Quo vadis BTMG?

AW: Cannabis Legalisierung

Ursprünglich ging es mir darum, dass Gelegenheitskiffer durch diese behördliche Unzulänglichkeit oft genug härter behandelt werden, als bekannte Quartalssäufer. Letzteren wird scheinbar öfter noch genug Verstand zugesprochen, sich nicht sturzbesoffen in der Verkehr zu stürzen.
Und das wegen eines Verstoßes gegen das BTMG, in dem Alkohol bekanntlich NICHT drinsteht.

Bei Cannabis wird zumindest nach meiner Erfahrung auch gerne mal aus einem einzigen aktenkundigen Verstoß eine charakterliche Schwäche (Sucht) gemacht, mit teilweise massiven Folgen - der Führerschein ist da nur EIN Beispiel.
Ein Verstoß gegen das BTMG (auch ein klitzekleiner) landet auf jeden Fall in den Akten der FSST, eine leicht "angesäuselte" Fahradfahrt hingegen nicht.

Aus meiner Perspektive wirkte es so, als wolltest du diese von mir so (fremd-) erlebte Praxis verteidigen.
 
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Okay, da stimme ich dir zu - auch wenn ich es nicht auf behördliche Unzulänglichkeiten, also bezogen auf das Verfahren oder die Organisation an sich, sondern auf die gesellschaftlich etablierte Denke zurückführen würde, die - wie gesagt - den Cannabiskonsum, im Gegensatz zum Alkoholkonsum, zumeist mit einer sodann offenbar automatisch vorhandenen Suchtproblematik (und somit charakterlichen Mängeln) gleichsetzt.
(Hierbei handelt es sich um meine persönliche Hypothese.)



@Beitrag unter mir:
No offense - none taken :schluck:
 
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Da sind wir also eigentlich nicht so uneins ... vielleicht doch eher ein Misverständnis.
Das nehme ich dann auch gerne auf meine Kappe, denn ich denke schon, dass ich mich gelegentlich etwas zu kompliziert ausdrücke.

Vielleicht hätte die gesellschaftlich etablierte Denke nicht ganz so krasse Auswirkungen, wenn sie nicht in Gesetzestexten, Organisations- oder Verfahrensstrukturen und Akteurspraxen regelmäßig aufs neue zementiert würde?
In dieser Richtung möchte ich eben gerne überlegen. Wie bekommt man es hin, dass die Akteure so handeln MÜSSEN, dass nicht ganz automatisch diese Negativfolgen entstehen?

Wenn wir in Institutionen schon ständig mit struktureller Gewalt zu tun haben, dann könnte man ja auch mal überlegen, wie man diesem Umstand ausnutzen könnte.
Z.B. in dem man den Ermessensspielraum umgestaltet. Strafmaße, die sich überschneiden, und die Höchststrafe für Cannabiskonsum im Straßenverkehr eben im gleichen Bereich ansiedeln, wie die mindeststrafen für Alkoholfahrten. Einfach um eine Gleichbehandlung TROTZ gesellschaftlich etablierter Vorurteilsstrukturen zu erreichen. Wenn die Denke sich dann geändert hat (wenn z.B. Kiffer grundsätzlich niedrigere Strafen erhalten, als Trinker, weil bei beiden die Strafbemessung sich einer Normalverteilung angenähert hat), kann man es ja wieder "normalisieren".
Freilich müsste dazu entweder das THC aus dem BTMG gestrichen werden, oder der Alkohol muss dort hinein.

Schade, dass das wohl immer ein utopisches Gedankenspiel bleiben wird.
 
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https://www.youtube.com/watch?v=gkcO_wJ9yKo
http://en.wikipedia.org/wiki/David_Nutt
Absolut sehenswert !!! ;) David Nutt ist wirklich jemand der Ahnung hat(Professor für Neuropsychopharmakologie) und auch unpopuläre Ansichten vertritt. Er zeigt deutlich, dass die Drogenpolitik ohne Sinn und fern jeder Wissenschaft ist.

