Merz möchte die Klarnamenpflicht

Skysurfa schrieb:
Dann muss der Herr Merz aber auch den nächsten Schritt bedenken, Dieser wird doch sein, dass ohne Anonymität im Netz die Leute wieder vermehrt auf der Straße demonstrieren gehen, wenn denen etwas nicht passt.
Mehr als jetzt schon? Es gibt so viele Demonstrationen, dass es YT Kanäle gibt, deren Inhalt um kaum etwas anderes geht. Des weiteren glaub ich nicht, dass viele Maulhelden im Internet plötzlich sich die mühe machen, nach draußen zu gehen, wenn sie es nicht schon zuvor machten.

Skysurfa schrieb:
Von einem Klarnamen auf die jeweilige Adresse zu schließen ist kein großes Problem. Ich möchte aber nicht jede, im Internet begonnene Diskussion an der Haustür beenden.
Willkommen in der Welt der Kommunalpolitiken.
 
Kickstart schrieb:
Wenn jemand im Simracing mit Pseudonym in einen Konflikt mit anderen Leuten gerät, wird er oft nicht ernst genommen. Meist muss er sich dann die Ermahnung gefallen lassen, erst doch mal den Nick durch seinen Klarnamen zu ersetzen, bevor die Diskussion fortgeführt wird.
Das finde ich sehr übertrieben.
Ich habe auch sehr lange simracing betrieben, allerdings auf Plattformen, wo man zwar die Vornamen hinter einigen Avataren kannte, aber nie irgendwer Klarnamen gefordert hat.
Wozu auch ... es gab einen Katalog an Benimmregeln und accounts die diesen nicht entsprechen wollten (auch nach Hinweisen nicht) wurden einfach gelöscht.
Der User kanns dann nochmal probieren, und sich dieses mal an die Regeln halten, wenn ihm wirklich was am simracing in dieser community liegt.
Und der Rest kann wegen mir gerne weg bleiben.
 
Incanus schrieb:
Ein Namensschild trägt man bei Demonstrationen natürlich nicht
Dein Beispiel passt gut. Du willst kein Namensschild in der Öffentlichkeit. Argument dafür: Man kann ja direkt festgenommen werden.
Analog dazu können im Internet deine Verkehrsdaten (IP, Port und Zeiten) ohne Richter im Quick Freeze gespeichert werden und können dann per Richterbeschluß für die Ermittlungen freigegeben werden.

Du siehst, digital funktioniert es JETZT schon genauso wie analog. NACH einem 'Event' können Identitäten festgestellt werden. Da braucht es immer noch keine Änderung. Sonst landen wir in China, wo man als Werbebild ein Ticket für Rot als Fußgänger missachtet, weil der Bus mit Bild halt bei Fußgänger Rot über seine Ampel fährt.

Das klappt natürlich nach 1 Monat nicht mehr, aber ein Monat nach einer Demo Identitäten ermitteln wird auch schwierig.
 
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Samurai76 schrieb:
Du willst kein Namensschild in der Öffentlichkeit. Argument dafür: Man kann ja direkt festgenommen werden.
Wo habe ich das gesagt? Ich habe den Ist-Zustand beschrieben, nicht einen Wunsch.
Samurai76 schrieb:
Analog dazu können im Internet deine Verkehrsdaten (IP, Port und Zeiten) ohne Richter im Quick Freeze gespeichert werden und können dann per Richterbeschluß für die Ermittlungen freigegeben werden.
Bis man als Privatperson das durch hat, sind die Daten längst gelöscht.
 
Incanus schrieb:
verlängert die Speicherfrist
Welche Frist meinst du? Quick Freeze heißt doch erst Mal nur nicht löschen, bis eine Entscheidung getroffen wird. Wir reden ja nicht über eine VDS, die nach EU Recht für alle verboten ist. Und die Polizei braucht für eine Quick Freeze Anordnung keinen Richter, soweit mir bekannt. Wenn es also nach deiner Darstellung an der Zeit scheitert, scheitert es an der Ansage/Umsetzung bei der Polizei. Deswegen die Atombombe für alle zu zünden finde ich, wie schon einmal geschrieben, aus dem Verhältnis gefallen und an der Ursache vorbei behandelt, wir würden einen Riesensprung zum absoluten Orwell-Staat machen. Einfache Lösungen für komplexe Sachverhalte haben bislang wie oft zu realen Erfolgen geführt? Richtig, nie. Komplexe Probleme lassen sich nicht mit einer Maßnahme abstellen.

Das wäre wie Kriegsbeendigung durch Atomwaffeneinsatz. Hat die Menschheit genau einmal probiert. Fazit: Ja, Ziel erreicht. Schlussfolgerung nach Folgen: Nie wieder, die Kollateralschäden standen in keinem Verhältnis dazu.
 
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Wenn die Daten schon gelöscht sind, ist doch kein ‚Quick Freeze‘ mehr möglich. Aber wir kommen vom Thema ab.
 
