Radsport, Tour de France und andere Radrennen

  • Ersteller Ersteller Tiara G.
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PES_God schrieb:
Jetzt ne Bergetappe aus dem nichts und dann wieder 8 Tage Flachetappen, ist doch insgesamt komisch geplant.
Dass es dieses Jahr so viele Sprintankünfte gibt, wird kein Zufall sein. Dass in den letzten Tagen schwere Bergprüfungen kommen, auch nicht. Welche Fahrer am Start stehen (sollen), wird man im Auge haben. Wie das Feld dann tatsächlich aussieht, weiß man natürlich nicht. Dieses Jahr ist wegen Olympia ohnehin Ausnahme und vielleicht ein Glücksfall mit dem finalen EZF.

Aufgrund der Konstellation mit der unterschiedlichen Teamstärken zwischen Visma und UAE und der vermuteten Progression bei Vingegaard und Pogačar, würde ich den Planern ein glückliches Händchen attestieren. Heute konnte man eine deutliche Überlegenheit von UA am Berg feststellen (wann war Vingegaard in den letzten Jahren so früh isoliert?), aber dass die Form von Vingegaard überraschend(?) gut ist, lässt weiterhin alle Möglichkeiten offen, wenn das Profil für die GC-Leute einige recht ruhige Tage ermöglicht, die der Form von Vingegaard zuträglich sein könnten und Pogačar seine Form wegen dem Giro vielleicht nicht bis zum Ende halten kann.

Das erste EZF wird spannend. Davon könnte einiges abhängen. Noch ist der Vorsprung gering und alles offen. Evenepoel mit kleinen Fehlern, aber gut in Form und mit Landa überraschend gutem Support. Roglič nicht ganz auf der Höhe, aber noch in Schlagdistanz. Ineos mit Rodríguez gut im Rennen.

Pogačar ist der Fahrer, der Rennen interessant macht. Wieder eine Attacke, die außer Vingegaard niemand mitgehen kann, aber dieses Mal schließlich erfolgreich ist und zur Separierung führt, die Pogačar in einer abenteuerlichen Abfahrt zu einem deutlichen Vorsprung ausbaut. Da hat Vingegaard Glück gehabt, dass die Verfolger aufschließen konnten, sonst hätte er wohl noch mehr Zeit verloren.
 
Feligs schrieb:
Jap, sehr seltsam. Kann mich an keine Tour erinnern wo es das schon mal gab.
Es gab sogar schon mal eine legendäre letzte Etappe als EZF. 1989!
Die Franzosen hatten schon den Gesamtsieg von Fignon gefeiert, der mit 50 Sekunden Vorsprung ins finale EZF ging. Und dann holte der Amerikaner Greg LeMond Sekunde um Sekunde auf, am Ende hatte er 8 Sekunden Vorsprung im Gesamtklassement.
Bis heute glaube ich der geringste Abstand!
 
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Canvendish als Sieger durch, am Ziel sind noch welche gestürzt. Heute auch der Tag der Fahrbahnteiler und Verkehrsinseln, wo welche dort gestürzt sind. Da hatte Pogacar Glück gehabt, das er dort nicht festhing und irgendwie noch vorbeigekommen ist.
 
Wahnsinn! Cavendish wie in seinen besten Zeiten. Tolle Teamarbeit, aber am Ende "surft" er instinktiv die besten Hinterräder und gewinnt überlegen. Hätte ich nicht für möglich gehalten.

Schön zu sehen auch die Gratulationstour im Anschluss. Er war nicht immer bei allen beliebt, aber in den letzten Jahren hat er sich noch mal viel Respekt erarbeitet und nach einigen Tiefschlägen diesen Abschluss mehr als verdient.

Was für ein Racer! Und nicht nur Sprinter:

 
Was mich gestern wieder verwundert hat, dass beim EZF dann doch auch wieder die Favoriten auf dem Gesamtsieg vorne unter sich waren und es offensichtlich keine Zeitfahr Spezialisten (mehr), wie z.B. Tony Martin, gibt.

