News Kartellrecht: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Google ein

Andy

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#1
Nun ist es also soweit: Die EU-Kommission hat mit einer offiziellen Beschwerde das Verfahren gegen Google eingeleitet, das zu einer Strafzahlung von mehreren Milliarden Euro führen könnte. Dem Konzern werden Kartellverstöße vorgeworfen, die sowohl Google Shopping als auch Android betreffen.

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Pandora

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#2
Wer bitte benutzt Googel-Shopping und wo wird der bevorzugt ? Wenn der überhaupt angezeigt wird, dann deutlich weiter hinter dem Eintrag zu Idealo oder den Geizhals-Partnerseiten. Oder geht es da um den Eintrag oben in der Leiste, wo auch News, Bilder, Mail ets steht ?
 
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#3
da zahlt man doch wieder gerne steuern an die nicht wählbaren politiker der EU :freak:

jahrelanges geldverbrennen für so ein quatsch. wird genauso ein schwachsinn wie bei MS werden, die ja alternative browser anzeigen lassen mussten. um so eine rechtliche entscheidung zu treffen brauchen die jahre. über 6 milliarden lacht google doch und kann sich alle zeit der welt lassen und möglichst viele steine in den weg legen, die das verfahren hinauszögern. ganz großes kino.:rolleyes:

die einzige möglichkeit diesen quatsch hier nicht mehr zu unterstützen ist zu kündigen und Hartz IV beantragen, aber das ist auch keine alternative.
 
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#4
Google sollte Europa mal für eine Woche abschalten um zu klären, wer eigentlich darüber zu entscheiden hat, was er mit seinem eigenen Dienst anstellt oder eben nicht. Niemand wird gezwungen, Google zu nutzen.
 
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#5
"marktbeherrschend", so so. Mal ne Frage: Wie definitiert man eigentlich eine marktbeherrschenden Position bzw. ein Monopol im Internet?

Jeder User kann jede Website auf der Welt jederzeit manuell in der Addressleiste eintippen, und jeder User kann den Browser, den er zum surfen verwendet, ebenfalls frei bestimmen. Google selbst ist kostenlos, und wurde wenn überhaupt nur durch die ganzen Nutzer so groß. Und Google selbst ist kostenlos.

Mich überrascht es doch immer wieder, das man von einem "Missbrauch einer marktbeherrschende Stellung" spricht. Ich kenne mich zwar in Sachen Recht so gar nicht aus, aber seit wann greift denn das Kartellrecht auf einen Internetdienst, der umsonst ist?

Die individuellen Vorwürfe sind durchaus es wert da mal nachzuhacken, aber nicht weil Google ein Monopol ist - sondern weil Google so extrem populär ist. Wenn Google
 
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#6
Der Vorwurf, dass Google den Preisvergleichs-Suchdienst „Google Shopping“ in der allgemeinen Suchmaschine systematisch bevorzugt, steht schon seit Jahren im Raum.
Inwiefern stimmt das? Ich habe jetzt eben mal selber auf Google nach Preisvergleich gegoogelt und auch nach speziellen Produkten gesucht, primär wurden mir da immer Seiten wie Idealo, Geizhals, Amazon etc. angezeigt, Google Shopping erst, als ich es explizit gesucht habe.

Aber abseits davon: Google soll nicht in Schutz genommen werden, aber Google hat seine Stellung bezüglich der Suchmaschine doch wegen der Nutzer inne. Es gibt so viele Suchmaschinen, wenn ich andere Studenten oder Freunde frage, dann kann mir jeder 3-4 nennen. Aber genutzt wird Google, weil (bis auf wenige Ausnahmefälle) die besseren Ergebnisse zu stande kommen.
Was soll Google also machen? Den eigenen Such-Algorythmus verschlechtern, damit die Leute auf andere Seiten vertrieben werden? Auf der Google Seite direkt groß "Nutzen Sie auch Bing, Yahoo, Duck Duck Go usw." bewerben?

Ebenso beim Android Betriebssystem: was heißt hier, Google eigene Dienste bevorzugt? Ein Großteil dieser Dienste ist nunmal kostenlos und mit dem System verzahnt. Aber man hat auch den Store und kann dort auch kostenlose (oder mit Kosten behaftete) Konkurenzprodukte laden. Es wird ja nicht verhindert. Ich kann sogar abseits des Google Stores Programme installieren, es wird ja nicht blockiert.
Es ist doch eher eine Nutzersache und nicht ein googleseitiges Problem, ähnlich wie der Quatsch mit Internet-Explorer damals. Hat denn die integration dieses Auswahlbildschirms wirklich was gebracht? Zweifelhaft und der EU scheint es ja heute egal geworden zu sein und geht der Sache nicht mehr weiter nach.