Die Rolle der Medien wird auch erwähnt. So wird die Anzahl der Zeitungsartikel über vermutlich drogeninduzierte Todesfälle mit der absoluten Zahl verglichen.

So hat eine Zeitung über fast jeden MDMA Tod berichtet, aber über fast keinen Asperin/Paracetamol-Tod :lol:
 
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Wurde das hier bereits diskutiert? Meiner Meinung nach ist es derzeit sehr interessant, zu beobachten, was in Colorado so läuft:

It's No Toke: Colorado Pulls In Millions In Marijuana Tax Revenue (forbes.com)

Colorado pulled in $2 million in taxes related to the sale of recreational marijuana…in January 2014 alone. Combined with taxes on sales from medicinal marijuana, the state pulled in nearly $3.5 million in pot-related tax revenue.

Wenn man das auf Deutschland hoch rechnet, und von etwas weniger Kiffer aber etwas höheren Steuern ausgeht, dann geht es hier potenziell um ca. 500 Millionen Euro im Jahr, die man mit einem Politikwechsel einnehmen könnte. Derzeit gibt man meines Wissens nach etwa 20-30 Millionen Euro im Jahr in Deutschland aus, um Kiffer zu verfolgen.

Ich finde es daher sehr offensichtlich, dass eine Legalisierung sowohl dem Staat helfen würde, als auch erweiterte Mittel zur Prävention und anderweitiger Hilfe finanzieren könnte.

Um es mal ganz fies auf den Punkt zu bringen: Wer in Europa rein aus Prinzip gegen eine liberalere Politik in dieser Hinsicht ist, der ist im Geiste durchaus mit den Amerikanern zu vergleichen, die rein aus Prinzip z.B. Abtreibungen verbieten wollen.

Nicht dass ich Drogen und Abtreibungen gut fände, ich finde die Leute die dagegen sind haben moralisch durchaus Recht. Allerdings interessiert mich nur, was am besten funktioniert, und sture Verbote funktionieren in solchen Bereichen eben erfahrungsgemäß nicht.
Daher sollte man einfach mal zur Vernunft kommen. In Europa mit dem Gras, und in Amerika mit Abtreibung und Prostitution. Lieber regulieren, wenn Verbote schlicht nicht funktionieren.
 
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schöner link cokocool, echt interessant.

aber auch deprimierend, aber man gewöhnt sich langsam daran, dass nichts mehr mit Menschlichkeit und Ehrlichkeit entschieden wird. Traurige Welt...
 
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Ich finde, jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich und sollte in seinem Konsumverhalten nicht vom Staat beformundet werden.

Kinder und Jugendliche müssen natürlich geschützt werden, aber keine erwachsenen Individuen.
 
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Ich glaube die Steuereinnahmen die colorado jetzt hat überzeugen jeden Politiker, zumindest in den USA gehts jetzt damit los.
 
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RobertB2011 schrieb:
Ich bin dagegen. Viele Leute können schon mit Alkohol nicht umgehen, da braucht es keine weitere legalisierte Droge.

Cannabis ist eine verträglichere, weniger süchtig machende, gewaltmindernde Droge im Gegensatz zu Alkohol.

Ich fände es eine deutlich bessere Alternative für die, die nicht mit Alkohol umgehen können.

Alkohol ist hartes Zeug im Gegensatz zu Cannabis. Erst recht wenn das Cannabis mittels Vaporizer konsumiert wird.
 
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Ich frage mich, ob die Legalisierung aller Drogen nicht vielleicht auch Morde zur Vertuschung bzw. unter Rivalen verhindern würde. Man müsste dann eben mehr Aufklärung betreiben. Und wenn die Leute die Drogen trotz Warnung nehmen und sich dadurch umbringen, dann sind sie eben selbst schuld. Dummerweise gelangen dann wohl auch Kinder an diese Drogen. Also wohl keine so gute Idee.

Bei Cannabis mache ich mir aber keine so großen Sorgen, das soll ja noch recht harmlos sein, selbst im Vergleich zu Alkohol.
 
