Incanus schrieb:
Jemanden einen Schwachkopf zu nennen ist eine juristisch relevante Beleidigung, das ist ein Fakt
Hast du schonmal jemanden sagen hören (bzw in diesem Fall eher schreiben sehen): Er halte jemanden für einen Schwachkopf? Da ist nämlich das Problem mit dem Sprachgebrauch. Da ist nämlich die Grenze zwischen Meinung und Beleidigung im Recht. In der Sprache benutzt aber niemand die umständliche Formulierung seine Meinung auszudrücken, sondern der Satz geht "von der Leber weg" und dann
ist jemand plötzlich ein Schwachkopf. Ist das jetzt eine Beleidigung oder seine Meinung? Braucht man ggfls dazu mehr Kontext um das deuten zu können? Könnte man das falsch deuten? Könnte das zum Nachteil des Schreibers ausgelegt werden?
Was haben wir seit der Gründung der AFD an solchen Beispielen, wie sich über Formulierung und Ausdrucksweise bedient wurde um aufzufallen gestritten. Wir wissen heute bestätigt, dass es schwarze Schafe gibt (ohne die Partei jetzt zu pauschalisieren), die ganz bewußt Parolen und Aussagen exakt passend formulieren um eben Sachen auszudrücken, die hart an der rechtlichen Grenze (sowie an der Faktenlage) entlangschlittern ohne diese dabei zu übertreten. Natürlich wurden Parolen aus der NS Zeit benutzt, ohne das vorher zu wissen, dass es eben eine Parole aus der NS Zeit ist...
Würden wir mit Klarnamenspflicht, die Situation verbessern? Nein leider nicht.
Im Gegenteil, unabhängig von der rechtlichen Seite, die dank richterlichen Beschluß im begründeten Fall bereits alle Möglichkeiten hat, zu prüfen, wer wann was geschrieben hat, Tür und Tor dafür dass sich Menschen ungewollt und unbegründet sozial ins Aus manövrieren und ggfls sogar verfolgt werden. Wie schnell sich eine Dynamik entwickelt und dann plötzlich 500 Leute vor dem eigenen Haus stehen und Theater machen, hat man in den letzten Jahren mehrmals erlebt.
Beim jetzigen Rahmen ist der richterliche Beschluß auch eine Gewaltenteilung und Kontrolle, dass kein Unfug getrieben wird.
Incanus schrieb:
Ein Namensschild trägt man bei Demonstrationen natürlich nicht, aber man ist direkt verantwortlich für sein Tun und kann auch sofort verhaftet werden, wenn man ungesetzliches tut.
Es ist aber ein Unterschied, ob ich gegen Links/Rechts demonstriere und dabei Gesetze überschreite, dass ich mich gegenüber der Polizei ausweißen muß, als wenn ich ohne Gesetze zu verletzen demonstriere und dann Linke/Rechte vor meiner Haustür auf mich auflauern, weil ich mich dabei für alle kenntlich gemacht habe.