Matthias80 schrieb:
Da würde es nur fair sein da GLEICHHEIT zu schaffen
Im Sinne von Online Knopf drücken zur Anzeige gebracht, Vorlage zur Prüfung innerhalb Stunden mit Entscheidung Quick Freeze oder Ablehnung/Einstellung.
 
Zum Thema Merz und der Pinocchio Anzeige:
Offensichtlich hat man ein Klima geschaffen, in welcher das Social Media Team eines Polizeipräsidiums sich berufen fühlt, sowas anzuzeigen. In einem "guten" Rechtsstaat würde das der Staatsanwalt direkt einstellen.

Das muss man mit Blick auf die Meinungsfreiheit schon sehr kritisch sehen.
Dass man Politiker als Lügner bezeichnet (soll wohl mit Pinocchio gemeint sein) ist ja wohl das normalste auf der Welt.


Merz hat sicher auch keine Ahnung über die Mobbing Dynamiken im Internet.
Die Klarnamenspflicht würde Mobbing nicht einschränken, sondern viel gefährlicher machen.
Hat man sich in der falschen Bubble unbeliebt gemacht, wird man in der Bubble gemobbt.
Man weiß aber, dass die alle keine Ahnung haben, wer man ist.
Hat man meinen Namen, findet jeder Hinz und Kunz raus, wo ich wohne.
Weiß, wo meine Tochter in den Kindergarten geht.
Will man diese Infos wirklich all den Verrückten im Internet auf dem Silbertablett präsentieren?
 
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R++ schrieb:
Na, welchen Straftatbestand habe ich jetzt getroffen und muss jetzt für 23497230947 Jahre ins Gulag?
Noch keinen, aber wenn Du zu Gewalt gegen den von Dir geschassten aufrufst oder über ihn aus irgendwelchen Gründen öffentlich Lügen verbreitest, dann kann er gegen Dich wegen übler Nachrede einen Strafantrag stellen.
 
@areiland Und genau das ist der Punkt:
All diese Dinge sind bereits strafbar, im Internet und in der physichen Welt. Wozu genau braucht es so nebulösen, pseudojuristischen Jargon wie "Hass und Hetze"?

Man nenne das Kind doch einfach beim Namen, wenn man eine Straftat vermutet.
 
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tipmyredhat schrieb:
All diese Dinge sind bereits strafbar, im Internet und in der physichen Welt. Wozu genau braucht es so nebulösen, pseudojuristischen Jargon wie "Hass und Hetze"?
Diese Bezeichnung bezieht sich nicht nur auf das Internet und wurde auch nicht für dieses "erschaffen".
 
@Reglohln Das habe ich auch nirgends behauptet. Nichtsdestoweniger ist das ein absoluter Modebegriff, auch wenn er natürlich schon vorher auf eine Weise existiert hat.
 
tipmyredhat schrieb:
Das habe ich auch nirgends behauptet.
Dann taugt es auch nicht als Argument, als das du es angebracht hast.

Und ob es ein "Modebegriff" ist, wage ich zu bezweifeln. Eher ist es die Zeit und Lage, die es nötig machen, Dinge öfter beim Namen zu nennen. Dass das einigen nicht gefällt, ist erwartbar.
 
braindamage10k schrieb:
Und wie wird das umgesetzt? Ausweis Upload sowie biometrische Daten und beim einloggen ein Irisscan und Fingerabdrücke?

Weil einige eventuell an ihrem Leben hängen?

Siehe oben. Wer garantiert dir das das auch wirklich der Klarname ist? Und wie willst du sicherstellen das auch wirklich die Person deren Klarnamen angezeigt wird die Person ist, die gerade am Rechner sitzt?

Klarnamenpflicht ist der Tot des Rechts auf freie Meinungsäußerung, da man durch den Verlust der Anonymität mit Repressalien rechnen muss - selbst wenn man gegen nichts verstoßen hat.
Nein, das basiert auf Vertrauen. Natürlich kann sich jeder auch Michel Müller nennen.

Wenn Du eine Meinung posten möchtest, welche andere dazu bewegt, Dir nach dem Leben zu trachten... Lass ich mal so stehen.

Wie sie es mit dem Klarnamen umsetzen, weiß ich nicht, aber das wird dann schon über den Telefon- oder Internetanbieter laufen. Ich fände das gut.

Die Leute, welche ihre freie Meinung unter einem Pseudonym äußern, sind „meistens“ Verschwörungstheoretiker und Hater. Und hey? Wie bösartig kann denn eine Meinung sein, dass man mit Konsequenzen rechnen muss?
Wie man es schreibt, ist es Meinung oder Volksverhetzung.
"Das und das, was die Politik macht, stelle ich in Frage" oder
"An die Fakeln und Mistgabeln, auf zum Bundestag!!!"

Dann muss man seine Worte eben sauber wählen.
Demonstrieren ist ja friedlich erlaubt.
 
