Quo vadis BTMG?

ZeT schrieb:
Und warum sollte ein Cannabisdealer nicht die Preise vorgeben können? Habt ihr euch das Gesetz mal durchgelesen? Es darf auch weiterhin nicht verkauft oder weitergegeben werden. Daher wird sich auch am Straßenpreis nichts ändern. Der Preis könnte sogar anziehen.
habs grad mal in den ersten Punkten überflogen. Kapitel 4 Abschnitt 1 finde ich relevant. Das regelt die Weitergabe von Vermehrungsmaterial innerhalb dieser cannabis-gemeinschaften. Im Grunde wird das ja genau jenes machen. Die Leute werden damit zuhause ihre eigenen Pflanzen ziehen, der Markt wird schrumpfen, die Dealer werden sich neu orientieren.

ZeT schrieb:
Wenn man diesem Argumentationsstrang folgt, kommt man zu dem Schluss, das um den Drogenhandel auszumerzen, alles legalisieren werden sollte.
Die argumentation gab es ja mal eine Zeit lang bis man merkte, dass die Geschäftemacher dann auf neues immer gefährlichers Zeug zwangsweise umsatteln. Denn es geht in dem Geschäft ja nicht um Qualität im eigentlichen Sinne, sondern den Spagath zwischen möglichst schnell abhängig machen, den Kunden möglichst nicht zu töten, aber gleichzeitig möglichst mittels Sucht fertig zu machen und zu binden.

Cannabis war bislang ne super einnahmequelle. Total harmlos, verursacht bei den Konsumenten tolle gefühle, ohne dass diese davon abgeschreckt werden könnten da vergleichsweise selten negative Nachwirkungen und somit vergleichsweise harmlos.
Man hat durch das Verbot sozusagen die preise iben gehalten wodurch die Kirminalität sich nicht den Ersatzstoffen zugewandt hat.

Das Problem ist: Umso mehr harmlose Drogen du legalisierst, umso eher provozierst du die Verbreitung von gefährlicheren Ersatzstoffen. Den die Kriminellen wollen auch weiterhin ihre Marge verdienen und werden sich nicht sagen: "oh, der Staat hat unser Geschäftsmodell zerstört, jetzt gehen wir uns halt als heizungsinstallateur bewerben".

ZeT schrieb:
Die Junkies sind ja keine Selbstmörder, die bekommen hier ja ihre Ersatzstoffe vom Arzt verschrieben. Daher wird sich Fentanyl hier auch nicht durchsetzen.
Fentanyl war nur ein Beispiel für meine oben beschriebene Thematik. Wie es genau in Deutschland kommen wird weiß ich auch nicht. Ich bin nur überzeugt davon, dass durch diese Legalisierung ein Markt wegbrechen wird und dieser mit einem Ersatz wieder aufgebaut werden wird. Was das genau sein wird, keine Ahnung. Da sind die verantwortlichen kreativ im kochen und mixen.
 
Rainbowprincess schrieb:
Nein hält nicht gegen. Ergänzt das Thema aber.

Davor war Mexiko für das Verbotene Cannabis und Kokain zuständig.

Die Opioid Krise der USA ist ein Hausgemachtes Problem. Das eben nicht auf Entkriminalisierung beruht.
Sondern ausschließlich auf Verboten. Und einer zu laxen Verschreibungspraxis.

Auch wenn es von Amerikanischer Seite aus heißt China und Mexiko sind Schuld.
Ist aber auch Standard bei D. Trump.

Das Problem ist deutlich älter. Chronologisch gesehen steht Fentanyl am Schluss.
 
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ich muss nicht erst spekulieren was wegen der Legalisierung passieren könnte, aber ich halte es für ein falsches Signal (besonders für junge Leute) welches hier gesetzt wird von der Obrigkeit. Die geplanten Auflagen für einen legalen Konsum und Tausch halte ich für eine Finte oder Naivität des Gesetzgebers. Zunächst ist der Aufklärungswille über die Gefahren von Cannabis begrüßenswert. Aber die Aufklärung bemüht man nun erst, weil man es legalisiert? Aufklären alleine geht nicht oder was?
 
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baytheway schrieb:
Und einer zu laxen Verschreibungspraxis
Das wird ähnlich verschrieben wie bei uns Ibu 800, aber ist um mehrere tausend mal stärker.
Ergänzung ()

Sanjuro schrieb:
Aufklären alleine geht nicht oder was?
Die jahrzehnte anhaltende Kampagne "Keine Macht den Drogen" ging an dir vorbei?
 
