Merz möchte die Klarnamenpflicht

tipmyredhat schrieb:
Das habe ich auch nirgends behauptet.
Dann taugt es auch nicht als Argument, als das du es angebracht hast.

Und ob es ein "Modebegriff" ist, wage ich zu bezweifeln. Eher ist es die Zeit und Lage, die es nötig machen, Dinge öfter beim Namen zu nennen. Dass das einigen nicht gefällt, ist erwartbar.
 
braindamage10k schrieb:
Und wie wird das umgesetzt? Ausweis Upload sowie biometrische Daten und beim einloggen ein Irisscan und Fingerabdrücke?

Weil einige eventuell an ihrem Leben hängen?

Siehe oben. Wer garantiert dir das das auch wirklich der Klarname ist? Und wie willst du sicherstellen das auch wirklich die Person deren Klarnamen angezeigt wird die Person ist, die gerade am Rechner sitzt?

Klarnamenpflicht ist der Tot des Rechts auf freie Meinungsäußerung, da man durch den Verlust der Anonymität mit Repressalien rechnen muss - selbst wenn man gegen nichts verstoßen hat.
Nein, das basiert auf Vertrauen. Natürlich kann sich jeder auch Michel Müller nennen.

Wenn Du eine Meinung posten möchtest, welche andere dazu bewegt, Dir nach dem Leben zu trachten... Lass ich mal so stehen.

Wie sie es mit dem Klarnamen umsetzen, weiß ich nicht, aber das wird dann schon über den Telefon- oder Internetanbieter laufen. Ich fände das gut.

Die Leute, welche ihre freie Meinung unter einem Pseudonym äußern, sind „meistens“ Verschwörungstheoretiker und Hater. Und hey? Wie bösartig kann denn eine Meinung sein, dass man mit Konsequenzen rechnen muss?
Wie man es schreibt, ist es Meinung oder Volksverhetzung.
"Das und das, was die Politik macht, stelle ich in Frage" oder
"An die Fakeln und Mistgabeln, auf zum Bundestag!!!"

Dann muss man seine Worte eben sauber wählen.
Demonstrieren ist ja friedlich erlaubt.
 
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Kickstart schrieb:
Wenn Du eine Meinung posten möchtest, welche andere dazu bewegt, Dir nach dem Leben zu trachten... Lass ich mal so stehen.
Dazu sind nicht zwingend besonders gravierende Meinungen nötig. Ein Witz über Allah, die Aussage, Gott sei eine Frau, Die Aussage, dass man Transmenschen gleichstellen sollte, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen. Teilweise würde wohl schon reichen, sich als überzeugter Antifaschist und Linker zu outen, je nachdem wo man in DE so lebt.

Mir fallen soviel Beispiele ein, wo eine völlig harmlose Aussage dich ins Visier von radikalen Hardlinern bringen kann... Wie kann man nur derart naiv zu glauben, dass hier ausschließlich der Sender radikale Aussagen tätigen müsse? Oder annehmen, dass das in legitimer Grund sei, dass man auch so jemanden durch Klarnamenpflicht der Gefahr der Lynchjustiz aussetzt? Diese komplett eingeschränkte Sichtweise ist schon sehr weltfremd...
Kickstart schrieb:
Die Leute, welche ihre freie Meinung unter einem Pseudonym äußern, sind „meistens“ Verschwörungstheoretiker und Hater.
Das ist kompletter Unfug und ist eine komplett einseitige Betrachtungsweise, die sich so in keiner Weise in der Realität abbilden lässt.
 
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Kickstart schrieb:
Wie sie es mit dem Klarnamen umsetzen, weiß ich nicht, aber das wird dann schon über den Telefon- oder Internetanbieter laufen. Ich fände das gut.
Da liegen deine Daten alle schon, die Vergehen können auch immer noch verfolgt werden, solange die Polizei ein Ermittlungsverfahren für angemessen hält.
Ich verstand Herrn Merz dagen so, dass der Klarname neben jeder Veröffentlichung stehen soll, und damit müsste sich jeder Nutzer beim Serviceanbieter legitimieren, nicht nur der Anschlußinhaber beim ISP.