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Kickstart schrieb:
Wenn Du eine Meinung posten möchtest, welche andere dazu bewegt, Dir nach dem Leben zu trachten... Lass ich mal so stehen.
Dazu sind nicht zwingend besonders gravierende Meinungen nötig. Ein Witz über Allah, die Aussage, Gott sei eine Frau, Die Aussage, dass man Transmenschen gleichstellen sollte, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen. Teilweise würde wohl schon reichen, sich als überzeugter Antifaschist und Linker zu outen, je nachdem wo man in DE so lebt.

Mir fallen soviel Beispiele ein, wo eine völlig harmlose Aussage dich ins Visier von radikalen Hardlinern bringen kann... Wie kann man nur derart naiv zu glauben, dass hier ausschließlich der Sender radikale Aussagen tätigen müsse? Oder annehmen, dass das in legitimer Grund sei, dass man auch so jemanden durch Klarnamenpflicht der Gefahr der Lynchjustiz aussetzt? Diese komplett eingeschränkte Sichtweise ist schon sehr weltfremd...
Kickstart schrieb:
Die Leute, welche ihre freie Meinung unter einem Pseudonym äußern, sind „meistens“ Verschwörungstheoretiker und Hater.
Das ist kompletter Unfug und ist eine komplett einseitige Betrachtungsweise, die sich so in keiner Weise in der Realität abbilden lässt.
 
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Kickstart schrieb:
Wie sie es mit dem Klarnamen umsetzen, weiß ich nicht, aber das wird dann schon über den Telefon- oder Internetanbieter laufen. Ich fände das gut.
Da liegen deine Daten alle schon, die Vergehen können auch immer noch verfolgt werden, solange die Polizei ein Ermittlungsverfahren für angemessen hält.
Ich verstand Herrn Merz dagen so, dass der Klarname neben jeder Veröffentlichung stehen soll, und damit müsste sich jeder Nutzer beim Serviceanbieter legitimieren, nicht nur der Anschlußinhaber beim ISP.

Die einzige Änderung, die die Pflicht damit bringt, ist das Hans Müller nicht mehr zur Polizei gehten muss, um ein Vergehen der Strafverfolgung zu melden, sondern gleich den privaten Anwalt losschicken kann. Die unterste Gerichtsinstanz könnte ja eine andere Meinung zu dem Vergehen haben, wie die aktuelle Politik die Regeln dafür vorgegeben hat.
Ergänzung ()

Erkekjetter schrieb:
durch Klarnamenpflicht der Gefahr der Lynchjustiz aussetzt?
Stimmt, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht. Andere Kulturkreise können damit die Ämter auch gleich überspringen und den Konflikt selbst lösen. Dann wären natürlich Polizei und Justiz natürlich auch entlastet.
 
Kickstart schrieb:
Dann muss man seine Worte eben sauber wählen.
Es spricht für einen ziemlich schwachen Charakter, wenn man das unter falschen Namen nicht schafft, oder glaubt, es sei unnötig, weil man aufgrund von Anonymität ja nicht belangt werden kann.

Ich gebe mir Mühe, auf Formulierungen, die als Angriff gewertet werden könnten, zu verzichten ... und zwar nicht, weil ich Konsequenzen fürchte., sondern weil ich selbst ebenfalls nicht angegriffen werden möchte.
Daher versuche ich, keinen Anlass zur "Verteidigung" zu geben ... ob ich dabei erkannt werden kann, oder nicht, spielt für mich keine Rolle.
Das hat einfach was mit gegenseitigem Respekt zu tun.
 
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Ja, die heutige Zeit is wirklich schlimm geworden. Wirfst Punkte in eine Diskussion und plötzlich ist man Rechtsradikal, da man die andere Meinung nicht unterstützt.

Ich stelle nur klar, ich bin durchaus der Meinung, dass Kinder im Internet geschützt werden müssen und dass ich nichts gegen Ausländer habe. Kinder müssen aber generell bis zu einem gewissen Alter beschützt werden. Warum soll der Job der Eltern von der Allgemeinheit bezahlt werden?

Und gerne noch einmal, da es in der Diskussion bislang immer noch nicht darum geht oder ging: Alle Delikte, die Strafbar sind, sind es auch im Internet. Es liegt an der Einschätzung der Polizei und der Staatsanwaltschaft, ob ein Delikt verfolgt wird. In der analogen Welt ist dieses Vorgehen von den meisten akzeptiert. Wenn man das Anhängen des eigenen, geprüften Namens als China Way bezeichnet, ist man auch gleich beleidigend.

Und wo schon gevordert wird, wir können die GPS Funktion der Autos auch kapern. Dann immer ausweisen vor Fahrtantritt und übermittlunf aller Fahrdaten. Automatisch Ticket für Geschwindigkeit, Rechts-vor-Links und alles weitere, was sich daraus so ableiten lässt.
Und dann kann eigentlich auch das Briefgeheimnis weg, sonst sprechen sich die negativen Subjekte (alle Menschen) später noch per Brief ab. Ohne Wissen das Staates!
 
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