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Sterben mittlerweile eigentlich schon mehr Menschen durch den Drogenkrieg (rivalisierende Drogenkartelle, Mafiafamilien und Krieg der Behörden gegen diese) oder durch Konsum der umkämpften illegalen Drogen?

Ich weiss dass in Mexiko jährlich ca. 10.000 Menschen durch den Drogenkrieg sterben.
 
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Zählt man nur die Toten durch illegale Drogen kann das gut sein. In der ganzen EU sterben weniger Menschen durch illegale Drogen als es Drogenkriegtote alleine in Mexico gibt (wenn deine 10.000 Toten stimmen). Mit den legalen Drogen wie Alkohol und Tabak kommen tausende % an Drogentoten dazu. Dann sieht es wieder anders aus.
 
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Magogan schrieb:
selbst im Vergleich zu Alkohol.

Selbst im Vergleich zum Alkohol...? Alkohol ist massiv gefährlich, das sagt nur so laut keiner, weil ja sogar ein Ex- Bundeskanzler strunzbesoffen in der Bundestagswahl-Nachdiskussion lauthals größenwahnsinnige Reden schwingen kann. Das finden alle nur lustig, kann eben passieren.

Wenn der n Lachflash bekommen hätte, ne Tafel Schokolade während des Diskussion gemampft hätte und ansonsten smoothe Stimmung verbreitet hätte, fänd ICH das nun wieder lustig und würde sagen: Kann passieren... Aber dann wäre er für immer weg vom Fenster (naja, war er eh, aber als Beispiel halt)

Oder der ich glaube FDP Heini der auch völlig betrunken eine Rede gehalten hat. Der Bundestag amüsierte sich, allerdings waren seine letzten Worte tatsächlich komisch: Da die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer doch nachhaltig eingeschränkt ist, schließe ich jetzt (sinngemäß)

http://www.youtube.com/watch?v=siw-MAiKVtA
 
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HongKong Fui schrieb:
... weil ja sogar ein Ex- Bundeskanzler strunzbesoffen ...
Schröder war nicht übermäßig alkoholisiert, sondern "erfolgsberauscht" - wer glaubt, dass man immer im gleichen nüchternen Hirnzustand ist, wenn man keine psychoaktiven Substanzen von außen hinzufügt, lügt sich selbst etwas vor. (oder hat ein defektes lymbisches System)
 
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Um aber wieder etwas mehr aufs Threadthema umzuschwenken, ohne sich dabei im verkehrsrechtlichen Kleinklein zu verlieren - genauso wie in der Gesellschaft, dürfte bei den diversen Behörden noch eine Vorstellung vorherrschen, die wie beschrieben, bereits den Gelegenheitskiffer in derselben Kategorie verortet wie den Heroinjunkie. Das Stigma der Sucht bzw. Abhängigkeit kommt also mitunter, im Gegensatz zum Konsum von Alkohol, weitaus früher zum tragen. Woraus durchaus negative Konsequenzen resultieren können; s.o. zu den charakterlichen Mängeln.
diRAM...sehr schön formuliert :)
mir gehts aber mehr um die charakterlichen Mängel. Wenn's irgendwo einen Mangel gibt, dann muss es doch auch irgendwo einen Soll-Wert geben, sprich irgendwo muss doch der "perfekte charakter" ausformuliert sein. weil ohne Soll, kein vergleich soll/ist, kein mangel.

was hab ich also für mängel, die andere nicht haben ? ^^

btw. wenn ich manchmal sehe wie andere leute rumfahren....
(heute wieder eine frau, die bemerkt hat das sie rechts vor links nicht beachtet hat (war auch schlecht bis unmöglich einzusehen).
Sie hält also (obwohl sie schon "durch" war) an (vollbremsung !!), rückwärtsgang 1m, dann doch wieder vorwärtsgang und fährt weiter (weil derjenige sowieso nicht rausgekommen wäre, weil er links abbiegen wollte)
... dann denk ich mir immer: "und ich darf nich..."
 