Die einzige Änderung, die die Pflicht damit bringt, ist das Hans Müller nicht mehr zur Polizei gehten muss, um ein Vergehen der Strafverfolgung zu melden, sondern gleich den privaten Anwalt losschicken kann. Die unterste Gerichtsinstanz könnte ja eine andere Meinung zu dem Vergehen haben, wie die aktuelle Politik die Regeln dafür vorgegeben hat.
Ergänzung ()

Erkekjetter schrieb:
durch Klarnamenpflicht der Gefahr der Lynchjustiz aussetzt?
Stimmt, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht. Andere Kulturkreise können damit die Ämter auch gleich überspringen und den Konflikt selbst lösen. Dann wären natürlich Polizei und Justiz natürlich auch entlastet.
 
Kickstart schrieb:
Dann muss man seine Worte eben sauber wählen.
Es spricht für einen ziemlich schwachen Charakter, wenn man das unter falschen Namen nicht schafft, oder glaubt, es sei unnötig, weil man aufgrund von Anonymität ja nicht belangt werden kann.

Ich gebe mir Mühe, auf Formulierungen, die als Angriff gewertet werden könnten, zu verzichten ... und zwar nicht, weil ich Konsequenzen fürchte., sondern weil ich selbst ebenfalls nicht angegriffen werden möchte.
Daher versuche ich, keinen Anlass zur "Verteidigung" zu geben ... ob ich dabei erkannt werden kann, oder nicht, spielt für mich keine Rolle.
Das hat einfach was mit gegenseitigem Respekt zu tun.
 
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Ja, die heutige Zeit is wirklich schlimm geworden. Wirfst Punkte in eine Diskussion und plötzlich ist man Rechtsradikal, da man die andere Meinung nicht unterstützt.

Ich stelle nur klar, ich bin durchaus der Meinung, dass Kinder im Internet geschützt werden müssen und dass ich nichts gegen Ausländer habe. Kinder müssen aber generell bis zu einem gewissen Alter beschützt werden. Warum soll der Job der Eltern von der Allgemeinheit bezahlt werden?

Und gerne noch einmal, da es in der Diskussion bislang immer noch nicht darum geht oder ging: Alle Delikte, die Strafbar sind, sind es auch im Internet. Es liegt an der Einschätzung der Polizei und der Staatsanwaltschaft, ob ein Delikt verfolgt wird. In der analogen Welt ist dieses Vorgehen von den meisten akzeptiert. Wenn man das Anhängen des eigenen, geprüften Namens als China Way bezeichnet, ist man auch gleich beleidigend.

Und wo schon gevordert wird, wir können die GPS Funktion der Autos auch kapern. Dann immer ausweisen vor Fahrtantritt und übermittlunf aller Fahrdaten. Automatisch Ticket für Geschwindigkeit, Rechts-vor-Links und alles weitere, was sich daraus so ableiten lässt.
Und dann kann eigentlich auch das Briefgeheimnis weg, sonst sprechen sich die negativen Subjekte (alle Menschen) später noch per Brief ab. Ohne Wissen das Staates!
 
Zuletzt bearbeitet:
Incanus schrieb:
Daher weht also der Wind.
Ich kann das durchaus nachvollziehen.
Ich würde mir keine Sorgen machen hier staatlich verfolgt zu werden denn ich verstosse online gegen kein Gesetz. Aber Beispiel, in meinem Falle habe ich einen sehr individuellen Namen, ich würde behaupten es gibt weltweit niemanden der so heisst wie ich. Durch die Inhalte meiner Kommentare oder meine sonstige Onlinepräsenz, z.b. auf unserer Firmen-Homepage könnte man rel. einfach meine Wohnadresse herausfinden. Im harmlosesten Falle würde ich plötzlich öfter mal Pizzabestellungen erhalten die ich nicht bestellt habe.....
 
Reglohln schrieb:
Dann taugt es auch nicht als Argument, als das du es angebracht hast.
Weil? Nochmal die Zusammenfassung: "Hass und Hetze" als Kennzeichner ist komplett nutzlos, weil juristisch irrelevant und zudem maximal wage. Das kann alles und nichts bedeuten, je nach Lesart.

Dass dieser Begriff gerne im Zusammenhang mit der online Welt gebrach wird, schließt keineswegs Diskussionen um die physische Welt aus. Und nochmal, das habe ich auch nirgends.
Was auch immer das "Argument" sein mag, auf das du dich hier beziehst, es taugt wohl ganz wunderbar.

