AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?
Nein, stehen sie nicht, du akzeptierst die Antworten lediglich nicht:
"- Willst du damit sagen, dass ein Verbot garantiert, dass es keine Nachfrage nach den genannten Drogen gibt? Das wäre absurd. Die Nachfrage bleibt, man verliert nur den Rest der Kontrolle und den Markt in die Hände von Kriminellen."
Natürlich verhindert ein Verbot nicht die Nachfrage, das ist schließlich der Status Quo und die Nachfrage unleugbar da. Eine Legalisierung solcher Drogen verhindert aber nicht die illegale Herstellung, da diese billiger ist, da sie auf die aufwendige und teure Reinigung verzichtet. Der Markt für die Kriminalität bleibt also weiterhin vorhanden.
"- Oder willst du sagen, dass eine Legalität dazu führt, dass die Nachfrage steigt? Hat die Erfahrung (Niederlande, usw.) nicht gezeigt. Aber wieso nehmen Menschen Drogen in Mengen die schädlich sind? Ändern sich die Umstände durch eine Legalisierung nicht eventuell so weit, das unter dem Strich geringere Mengen genommen werden?"
Weder noch. In der Regel bleibt die regelmäßige Nachfrage gleich hoch, was bei Drogen wie Cannabis auch kein Problem darstellt. Bei Drogen auf Amphetaminbasis oder Opiaten kann aber bereits bei erster Verwendung eine körperliche Abhängigkeit entstehen. Und die Zahl, die Drogen zumindest probieren, die legal sind, ist durchaus höher und das ist bei diesen Drogen aufgrund des Abhängigkeitpotentials durchaus problematisch.
"- Wie definiert man die Gefährlichkeit bzw. die Schädlichkeit? Nur direkter Schaden durch die Droge oder auch Indirekter Schaden z.B. durch Verwahrlosung (siehe Meth-Mund) oder Schaden durch den Drogenkrieg (Behörden vs. Banden und Banden vs. Banden), usw.?"
Hier zeigst du eine offensichtliche Unwissenheit zur Thematik. Drogen sind vor allem wegen Verunreinigungen gefährlich, seltenst ist der eigentliche berauschende Stoff schädlich, zumindest in den für den Rausch notwendigen Mengen. Bei Desomorphin und Meth sind die Verunreinigungen teils so giftig, dass bereits durch einmalige Nutzung irreparable Schäden entstehen. Bei Opiaten und Amphetaminen besteht zudem immer auch die Gefahr einer Überdosis. Von den Gefahren des eigentlichen Rauschzustandes ganz abgesehen (Erstickung durch Erbrochenes bei Methsüchtigen/Heroinjunkies). Auch wird Beschaffungskriminalität durch Legalität nicht unterbunden. Für Amphetamine kommt noch hinzu, dass natürliche Schutzmechanismen des Körpers unterbunden werden und so Schlafmangel auftritt, der zum Tod durch Erschöpfung führen kann. Weitere Gefahren sind Herzversagen und Schlaganfälle.
"PS: Du schreibst deine Beispieldrogen würden "hochgradig abhängig" machend. Woher hast du diese Information? Sie entspricht nicht den wissenschaftlichen Erkentinissen: vereinfache Zusammenfassung. "
Nicht Stand der Wissenschaft?
Desomorphin:
http://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-d/?idx=253
https://de.wikipedia.org/wiki/Desomorphin
Heroin (wie Desomorphin ein Opiat):
https://de.wikipedia.org/wiki/Heroin
http://www.drugcom.de/drogenlexikon/heroin/
Gleiches lässt sich zu Opium finden, da sie alle chemisch verwandt sind.
Meth (und alle weiteren Drogen der Amphetaminfamilie wie Speed, etc.:
http://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-a/amphetamin/
Die einzige Droge, die keine weitere Abhängigkeit erzeugende Wirkung hat, ist LSD. Dieses ist aber auch nicht mit oben genannten Stoffen verwandt oder vergleichbar.
Nun erkläre mir bitte, warum solche Drogen legalisiert und damit auf eine Stufe mit Alkohol, Cannabis und Nikotin gestllt werden sollten? Funktionieren die Argumente der repressiven Drogenpolitik aufgrund der Harmlosigkeit bei Cannabis grade in Bezug auf Alkohol/Nikotin, so funktioniert dies bei anderen Drogen nicht. Das Gefährdungspotential ist weitaus gravierender. Insofern ist es essentiell, Cannabis hier von anderen Drogen zu unterscheiden!
Legales Cannabis ja, Legalität aller Drogen ein definitives Nein.
Wer versucht über Drogen zu diskutieren, sollte dringend chemisches Grundwissen mitbringen und wissen, welche Stoffe sich eigentlich hinter den vielen "Markennamen" verbergen.