ortsübliche Vergleichsmiete

BeBur schrieb:
Für mich klingt das spontan nach Nötigung "Friss die Erhöhung sonst..."
§ 240 (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Man muss die Sache jetzt nicht größer machen als sie ist, aber nett ist was anderes... (zumal er auch weiss, dass ich Interesse an einem Kauf hätte...)
Der Wortlaut war auch nicht: "...dann rentiert sich das Ganze für mich nicht mehr..." sondern eher:"... der neue Eigentümer wird dann schon Eigenbedarf anmelden, dann müssen Sie raus..."
 
Idon schrieb:
Verkauf oder Eigenbedarf ist rechtswidrig?
Nein, aber der Versuch eine potenziell (bin nicht auf dem letzten Sachstand hier im Thread) unzulässige Mieterhöhung durchzusetzen mit der Drohung von Verkauf und folgendem Eigenbedarf, also Rausschmiss des Mieters aus seiner Wohnung, das klingt für mich als Laie jedenfalls nach Nötigung.

Deutlichere analoge Beispiele hatte ich weiter oben schon genannt.
 
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Wie schon diverse Beiträge hier angemerkt haben, sind die Gesetze in Deutschland schon extrem mieterfreundlich.
Um bei einem Eigentum Eigenbedarf anzumelden, sind die rechtlichen Hürden nicht ganz klein.
 
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Hm ich bin nicht der Meinung, dass das schon unter Nötigung fällt. Für mich ist das weniger eine Drohung als ein Aufzeigen der Alternativen bzw. der Konsequenzen.
Warum kann er nicht mal sagen, dass er die Wohnung verkaufen könnte und der nächste Eigentümer womöglich gerne selbst drin wohnen würde?
Klar, der Ton macht die Musik.
Eine Drohung/Nötigung wäre doch erst, wenn er konkret sagt, dass er die Wohnung verkauft oder in versuchen wird rauszuwerfen wenn er XY nicht akzeptiert.

hamju63 schrieb:
sind die rechtlichen Hürden nicht ganz klein.
Aber auch nicht unüberwindbar.
Vor allem wenn der aktuelle Mieter ggf. Single, Kinderlos und nicht im hohen Alter oder schwerstkrank/behindert ist.
Das ist wie bei einer Kündigungswelle in einem Betrieb nach Sozialplan. Da stehen die ledigen Singles ohne Familie immer ganz oben auf der Abschussliste.
Wenn die Bude eine große Wohnbaugesellschaft kauft ist das mit Eigenbedarf schon eher hinfällig.
Kauft die aber eine Privatperson kann die natürlich auf Eigenbedarf kündigen.
 
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Khaotik schrieb:
Aber auch nicht unüberwindbar.

Das ist doch auch völlig in Ordnung !
Die Wohnung gehört dem Eigentümer.

Und es steht Dir ja frei, selber Wohneigentum zu erwerben.
Gerade wenn Du jung, single und/oder kinderlos bist, solltest Du in der Lage sein, auch die entsprechenden Mittel zu beschaffen.
 
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Soweit ich weiß, kann die Miete nicht einfach angepasst werden. Aber ich bin kein Fachanwalt und würde mich auf jeden Fall bei einem Anwalt oder dem Mieterschutzbund beraten lassen.
 
hamju63 schrieb:
Und es steht Dir ja frei, selber Wohneigentum zu erwerben.
Das stimmt natürlich.
Mein Vermieter weiss auch von meinem Wunsch die Wohnung zu kaufen. Und nutzt trotzdem den Verkaufsplan als Druckmittel...
"Ihnen verkaufe ich die Wohnung nicht! Der neue Eigentümer wird sie dann schon rauswerfen..."
 
So will man eh nicht wohnen. Wieviele neue Wohnungen hast Du schon besichtigt? Falls keine, wird es Zeit, denn dort wirst Du nicht mehr glücklich.
 
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larska schrieb:
"Ihnen verkaufe ich die Wohnung nicht! Der neue Eigentümer wird sie dann schon rauswerfen..."

Das ist dann eher eine persönliche Geschichte und...
Nein, der neue Eigentümer kann Dich als Bestandsmieter natürlich eben nicht sofort rauswerfen.
Für eine Eigenbedarfskündigung gibt es , je nach Bundesland, ziemlich hohe Hürden.
Da Du in der Wohnung bereits lange wohnst, beträgt die Kündigungsfrist für eine Eigenbedafrskündigung auch 9 Monate.
Und wenn ein Miethaus in Eigentumswohnungen gewandelt wird, gibt es Fristen von 3-10 Jahren (je nach Bundesland), die eingehalten werden müssen, BEVOR der neue Eigentümer wegen Eigenbedarf kündigen kann.

Deshalb eben.
In Deutschland ist das Mietrecht schon extrem mieterfreundlich.
 
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onesworld schrieb:
So will man eh nicht wohnen. Wieviele neue Wohnungen hast Du schon besichtigt?
wo wir beim nächsten Problem wären... :jumpin:
Man wird hier selten zu Wohnungsbesichtigungen eingeladen, da meistens zu viele Interessenten Schlange stehen... deshalb können auch zuviele Wohnungen mit Wucherpreisen vermietet werden...