Reglohln schrieb:
Und ob es ein "Modebegriff" ist, wage ich zu bezweifeln. Eher ist es die Zeit und Lage, die es nötig machen, Dinge öfter beim Namen zu nennen. Dass das einigen nicht gefällt, ist erwartbar.
Dann nenn die Dinge doch beim Namen: Verleumdung, Aufruf zur Gewalt, Billigung einer Straftat etc etc, der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Inwiefern sind Hass und Hetze präzisere Vokabeln zum Ausdruck dieser Konzepte?

Wenn du möchtest, darfst du auch gerne ein konkretes Beispiel anbringen für eine Missetat, die derzeit straffrei ist, und welche nach deinem Ermessen unter einem neuen Hass-Hetz-Paragraphen strafrechtlich verfolgt werden könnte.
 
tipmyredhat schrieb:
Inwiefern sind Hass und Hetze präzisere Vokabeln zum Ausdruck dieser Konzepte?
Es fasst alle möglichen dieser vorherigen und weiteren Begriffe ganz einfach zusammen. Dass dabei von strafbaren Äußerungen gesprochen wird, ergibt sich aus der Thematik von selbst.
 
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tipmyredhat schrieb:
Weil? Nochmal die Zusammenfassung: "Hass und Hetze" als Kennzeichner ist komplett nutzlos, weil juristisch irrelevant
dann setzt halt "strafbare" davor. Strafbare Handlungen können eben weit mehr umfassen, als was im Internet möglich ist. Man grenzt damit ein, was man genauer meint. Es ist genauso irreführend von Personen wie dir zu behaupten, Hass und Hetze würde immer mehr implizieren als was strafbare wäre. Man leg es sich hier genauso aus, wie man es der Gegenseite vorwirft. Grundsätzlich ist Hass und Hetze keineswegs juristisch irrelevant. Denn beides kommt im entsprechenden Paragrafen des StGb auch vor. Wie kann es da irrelevant sein?
tipmyredhat schrieb:
Inwiefern sind Hass und Hetze präzisere Vokabeln zum Ausdruck dieser Konzepte
Weil sie genau das zusammenfasst? Btw. keineswegs ist deine Aufzählung kontextlos strafbewährt. Das ist genauso "unpräzise".... Hier müsste man dann entsprechend genauso "strafbare/strafbewährt" davor setzen oder von Straftaten als solchen sprechen....
 
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Reglohln schrieb:
Es fasst alle möglichen dieser vorherigen und weiteren Begriffe ganz einfach zusammen. Dass dabei von strafbaren Äußerungen gesprochen wird, ergibt sich aus der Thematik von selbst.
An dir ist wirklich ein Jurist verloren gegangen. Also, erst einmal fassen wir alle möglichen bösartigen Dinge, die man online und auch offline begehen kann, zu einem Sammelbegriff zusammen, dann lassen wir noch einen Türspalt offen für "weitere Begriffe", falls wir ad hoc etwas vergessen haben sollten.

Diese weiteren Begriffe sind es übrigens, welche ein gigantisches Problem (unter vielen anderen) darstellen:
Hass und Hetze ist ein so weitläufiger, unpräziser Ausspruch, dass man je nach Boshaftigkeit alles mögliche dem zuordnen kann.

Ein Beispiel wurde vor ein paar Seiten gebracht: Es weigert sich jemand, neuartige Pronomen zu verwenden und / oder die Existenz von neuartigem Geschlecht XYZ anzuerkennen. Ich bin mir sicher, für einige Kollgen hier wäre das genug für ein Hassverbrechen, mitsamt Verurteilung und in manchen Fällen Vierteilung.

Aber so einfach ist das nicht: Diese ablehnende Einstellung findet man in der absoluten Mehrheit der Bevölkerung, alleine die Statistiken zur Ablehnung der Gendersprache sprechen Bände. Davon, dass also irgendjemand zu diesem Theme eine Art kosmischer Wahrheit auf seiner Seite hat, kann keine Rede sein.
Müssen nun alle mittels eines nebulösen Hassgesetzes mit (Staats-)Gewalt umerzogen werden?
Gute Ideen setzen sich üblicherweise ohne Androhung von Konsequenzen durch, zumindest in freien Kulturen.
 