Für mich ist das ganze wieder nur ein Grund für die EU um an Geld zu kommen, aber über unsaubere Wege. Wenn es ihnen wirklich wichtig wäre, dann würden sie Google eher beim Datenschutz packen und dort ansetzen. Aber nicht bei den genannten Punkten.
Aber dann würde man sich ja in eigene Fleisch schneiden, da man es ja selbst auf EU Ebene nicht so genau mit dem Datenschutz immer nehmen will und das entsprechend mal nutzen will irgendwann für "den Kampf gegen den Terrorismus".
 

Brandkanne

Lt. Commander
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#7
Und täglich grüßt das Murmeltier. Ich bin kein bedingungsloser google-Fan, meine aber regelmäßig beobachten zu können, dass hier viel bei der Betrachtung außer Acht gelassen wird.
Wenn ich Preise vergleiche, dann gehe ich direkt zum passenden "Preisvergleich meines Vertrauens", ohne Umweg über google. Und wenn ich mal was spezielleres Suche, dann bevorzuge ich direkte Ergebnisse gegenüber einer Verlinkung zu einer weiteren Suche.
Bei Android wird evtl. vergessen, dass Google das OS kostenfrei zur Verfügung steht und dass das LSR den Verlagen mehr schadet als es nutzt haben diese im Prinzip ja auch schon zugegeben.
 
Zuletzt bearbeitet: (Rechtschreibung)
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#9
Geballte Inkompetenz in Brüssel. Ab 2016 Yahoooohen wir dann.
 
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#10
"Leistungsschutzrecht" :confused: - wie man hört stecken dahinter Axel Springer-Verlag und Microsoft. Zwei Unternehmen, die mindestens ein Jahrzehnt gepennt haben und jetzt mit Lobbying noch Marktanteil erzwingen wollen. Über den Unsinn des "Leistungsschutzrechts" wurde hier ja schon genug geschrieben.

Nebenbei bemerkt habe ich noch nie irgendwas von "Google Shopping" gesehen. Wo soll das Problem liegen, wenn man das gar nicht wahrnimmt? Oder bin ich nur blind?
 
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#11
Da nimmt mich es wunder, was fuer "Beweise" die EU im Phetto hat. Ist dies wirklich der Fall, kann ich die Klage gut verstehen. Google hat ein Monopol, speziell in der EU, bei den Suchanbietern. Also sind sie auch in der Pflicht, freie und offene Vorschlaege zu bringen. Aber zuerst mal abwarten, was Google als Antwort bringt, dann koennen wir weiter diskutieren.
 
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#12
Absprachen mit Smartphone-Herstellern getroffen, damit diese ihre Android-Geräte mit Google-Diensten ausliefern

Das ist doch wohl Offiziell das es die Gemeinschaft mit Android den Herstellern verbietet,
andere OS zu verwenden:rolleyes:
 

c2ash

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#13
Da verstehe ich die EU persönlich mal wieder überhaupt nicht.
Warum sollte Google auf ihrer eigenen Seite nicht für eigene Dienste werben dürfen, und das ganz oben?
Google zwingt die Leute nicht dazu deren Seite zu nutzen.

Ich verstehe es nicht.
Wenn Sony auf seiner eigenen Seite für eigene Dienste wirbt, dann ist das doch auch vollkommen legitim.
Und die EU stellt es ja so dar, als würde jeder gleich auf einen Google-Shopping-Link etc. klicken.
Hält die EU die Bürger für so dumm, dass diese nicht lesen und sich keine anderen Informationsquellen mehr recherchieren.

Das ist das gleiche wie bei der Browserauswahl bei Windows. Damit der dumme EU-Bürger auch mal andere Browser sieht, aber nicht nutzt. Wo bleibt also der Zwang, dass bei den Smartphones ein Auwahlmenü kommt, damit man einen anderen Browser wählen kann?

Sorry EU, aber euer Vorgehen halte ich in diesem Fall mal für total daneben.
 
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#14
Haha echt Interessant wieviel Google Versteher es hier gibt, denen die amerikanische Datenkracke näher steht als eine der wichtigsten Institutionen der EU. Tja liebes politisches Establishment: Das habt Ihr uns u.a. mit Euren politisch motivierten Verfahren eingebrockt, die entweder Lobbies bedienen oder als PR in eigener Sache erkannt werden. Vielen Dank auch für das Zerstören eines schönen Traums vom geeinten Europa! Ich träume weiter von einem Europa der Bürger mit einer Verfassung in der es nur ein Parlament, eine Regierung und viele Volksentscheide gibt!
Wer meint er könne Europa ohne die Bevölkerung gestalten, fährt den Karren langfristig an die Wand!
 