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MountWalker schrieb:
Schröder war nicht übermäßig alkoholisiert, sondern "erfolgsberauscht"

Stimmt (u.U.) tatsächlich, ich habe es mir nochmal angesehen, das hatte ich deutlicher in Erinnerung. Allerdings erfolgsberauscht kann schwerlich stimmen, schließlich war er sich seiner Niederlage durchaus bewusst, wie man an seinen verzweifelten Versuchen was positives abzugewinnen mehr als deutlich sieht. Wahrscheinlich verträgt er einfach unfassbar viel (ok, nur Spaß). Zu den weiteren Worten sag ich nichts, bedanke mich aber für deine Einschätzung meines geistigen Potentials...

Letztlich wollte ich Beispiele bringen die zeigen, dass Alkohol gefährlich ist, aber trotzdem vom nahezu gesamten Volk verharmlost wird, einfach weil es (fast) jeder tut bzw. konsumiert. Das eine Beispiel war nun keins, dann nimm das andere oder welche von YT, mit betrunkenen Politikern gibt es da einige. Während der Arbeitszeit betrunken btw, in meiner Firma gäbs ne Abmahnung...
 
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HongKong Fui schrieb:
... bedanke mich aber für deine Einschätzung meines geistigen Potentials...
Wo bitte hab ich das denn getan? Ich glaub du hast mich da krass mitverstanden - das lymbische System hat nullkommanix mit Intelligenz zu tun, also du mal nicht so, als hätte ich dich als dumm beschimpft - zumal meine Rhetorik darauf abzielte, dass du den Zustand schon selbst kennst und gar nicht unter die Gruppe von Menschen fällst, die einen Dopaminkick (bei Sport, Mathe oder was auch immer) nicht kennen. Das lymbische System ist für Hormone, Dopamin und körpereigene Opiate zuständig - wer glaubt, dass man erfolgsberauscht nüchtern ist, kann Erfolgsberauschtheit nicht kennen und wer das noch nie erlebt hat, hatte noch nie einen Dopaminkick, ergo lymbisches System kaputt. Einstein hatte Asperga, Asperga ist die Folge eines Hirnteildefekts, das mindert meinen Respekt für Einstein nicht und hat auch nichts mit Beschimpfung zu tun, wenn man eingesteht, ja, bei Asperga funktioniert etwas im gehirn nicht, das bei Nicht-Asperga funktioniert.

Und ich glaube durchaus, dass er Erfolg verspürte - in den kommentaren danach haben viele SPDler gesagt, dass er vor der Talk-Runde zwei Stunden lang als Triumphator über Merkel gefeiert wurde - weil Merkel eben nicht genug hatte, um ohne die SPD regieren zu können und: "Sie glauben doch nicht im Ernst, dass meine Partei eine Regierung unter Ihrer Führung akzeptieren wird", war von ihm auch ernst gemeint - die Wahlwerbung der gesamten SPD in dem Wahlkampf zielte darauf, Merkel als unfähig hinzustellen, deswegen ist es schon etwas scheinheilig von der SPD, wenn man die Antimerkelüberheblichkeit im Nachhinein allein auf Schröder schiebt. Schröder hat sich in der Elephantenrunde exakt so verhalten, wie die SPD-Wahlwerbung vor der Wahl.

P.S.
Ich denke nicht, dass es der Sache dienlich ist, wenn wir Cannabis mit einer Hetzkampagne gegen Alkohol rechtfertigen. Dieses "meine Droge (Hanf) ist aber viel gesünder als deine Droge (Alk)" sind viele leid. Und ich finde es äußerst unsachlich, die Gefährlichkeit von einer Droge damit belegen zu wollen, dass jemand in der Öffentlichkeit berauscht ist - das führt nur dazu, dass der Puritanismus siegt und jegliches Rauschmittel verboten wird, weil die Berauschtheit zur Sünde wird, und nicht die Gefahr. Dabei gehts bei der Legalisierung darum, dass sich Menschen legal berauschen wollen und nicht darum, dass sie trotz rauschmittel nüchternes verhalten an den Tag legen - denn dafür ist es günstiger, nüchtern zu bleiben.
 
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