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Es ist eben Auslegungssache, und damit auch dem Zeitgeist unterworfen. Nicht umsonst gibt es formulierungen wie "geeignet den öffentlichen Frieden zu stören" und ähnliches.

strafbewehrt heißt es im übrigen, kommt ja von Wehr/wehren.
 
Corto schrieb:
Es ist eben Auslegungssache
Und wenn mit so einem schwammig vormulierten Begriff dann die Pflicht eingeführt wird, kann man den Ramen hinterher auch viel besser anpassen bzw. kann immer selbst überprüfen, ob man einen Richter findet, der bei der Zivilklage dann eine ähnliche Meinung hat.....
Ein nach Gesetzen definierter Ramen ist doch aktuell das Problem. Und die einfache Lösung für alles, einfach Quellenname dran, dann kann die Öffentlichkeit das Problem lösen (und der Staat wird nicht weiter mit Banalitäten belästigt), die Justiz soll es dann ja nicht mehr zwingend, sie könnte es auch jetzt. Halt nur nach der Definition jetzt. Und den Ramen jetzt zu ändern, uh Mann, da küsste man erst Mal Expertenkommisionen zu tagen lassen. Und dann muss der Vorschlag auch noch durch die jeweiligen Parlamente. Eine Fplicht, einmal verabschieden, das geht viel einfacher und schon ist das ganze komplexe Problem gelöst. Die Kollateralschäden werden einfach ausgeblendet. Entweder weil sich keiner mehr Äußern möchte oder weil sie es danach nicht mehr können (Nachbarn schauten mal vorbei um die Meinung zu korrigieren).
 
Also ich finde es ja irgendwie traurig, da haut der Merz einen Raus - eine praktisch nicht umsetzbare Stammtischforderung um seine ü60 Wählerschaft und Parteikollegen zu bauchpinseln - und ihr macht hier 8 Seiten Diskussion draus :D
 
tipmyredhat schrieb:
Ich bin mir sicher, für einige Kollgen hier wäre das genug für ein Hassverbrechen, mitsamt Verurteilung und in manchen Fällen Vierteilung.
Damit dürftest du komplett daneben liegen, das ficht dich aber nicht an. Ich behaupte das Gegenteil: Hier würde NIEMAND daraus eine strafbare Handlung auf BAsis von "Hass & Hetze" konstruieren, wenn es dabei nur um eine Weigerung geht...

PS. Gesetze waren, sind und werden nie derart präzise sein, wie hier grad unterstellt. Genau deswegen gibt es Rechtsprechung und damit eine Auslegung der Gesetze...
 
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Hier ein frischer Artikel zum Thema aus dem TSP. Türkei aktuell

Ist der Klarname erstmal im Netz ........
 
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Axxid schrieb:
Jede Webseite muss theoretisch auch eigenständig sämtliche Angaben überprüfen bevor User freigeschaltet werden
eID
Zack, erledigt.
Wird eh viel zu wenig benutzt.
Wie andere Nationalitäten dann damit umgehen sollen ist dem Fritze sicher egal. Er regiert ja nur Deutschland.
 
tipmyredhat schrieb:
Also, erst einmal fassen wir alle möglichen bösartigen Dinge, die man online und auch offline begehen kann, zu einem Sammelbegriff zusammen, dann lassen wir noch einen Türspalt offen für "weitere Begriffe", falls wir ad hoc etwas vergessen haben sollten.
Was hat das ganze mit juristischen Begriffen zu tun? Was hat das Klarnamen-Thema mit juristisch definierten Begriffen zu tun? Es ist ein Begriff, der für die allgemeine Kommunikation herhält, die ggf. strafbare Äußerungen beschreibt.

Was habe ich denn mit "weitere Begriffe" gemeint? Sicher nicht irgendwelche frisch erdachten Straftatbestände, sondern bestehende, die im vorherigen Post nicht aufgeführt waren.
 
Vor allem frage ich mich, wie er das bitte durchsetzen möchte. Nehmen wir als Beispiel dieses Forum: Ich wohne in Manhattan und darf mich weiterhin mit meinem Benutzernamen anmelden, während alle anderen hier ihren Klarnamen verwenden müssen?
Und das soll dann überall im Internet so durchgezogen werden? Wie will er das kontrollieren, wenn die Bürger ein VPN nutzen?
 
@banditone Ich glaube das Konzept eines VPN wird er in diesem Leben nicht mehr begreifen.
 
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