Wingegaard wird seine Verletzungen im Vorfeld gestern sicher mindestens eine halbe Minute gekostet haben. Mal sehen wie er dann beim Tourfinale drauf ist, falls er noch an Form zulegt und in Reichweite der Spitze oder an der Spitze ist.
 
Ich denke, er wird ziemlich sicher Platz 2 einfahren.
Roglic und Evenepoel hätte er ohneAbfahrt am Galibier schon Zeit abgenommen. Das denke ich wird dann bei den Bergankünften passieren.
 
H1ldegunst schrieb:
Leider hat der Radsport heute wieder gezeigt, welch Risiko er mit sich bringt:
Sehr bedauerlich. Es ist leider ein schmaler Grat, auf dem die Pros wandeln.

@mo schrieb:
Was mich gestern wieder verwundert hat, dass beim EZF dann doch auch wieder die Favoriten auf dem Gesamtsieg vorne unter sich waren
Interessant, dass in der Tat die "großen Vier" vorne waren, aber dass die top GC-Leute gute Zeitfahrer sind und oft Zeitfahren gewinnen, ist nichts ungewöhnliches. Merckx, Indurain, Zülle, Ullrich, Wiggins, Dumoulin, Evenepoel haben alle (zumindest) einen Weltmeistertitel in dieser Disziplin errungen. Kommt zudem auf Profil und Zeitpunkt der Etappe an.

@mo schrieb:
und es offensichtlich keine Zeitfahr Spezialisten (mehr), wie z.B. Tony Martin, gibt.
Ganna und Foss nicht am Start. Küng hatte ein Problem mit der Kette. Van Aert nicht gut in Form. Bissegger knapp an der TopTen vorbei. Gegen den aktuellen Weltmeister wäre auf dem Kurs aber auch ein Tony Martin nicht favorisiert gewesen. Evenepoel ist schon ein außergewöhnlicher Zeitfahrer, wenn auch nicht ausschließlich darauf spezialisiert.

Bleibt zu hoffen, dass der Kampf der Favoriten heute nicht durch einen Sturz oder Defekt beeinflusst wird. Solche Etappen haben etwas von einem Glücksspiel und sind bei den Top-Teams nicht gerade beliebt.
 
Wollte gerade schreiben, Pogacar schon wieder isoliert? Aber gut, das stört ihn nicht :D
Starke Performance.

Für Bora siehts nciht so gut aus, Vlasov schwer gestürzt. Das ist ja der einzige, der Roglic im Gebirge helfen kann.
 
Ja, war heute spannend. Hatte Paris-Roubaix-Vibes :D
Pogacar sah stark aus, die anderen mussten richtig kämpfen dran zu bleiben.

Ich habe nicht ganz verstanden, warum Vingegaard und Jorgensen nicht mit Pogi gefahren sind, als sie circa 18km vor den Ziel zu dritt waren und in der Vierergruppe dahinter nur Evenepoel am Fahren war. (die anderen drei waren zwei Fahrer von UAE und Laporte für Visma).

Klar, sie wollen nicht für Pogacar fahren. Aber die Chance Roglic und Evenepoel Zeit abzunehmen ist ja auch was wert.
Zitat Pogi:
"Ich habe damit gerechnet. Sie unterschätzen wohl Remco, Primoz und die anderen etwas", sagte Pogacar später schulterzuckend. "Wir hätten wegfahren können, so sehe ich das. Aber jeder hat sein eigenes Rennen, so ist das halt."

Brutal stark heute auch Ackermann. Hatte ich nicht auf dem Schirm, dass ihm das Terrain liegt. Für seine erste Tour ist das bisher ziemlich ordentlich.

Und auch Girmay ist ein kompletterer Radfahrer als ich auf dem Schirm hatte. Auf so einer Etappe in der Verfolgergruppe mit Leuten wie Matthews und MVdP, tolle Leistung.
 