Rainbowprincess schrieb:
Die argumentation gab es ja mal eine Zeit lang bis man merkte, dass die Geschäftemacher dann auf neues immer gefährlichers Zeug zwangsweise umsatteln.
Naja. Du unterstellst mündige, erwachsene Menschen könnten generell nicht verantwortungsvoll handeln, also auch nicht Drogen (in welcher Form auch immer) konsumieren. Das stimmt so nicht, die Mehrheit der Menschen führt ein ganz normales Leben. Für diejenigen, die die Kontrolle verloren haben und eigenmotiviert ihr Leben in den Griff bekommen wollen gibt es verschiedene Hilfsangebote.
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, ich glaube du hast eine etwas naive Vorstellung davon was zum Teil konsumiert wird. Cannabis ist ein kleineres Problem als oft dargestellt, meinem Eindruck nach.
Ohne Frage, jede Droge kann unerwünschte Wirkungen haben.

Sanjuro schrieb:
Aufklären alleine geht nicht oder was?
Verschiedene Aufklärungsangebote gibt es schon lange, wer will der findet leicht Informationen heutzutage.
 
knoxxi schrieb:
Die jahrzehnte anhaltende Kampagne "Keine Macht den Drogen" ging an dir vorbei?
sedot schrieb:
Verschiedene Aufklärungsangebote gibt es schon lange, wer will der findet leicht Informationen heutzutage.
Es geht darum, das in den Erklärungen zur Gesetzesvorlage erkannt wurde, dass die Legalisierung für Erwachsene zu einem einfacheren Zugang für Kinder und Jugendliche führten wird, und daher verstärkt aufgeklärt werden solle. Da frage ich mich eben auch und habe es hier schon geschrieben, warum man mit dieser Verstärkung eben erst in der Zukunft beginnen will und damit nicht schon längst angefangen hat.
 
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Angenommen alles kommt wie geplant: Zwischen dem 1. April und dem 1. Juli habe ich keine legale Möglichkeit in Deutschland an Cannabis zu kommen (außer medizinisch)?
 
Rainbowprincess schrieb:
Das Problem ist: Umso mehr harmlose Drogen du legalisierst, umso eher provozierst du die Verbreitung von gefährlicheren Ersatzstoffen.
Es gibt keinen THC Ersatzstoff. Außerdem sitzt du einem Denkfehler auf, das das Angebot den Markt regelt. Es ist genau umgekehrt. Der Dealer muss sich dem Markt anpassen.

Wobei reine Cannabis Dealer mit dem anderen Zeug nichts zu tun haben, und die die eine breitere Palette im Angebot haben, werden in ihren tun nicht eingeschränkt.

Es wäre sogar ein direkter Vorteil, wenn man über seinen Dealer nicht mehr an härteres Zeug kommen könnte.

Und daher lehne ich das Gesetz in dieser Form auch ab, denn es wird zu nichts führen.

Sobald du dein Cannabis legal kaufen könntest, sei es in der Apotheke oder im Supermarkt, würde der komplette Schwarzmarkt wegfallen. Ich geh ja auch nicht zum Bahnhof und versuche dort ne Flasche Schwarzgebrannten oder Kippen aus Russland zu kaufen. Selbst wenn es billiger wäre - du begehst ja eine Straftat und bist dann Straftäter. Und mit Pech auch noch gleich Steuerhinterzieher.

Mit diesem Gesetz wird der Gelegenheitskiffer nicht entkriminalisiert, denn er muss es ja trotzdem noch kaufen. Dem Dealer spielt es in die Hände, denn der kann immer seine 25g dabei haben und muss sich vor niemandem rechtfertigen.
 
Rainbowprincess schrieb:
Das Problem ist: Umso mehr harmlose Drogen du legalisierst, umso eher provozierst du die Verbreitung von gefährlicheren Ersatzstoffen.
Rainbowprincess schrieb:
Fentanyl war nur ein Beispiel für meine oben beschriebene Thematik.

Ist immer noch Quatsch! Oxi war der Auslöser. Hat die Abhängigen erzeugt und dafür gesorgt das es überhaupt bedarf an Fentanyl gibt.

Wenn alles Legal wäre dann wären Ersatzstoffe obsolet.

ZeT schrieb:
Es gibt keinen THC Ersatzstoff.
Öhm doch HHC. Ist momentan auch noch nicht verboten. Davor wars mal Spice und Kräutermischungen.
So was hast du halt nur weil es verboten ist. Wäre Cannabis legal würd sich niemand. Den Ersatzstoff antun.
 
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Um einen Ersatzwirkstoff für THC ging es doch nie, sondern um die Theorie, dass sich Dealer einen anderen ‚Stoff‘ als Ersatz suchen, um die entgangenen Einnahmen zu kompensieren.
ZeT schrieb:
Selbst wenn es billiger wäre - du begehst ja eine Straftat und bist dann Straftäter.
Das war jetzt als Witz gemeint oder :confused_alt:?
 
