten ist nicht besser, sondern gerade bei textlastigen Seiten eher schlechter. Dass man alles dynamisch breit machen soll kommt eher von Leuten die keine Ahnung von den Regeln beim Layouten haben und meinen, dass ne feste Breite wie bei Zeitungen ne "Einschränkung" ist und man deshalb Webseiten auf die ganze Breite ausdehnen muss, nur weil es halt möglich ist. Aber auch Webseiten müssen sich an Gestaltungsregeln halten, um optimale Lesbarkeit zu bieten und ne dynamische Breite macht vieles dabei total kaputt weils halt immer "irgendwie" aussieht, so wie es gerade passt.
 
Dynamische Breiten sind schon umsetzbar, aber aus deinen genannten Gründen halt eine elendige Friemelei. Und wenn dann ein Browser mal nicht so will, wie du das vorgesehen hast, dann siehts aus wie bei Meiers in der Garage und man kotzt im Strahl wenn man das lesen soll.
Aber wie immer: manchmal ergibt etwas Sinn, manchmal nicht. Dynamische Breite tut dies manchmal auch, allerdings nicht wenn gut formatierter (lesbarer) Text verlang wird.
 
Kommt halt aufn Inhalt an, deviantart.com ist zum Beispiel super in dynamischer Form, da viele Bilder und ne geordnete Struktur da ist. Aber bei textlastigen Seiten macht sowas jedes Gestaltungsraster und jede Logik dahinter kaputt.
Hat halt schon seinen Sinn dahinter. ;)
 
Ich kann die Leute vollkommen verstehen, die Internetseiten sowohl kostenlos, als auch werbefrei bekommen wollen. Und sie bekommen es ja auch! Mir fällt da jetzt Wikipedia oder Telepolis vor 3 Jahren ein, aber auch andere, kleinere Seiten, die noch kein Gefühl dafür haben, wieviel Werbung sie schalten müssen.

Das ganze hat doch rein gar nichts damit zu tun, wie der Betreiber sich refinanziert, das ist alte Denke. Das Netz ist inzwischen so dynamisch, dass jemand, der Informationen gegen Geld anbietet, von jemanden geschlagen wird, der es kostenlos (mit Werbung) macht, der wiederum kurze Zeit später von einem Anbieter verdrängt wird, der auf beides verzichtet. Irgendwer sagte mal, die härteste Währung im Netz sei Aufmerksamkeit. Und weil kaum ein Netzbürger einer bestimmten Seite gegenüber loyal ist, wenn er die Informationen auch woanders bekommen kann, fängt das Spiel von vorne an.

Das ist das tolle im Netz. Ich hatte vor 10-15 Jahren befürchtet, das heute inzwischen alles Geld kosten würde, aber Daten und Bilder können inzwischen so effizient verteilt werden, dass die kurzfristigen Grenzkosten einiger Betreiber nahe null sind. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man als Anbieter unter diesen Voraussetzungen eine Zahlungsbereitschaft etablieren will. Und wichtiger noch: Warum man das überhaupt machen sollte. Wenn das Netz auf diese Weise funktioniert und alte Anbieter ständig gegen neue ersetzt werden, dann ist da kein Bedarf.
 
@SturmFux und egospecht:
Ich fühle mich etwas missverstanden. ;)
Mir ist ziemlich genau klar, was wen wieviel kostet und das Geld dafür irgendwo her kommen muss. Mir ist auch klar, dass das Internet uns einen ordentlichen Luxus gebracht hat. Aber hier geht es nicht darum, was objektiv sinnvoll ist, sondern um eine Studie, die sagt, dass in Deutschland die Menschen der Bezahlung von Online-Content abgeneigt gegenüber stehen. Ich habe meiner Meinung kund getan, wieso das so ist. Ob ich der Sache positiv oder negativ gegenüber stehe, ist nicht das Thema. Mich müsst Ihr also nicht überzeugen.
(Anmerkung: Die Situation war ürigens vor der Ökosteuer dieselbe, eben durch die Mineralölsteuer. Es wurde also für alle teurer und für niemanden billiger. Die Ökosteuer fließt außerdem in die Rente.)

Daher noch einmal zur Klarstellung:
Ich persönlich bin und war schon immer der Meinung, dass generierter Mehrwert auch entlohnt gehört. Was ich sagen wollte, ist aber, dass die Einstellung, die laut der Studie in Deutschland zum Thema Bezahl-Content herrscht, meiner Einschätzung nach darin begründet ist, dass gefühlt alles teurer wird, ohne Mehrwert zu erhalten. Es gibt zu viele Dinge, die bezahlt werden und deren Nutzen nicht direkt sichtbar ist.
Im Endeffekt muss sowieso alles irgendwie bezahlt werden. Aber es muss transparenter und fairer zugehen, wenn man die Zustimmung der Menschen möchte.
Ein Problem hierbei ist konkret, dass man den Menschen laut sagt, "ihr müsst nur zahlen, was ihr nutzt" und hier auch ganz schnell und ganz genau abrechnet. Der Umkehrschluss, dass man nicht zahlen muss, was man nicht nutzt, wird aber nicht befolgt. Hier wird dann immer vom Allgemeinnutzen gesprochen.
Menschen stehen solchen Dingen dann ablehnend gegenüber, vor allem wenn sie plötzlich für etwas zahlen sollen, dass vorher kostenlos schien. Dass genau das das Problem ist, wollte ich darstellen.

Meine persönliche Einstellung zu der Sache: Sollen sich die Verlage und andere Anbieter ruhig ihren Content bezahlen lassen. Vielleicht sterben dann jene News-Anbieter aus, die schlechte Arbeit leisten. Früher oder später wird es wieder kostenlos werden, denke ich, alleine des Wettbewerbs wegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
also bis jetzt hatte ich adblock bei euch ausgestellt.
aber mich nerven diese animierten werbesachen, die im kreis herumlaufen.
normalewerbung finde ich ok und wenn mich was interessiert klicke ich da auch drauf. aber jetzt gehts bei euch los das wie auf unseriösen seiten der hintergrund dunkel wird und werbung kommt und man das erst wegklicken muss damait es weiter geht.
das kanns echt nicht sein. da ist man selber schuld wenn andere adblock aktivieren!
 
TchiboMann schrieb:
Ich bin gespannt, wann die Internetblase platzt, große Websites wegen fehlender Einnahmen schließen müssen. Und wie riesig DANN erst das Geheule der Inetuser ist.

Wenn ein Spiegel Online oder die Netzwerke Murdochs untergehen, dem würde ich gegenüber absolut nicht traurig sein denn Qualitätsjournalismus, Unabhängigkeit und Opfer bringen scheint diesen großen Meinungsmachenden-Giganten nichts mehr zu bedeuten. Spiegel hat Wikileaks z.B. in etwa so angegriffen das sie Geheimhaltungsgesetze verletzen - von einem Nachrichtenmagazin das in früheren Zeiten den Mut und die Objektivität hatte selbst so etwas zu, ist es schließlich des Journalisten Aufgabe, ist das schon ein gewaltiges Stück!
 
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