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Vlasov ist ausgestiegen. Hat sich wohl den Knöchel (Kicker) bzw. etwas im Bereich des Sprungelenks (Sportschau) gebrochen. Absolut brutal damit die gestrige Etappe fertig gefahren zu sein. Stelle immer wieder fest, Radsportler gehören zu den härtesten Sportlern, die es da draußen so gibt.

Evenepoel teilt aus gegen Vingegaard:
"Manchmal braucht man als Radprofi eben Eier. Die hat Vingegaard leider nicht gehabt", sagte Evenepoel: "Sonst hätten wir zumindest am Sonntag schon das Podium entscheiden können."
Trashtalk im Radsport, gefällt mir :D
Aber ihm wird klar sein, dass er höchstwahrscheinlich in der dritten Woche im Hochgebirge von Vingegaard abgehängt wird.

Und zu guter letzt noch ein erstaunlich gutes Interview für den ÖRR: https://www.sportschau.de/radsport/...-de-france-2024-ruhetag-tourreporter-100.html

Morgen zwar flach, aber wohl sehr windanfällig. Könnte also hektisch werden.
 
H1ldegunst schrieb:
Klar, sie wollen nicht für Pogacar fahren. Aber die Chance Roglic und Evenepoel Zeit abzunehmen ist ja auch was wert.
Nicht, wenn du denkst, dass du in den Bergen ohnehin Zeit auf die beiden gut machen wirst, aber Angst davor hast, von Pogačar noch abgehängt zu werden, wenn man mit ihm zusammen an der Spitze fährt und mögliche Attacken alleine parieren müsste. Nicht aufregend, aber taktisch klug. Seine Zeit soll erst kommen.

Schöne Analyse vom Cavendish Sieg:

Kleines Detail am Rande: die Ziellinie überfährt er mit abgesprungener Kette.
 
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Jonas ist da meiner Meinung nach aus mehreren Gründen nicht gefahren.
Vielleicht ist sogar direkt die menschlichste Begründung die wahre. Er hat sich nicht gut genug gefühlt.
Vielleicht hat auch Jens Voigt recht. Er hat zu Beginn der Tour gesagt, dass es erstaunlich ist wie gut Vingegaard schon mithalten kann, er aber vom Rhythmus usw. denkt, dass Pogocar stärker ist und Jonas noch min. 1-2 Wochen braucht um voll da zu sein. Sollte dem so sein, dann wird es so ab Mitte bzw. Ende dieser Woche spannend.
Sollte dem so sein, dann weiß das auch Visma.
Sollte dem so sein, dann wäre mir an Stelle von Jonas völlig egal was die anderen Fahrer machen und ich hätte NUR Pogi im Auge.
Also wieso fahren am Sonntag und unnötig Kraft aufwenden? Vor allem für was? 20-40 Sekunden? Mehr war doch realitisch nicht drinnen rauszuholen.
Das hat einfach null mit Eiern oder sonst was zu tun. Das war einfach taktisch und mMn genau richtig von Jonas.

Am Ende des Tour wird so Pogacar gewonnen haben und Jonas und Remco sind auf dem Podium. Reihenfolge darf man gespannt sein.

Ich hab gestern ein Interview von Jonas gesehen, der hat nach seinem schweren Sturz Angst gehabt, dass er drauf geht und scheinbar sogar mit seiner Frau über Karriereende gesprochen. Dieser Sturz hat ihn sehr zum nachdenken gebracht.

Die Etappe am Sonntag ist einfach unnötiger Quatsch. Die Fahrer sahen im Ziel aus, als hätten sie Wände abgeschliffen. Das ist ein Straßenradrennen. Wieso eine halbe Graveletappe? Es war 100% klar, dass da Stürze passieren. Gute Besserung an der Stelle an Alex Vlasov.
Wahnsinn wer solch eine Etappe plant.
 