Klar, könnte man sagen, dann zieh doch raus aus dem Ballungsraum... Tja, nur kann man nicht einfach alles "mitnehmen" (Job, Partner, etc...)
Ergänzung ()

hamju63 schrieb:
Und wenn ein Miethaus in Eigentumswohnungen gewandelt wird, gibt es Fristen von 3-10 Jahren (je nach Bundesland), die eingehalten werden müssen, BEVOR der neue Eigentümer wegen Eigenbedarf kündigen kann.
wäre hier nicht der Fall... da die Wohnungen schon Eigentum sind....
 
larska schrieb:
Man wird hier selten zu Wohnungsbesichtigungen eingeladen,

Zu so etwas wird man nicht eingeladen, da geht man einfach hin.
Und man bereitet sich vor.

Und die Änderung, die da vor ein paar Jahren vorgenommen wurde, dass der Vermieter den Makler bestellen muss, finde ich persönlich absolut kacke.
Damals konnte ich mir einen Makler nehmen, den ich im Erfolgsfalls dann selber bezahlt habe, wenn ich eine Wohnung suchte.
Das geht jetzt nicht mehr, weil Makler nur Wohnungen anbieten können, für die sie das Mandat haben.
 
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hamju63 schrieb:
Zu so etwas wird man nicht eingeladen, da geht man einfach hin.
Tja... nur sind die meissten Besichtigungen nicht "öffentlich" sondern werden vorsortiert...
 
hamju63 schrieb:
Das ist, zumindest in den Städten, nicht richtig. 1980 gab es in Hamburg noch 350.000 Sozialwohnungen. Im letzten Jahr waren es noch 78.000.

es gab 1989 wohnungsmangel in deutschland, so ganz allgemein. geh doch mal in die archive und ließ das nach. ich selber habe auch radio-mitschnitte (deutschlandfunk & antenne bayern) vom 10.11.1989 wo genau das thematisiert wurde. das ist von mir also nicht einfach so aus der luft gegriffen.
 
nach der wiedervereinigung sind viele zunächst in die heimat zurückgekehrt. 89 war es ja eine flucht, die erstmal in überfüllten flüchtlingslagern endete und damals rief antenne bayern dazu auf wohnraum zu schaffen und stieß dabei auch auf kritik, weil es eben insgesamt zu wenige wohnungen gab. heute ist das natürlich wieder anders, wahrscheinlich ist im osten jedes zweite haus entvölkert, weil es dort keine arbeit gibt und die leute in die schweiz übersiedelt sind um dort auf dem bau oder bei novartis geld zu verdienen. oder im rhein-main gebiet oder eben in hamburg, hannover oder münchen.
Ergänzung ()

Idon schrieb:
Es liegt auch daran, dass die Bausubstanz in Frankreich oft schlecht ist, in >12% aller Fälle sogar gefährlich für die Bewohner.

in marseille gibt es tatsächlich solche probleme, das ist eine alte hafenstadt und das geht schon eine weile durch die presse, man sollte aber nicht frankreich daraus machen. in deutschland wurde nach dem zweiten weltkrieg alles sehr schnell wiederaufgebaut, da hat man sicherlich nicht auf die beste bausubstanz geachtet und auf ästhetik sowieso nicht. nicht zufällig spricht man hier auch oft von der späten rache hitlers. das ist natürlich bitterböse satire, trifft aber irgendwie den kern der wahrheit.
 
Zuletzt bearbeitet:
capitalguy schrieb:
es gab 1989 wohnungsmangel in deutschland,

Wenn es den also bereits 1989 gegeben hat und niemand etwas dagegen getan hat, dann hat er sich erheblich verschärft.
Und eben ganz besonders in den Städten.

Aber woran machst Du das fest?
Dass Du keine Wonhung bekommst, wo DU sie gern hättest?
Immobilien heißen eben Immobilien, weil man sie nicht ohne Weiteres von einem Ort an den anderen verschieben kann.
 
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hamju63 schrieb:
Wenn es den also bereits 1989 gegeben hat und niemand etwas dagegen getan hat, dann hat er sich erheblich verschärft.
Und eben ganz besonders in den Städten.

es hat sich ja zwischendurch verändert, im jahr 2000 gab es genug wohnungen. natürlich war es dadurch schwerer einen nachmieter zu finden, auch in zentraler lage.

hamju63 schrieb:
Aber woran machst Du das fest?
Dass Du keine Wonhung bekommst, wo DU sie gern hättest?

der markt ist nun mal dynamisch. nun ist die nachfrage gerade höher als das angebot. seit der lehmann-pleite 2008 wird verstärkt in beton investiert und der deutsche wohnungsmarkt gilt auch international als sehr interessant.
 
ThomasK_7 schrieb:
Im übrigen haben sich die allgemeinen Reparaturkosten für den Vermieter seit 2009 erheblich verteuert
Das sind aber Betriebskosten (Nebenkosten) und kein Grund die Kaltmiete anzupassen.
 
Allgemeine Reparaturkosten sind keine umlagefähigen Betriebskosten und zählen auch nicht umgangssprachlich zu den Nebenkosten. Es sind Instandhaltungskosten und die werden aus der Kaltmiete bestritten, sofern das Objekt rentierlich läuft :D.
 
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