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#15
Exemplarisch:

Google.at - Suchanfrage: preisvergleich galaxy s5

Seite1: heise.de, geizhals.at, chip.de, idealo.de, idealo.de, idealo.de, idealo.de, billiger.de, saturn.at, amazon.de
Seite2: giga.de, geizhals.de, handyreparaturvergleich.de, drei.at, willhaben.at, notebooksbilliger.de, a1.net, interdiscount.at, areamobile.de, toppreise.ch

Bis zur Seite 10 hab ich keinen einzigen Verweis auf Google Shopping gefunden...
Vielleicht hab ich ja das falsche gesucht, die Beschwerde falsch verstanden oder es ist in anderen EU-Ländern deutlich schlimmer.
Wie dem auch sei die EU sollte sich mal darum kümmern dieses Unkraut wie z.B. idealo dicht zu machen. ;) Egal was man sucht einer der üblichen unnützen verdächtigen befindet sich auf Seite 1. Und das obwohl ich bereits über mein Profil manuell aussortiere.
 
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#16
Ebenso beim Android Betriebssystem: was heißt hier, Google eigene Dienste bevorzugt?
Mehr dazu etwa hier -> http://www.benedelman.org/news/021314-1.html
Kurfassung: Sobald ein Hersteller nur einen Dienst von Google auf dem Android-Gerät ausliefern möchte muss er quasi alles von Google nehmen, nix davon darf "versteckt" sein und alles muss als Default eingestellt sein. Natürlich kann man da als User, der sich "auskennt", vieles änder, aber eine Voreinstellung / Vorauswahl wird nur selten vom 08/15 Benutzer geändert.
 
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black90

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#17
Das Problem was man hat sind mickrige Strafen, kombiniert mit einer Laufzeit von 5 Jahren für das Urteil.
In dieser Zeit hat Google mit solchen Maßnahmen das 100-fache der Strafzahlung erschlichen.

Das Geschäft lohnt, also wird es von jedem so gemacht der kann.
Wissen alle, nur wird sich nichts ändern, da die Politik korrupt und unterwandert ist.
 

CD

Rear Admiral
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#18
Mehr dazu etwa hier -> http://www.benedelman.org/news/021314-1.html
Kurfassung: Sobald ein Hersteller nur einen Dienst von Google auf dem Android-Gerät ausliefern möchte muss er quasi alles von Google nehmen, nix davon darf "versteckt" sein und alles muss als Default eingestellt sein. Natürlich kann man da als User, der sich "auskennt", vieles änder, aber eine Voreinstellung / Vorauswahl wird nur selten vom 08/15 Benutzer geändert.
Ohne Google unnötig zu verteidigen, aber es ist nunmal ihr Betriebssystem. Wenn andere dieses Betriebssystem und damit verbundene Dienste unter Lizenz nutzen wollen, dann müssen sie sich wohl den Bedingungen beugen. Man könnte genausogut zB keinen Kartendienst installieren und es komplett dem Nutzer überlassen. Die Möglichkeit, auf Wunsch was anderes zu verwenden besteht ja.

Google geht halt auf Umwegen auch in Richtung abgeschlossenes Eco-System (nicht dass ich das gut finden würde oder so), aber nehmen wir mal Apple als Paradebeispiel für ein abgeschlossenes System und betrachten dort den Umstand, dass das iphone6 zwar über NFC verfügt, dies aber nur im Zusammenhangen mit Apple Pay genutzt werden darf. Finde ich persönlich nicht gut, aber als Kunde steht es mir frei einfach nichts von dieser Firma zu kaufen, genauso wie es der Firma freisteht diese Politik zu betreiben.

Und Google Shopping? Noch nie gehört...
Wenn ich bei Google mal nach Produkten suche erscheint zumindest auf Seite 1 immer was ganz anderes.
 
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#19
Bei der Google Suche ist mir diese Bevorteilung eigener Dienste bisher noch nicht aufgefallen, abgesehen davon natürlich, dass Google bei Eingabe eines Ortes oben eine kleine Maps-Karte einblendet.

Die EU scheint aber Beweise zu haben, also muss da etwas dran sein.

Aber bei Android verhält sich Google schon sehr aggressiv. Am schlimmsten ist es, dass Google den Partner-Herstellern verbietet eigene Android-Derivate zu erstellen und so einfach Konkurrenz vermeidet.

Zudem setzen Sie bei Installation der Google Apps viel zu viele Voraussetzungen wie diese Apps integriert sein müssen und Konkurrenz-Apps zu den Google Apps müssen dann auf dem Homescreen schlechter plaziert sein.

Konkurrenten wie z. B. Amazon dürfen ihren eigenen Appstore auch nicht über den Playstore verbreiten usw.

Wünsche der EU also viel Glück in Verfahren. :)
 
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#20
@Google: einfach eine Woche abschalten ... dann kommt die EU von alleine angekrochen, hat bei der Presseverlagen auch ganz gut funktioniert!
 
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