Alexander Vlasov musste bei der Tour de France nach seinem Sturz auf der neunten Etappe aussteigen. Das Team Red Bull-Bora-hansgrohe verliert damit einen wichtigen Helfer für Primoz Roglic.

Puh, herber Rückschlag fürs Team und Roglic. Da bleibt als Helfer für die Berge nur noch Jai Hindley übrig.
 
FrankenDoM schrieb:
Die Etappe am Sonntag ist einfach unnötiger Quatsch. Die Fahrer sahen im Ziel aus, als hätten sie Wände abgeschliffen. Das ist ein Straßenradrennen. Wieso eine halbe Graveletappe? Es war 100% klar, dass da Stürze passieren. Gute Besserung an der Stelle an Alex Vlasov.
Wahnsinn wer solch eine Etappe plant.
Muss ich verneinen.

Jede Bergetappe(mit Abfahrten) müsste man dann genauso argumentieren und fast jedes Sprintfinale.
Oh es regnet, absage, Tempo auf 30 begrenzen, vor der Abfahrt, muss von Rad gestiegen werden.

Wieiele Stürze gab es ? und Vlasov ist auch auf normaler Straße zu fall gekommen, wenn ich mich entsinne.

Was ist die Alternative, dass was wir auf den ersten 2 ("tollen") Flachetappen gesehen haben, "Arbeitsverweigerung" bis ca 3Kilometer vor Schluss, weil jeder weiß das ein Ausreißversuch keine chance hat.

Sorry, dann lieber (für mich) tolle Etappe wie am Sonntag.
 
jimpannse schrieb:
Jede Bergetappe(mit Abfahrten) müsste man dann genauso argumentieren und fast jedes Sprintfinale.
Oh es regnet, absage, Tempo auf 30 begrenzen, vor der Abfahrt, muss von Rad gestiegen werden.
Nein, müsste man nicht. Das ist einfach Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt Dinge die man vermeiden kann und Dinge die zum Radsport dazugehören. Feldwege ballern gehört nicht zum STRAßENRADRENNEN.
Dafür gibt es Gravelrennen.
Keine Ahnung was an der Staubetappe so toll war. Die Action kurz vor Schluss lag auch nicht Untergrund, sondern am Profil. Die ersten beiden Etappen dieses Jahr waren auch keine Bergetappen und absolut spannend.
Der Sport ist durch unvermeidbare Gegebenheiten gefährlich genug, Du schreibst es ja selbst Stürze auf normalem Untergrund, da brauch ICH nicht noch so eine Gefährdung oben drauf.

Jens Voigt sagt grad bei der Übertragung auch Ähnliches, wobei er aber auch klar sagt, dass es natürlich spektakulär ist und er hin- und hergerissen ist.
 
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Ja dann gucken wir halt heute das spannende Straßenradrennen, bis jetzt mega toll und so !!
 
Kann dem auch wenig abgewinnen. Die Etappe am Sonntag war einfach nur ein unnötiges Risiko für die Fahrer. Spannung hat man bei den Bergetappen doch genug, wozu also eine Flachetappe so künstlich aufbauschen?
 
Vingegaard hat heute im Interview nochmal bekräftigt, dass ihr Ziel war keine Zeit zu verlieren. Er meinte auch, wenn er bei KM80 mit Pogi und Evenepoel gefahren wäre, hätte er defintiv Zeit auf Pogi verloren. Man habe ja gesehen, wie sehr er am Ende habe kämpfen müssen, um dranzubleiben.
Visma hat wie immer einen Plan. Ob er am Ende aufgeht, werden sich zeigen :)

jimpannse schrieb:
und Vlasov ist auch auf normaler Straße zu fall gekommen, wenn ich mich entsinne.
Korrekt, das war auf Asphalt, er ist auf die Asphaltkante ganz am Rand zum Seitenstreifen hin gekommen.
Insofern kann das auf jeder Etappe passieren.

edit: Auf Discovery+ reden sie gerade über die Palmen am Wegesrand, da das Rennen ncihts mehr hergibt. :D
 
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