Incanus schrieb:
Das war jetzt als Witz gemeint oder :confused_alt:?
Was soll daran ein Witz sein? Wer mit illegalen Drogen handelt, egal ob Verkäufer oder Käufer begeht eine Straftat.
Ergänzung ()

baytheway schrieb:
Ich tu mich schwer das als Ersatzstoff zu bezeichnen. Das is ja auch nur irgendeine chemische Scheiße die an den gleichen Rezeptoren andockt.
 
Incanus schrieb:
Da frage ich mich eben auch und habe es hier schon geschrieben, warum man mit dieser Verstärkung eben erst in der Zukunft beginnen will und damit nicht schon längst angefangen hat.
Vermutlich werden künftig einfach mehr personelle/finanzielle Mittel bereitgestellt. Ich würde das Vorhaben eher positiv bewerten. Keine Ahnung wie du (und andere) darauf kommst es gäbe keine Präventionsmaßnahmen und dass damit nicht längst angefangen wurde.
Zugang zu üblichen legalen Drogen haben Kids (u18) wahrscheinlich am leichtesten im Elternhaus, wenn es dort keinen sorgsamen Umgang gibt.
 
Incanus schrieb:
Richtig, so wie es es alle bekennenden Konsumenten in diesem Thread bisher machen 🤷‍♂️.
Ziemlich steile These.

Alle nicht bekennenden Konsumenten. Müssen in diesem Thread dann polemische Alkoholiker sein.
 
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Nur kurz ein paar meiner Gedanken:

Ich verstehe das Problem nicht. Das Argument mit dem Jugendschutz erkenne ich noch an, aber ansonsten denke ich, dass es ein fundamentales menschliches Bedürfnis ist, sich zu berauschen und es jedem frei gestellt sein sollte was er konsumiert.

Die Freiheit des Einzelnen darf nur so weit beschnitten werden, wie es für ein gesellschaftliches Zusammenleben nötig ist.

Politik und Gesetzgebung hat der Entwicklung der gesellschaftlichen Moralvorstellung zu folgen. Sozial akzeptiertes und moralisch angemessenes Verhalten unter Strafe zu Stellen war immer absurd.

Prohibition hat nie funktioniert. Die natürliche Nachfrage nach Cannabis hat erst den Markt dafür entstehen lassen, es ist ein Pull-Effekt. Die Dealer drücken nicht die Drogen in die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft verlangt nach Rauschmitteln.
 
sedot schrieb:
Keine Ahnung wie du (und andere) darauf kommst es gäbe keine Präventionsmaßnahmen und dass damit nicht längst angefangen wurde.
Keine Ahnung, was ich noch schreiben muss, damit es nicht immer wieder fast schon mit Absicht missverstanden wird 🤷‍♂️.
sedot schrieb:
Zugang zu üblichen legalen Drogen haben Kids (u18) wahrscheinlich am leichtesten im Elternhaus, wenn es dort keinen sorgsamen Umgang gibt.
Klar, weil ja auch in jedem zweiten Haushalt die Drogen einfach so herumliegen 🙈.
baytheway schrieb:
Ziemlich steile These.
Warum? Ich dachte der Handel mit Cannabis ist bisher noch nicht legal?
 
Ist er auch nicht. War auch nicht Gegenstand meiner Kritik.
Sondern der Vorwurf von dir. Das die bekennenden Konsumenten hier Straftäter sind!
Incanus schrieb:
Klar, weil ja auch in jedem zweiten Haushalt die Drogen einfach so herumliegen 🙈.
Klar weil dein Bier ja im Safe steht. :stock:
 
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Incanus schrieb:
Richtig, so wie es es alle bekennenden Konsumenten in diesem Thread bisher machen 🤷‍♂️.
Also würde es für diese nichts ändern.

Und nein, wer sich zum Konsum bekennt macht sich nicht strafbar. Ist zwar eine gesetzliche Spitzfindigkeit, aber da der Konsum nicht verboten ist kann man einen dafür auch nicht verurteilen. Für Handel sowie Besitz aber schon.

Sprich, obwohl die Polizei angerannt kommt, kannst du solange an deinem Joint ziehen und ihn dann in den Bach schnippen bis sie angekommen sind. Entweder sie ziehen den Stummel aus dem Bach oder sie müssen wieder gehen.

Und was wenn du direkt an der Grenze zu den Niederlanden wohnst, und jeden Tag mit deinen Kumpels rüber fährst, dir die Birne zu nebelst um dann wieder zurück zukommen? Eben - da geschieht dir ebenfalls nichts.
 
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