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SanBo

Lt. Commander
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Wenn ich es richtig verstanden habe, liefern Zoomobjektive (i.d.R.) über ihren gesamten Brennweitenbereich unterschiedliche Ergebnisse. Zum Einen ändert sich die Blende, zum Anderen ändert sich die Schärfe. Dann fällt auch oft das Schlagwort "Abbildungsleistung". Scheinbar kann der Sensor seine Stärken nicht vollständig ausspielen. Zwar liefert er eine Dateigröße entsprechend seiner Auflösung ab, aber da die Objektive diese nicht vollständig abdecken, gehen Informationen verloren. Bei dem einen Objektiv mehr, bei dem anderen Objektiv weniger.
Da es für einen Anfänger verhältnismäßig schwer ist, sich in die Materie einzufinden und die ganzen Für und Wider gegeneinender abzuwägen, wollte ich mal nachfragen, ob es nicht zufällig eine Übersicht mit aussagekräftigerg Gegenüberstellung aktueller Objektive (für Canon) gibt?
 
Erstmal Danke für die Links! Sind zwar sehr interessant, aber nicht so ganz das, was ich suchte.
Ich dachte da eher an eine genaue Gegenüberstellung:

Bsp.: Sigma 8-16mm ist bei 13mm x% schärfer und y% lichtstärker als das Canon 10-22mm, hat dafür aber z% mehr Verzeichnung.

Die Werte werden doch per Software ermittelt und sind daher nicht subjektiv. Daher sollte doch eine gegenüberstellung nicht so das Problem sein, oder?
 
Auch wenn es heute "Digitalfotografie" ist, darf man an die Sache nicht rein von der digitaltechnischen Seite ran gehen.
Schwankende Abbildungsleistungen sind grundsätzlich schonmal völlig normal. Jedes Objektiv stellt einen konstruktiven Kompromiss dar. Je höher der Aufwand, und damit der Preis, um so besser in der Regel. Aber auch hier gibts kein lineares Verhältnis zw. Qualitäts- und Preissteigerung. Für den Anfänger nicht zu überblicken, und für den Erfahrenen auch nicht, wenn es um die Bewertung eines einzelnen Modells geht, das er nie längere Zeit verwendet hat. Dazu kommen noch die unterschiedlichen pers. Meinungen zu dem "was ausreichend gut" ist!
Durch weniger gute Abbildungsleistung, als mit einem anderen Objektiv, bekommt man nicht weniger Bild, und es fehlen auch im digitalen Sinne keine Informationen. Das Bild wirkt dann einfach anders, meistens weniger wirkungsvoll als mit dem besseren Objektiv, das ist alles. Ist halt wie mit einem schlechteren Pinsel das gleiche Bild gemalt. Zeigt immer noch das gleiche, aber 'weniger' fein differenziert im Detail.
Insgesamt gibts zum Thema Fotografie keinen allgemeingültigen absoluten Leitfaden. Wie in der Malerei ist einfach vieles möglich, nichts absolut notwendig, drum sollten die Leute auch heute es noch so machen, wie unsere Generation schon vor über zwanzig Jahren. Man schaut einfach, was gibts, und was einem, warum auch immer, gefällt, das kauft man. Anderer Leute Erfahrung ist nett, aber nicht regelmäßig übernahmefähig.

Wirklich gut ist ein persönlicher Gedankenaustausch mit Leuten, die das gleiche System haben, und evtl. auch das Objektiv, das man kaufen möchte. Dafür gibts ja spezielle Foren und Treffen von Interessierten, denn live sehen und mal selber ausprobieren ist nicht durch 1000 Forendiskussionen zu ersetzen.

Was man sagen kann, es gibt kein Objektiv, mit dem man nicht fotografieren könnte, wenn man es kann, denn nicht die Technik macht die Bilder, der Fotograf macht das Bild mit Objektiv und Kamera. Und das kann man mit jedem D-SLR-Gelumpe lernen. Was dann später an Ansprüchen durch Können erwächst, legitimiert die Anschaffung entspr. höherwertigen Equipments. Wer das Geld hat, kann natürlich auch gleich ganz oben einsteigen.

Die von Dir gesuchte "absolute Gegenüberstellung" gibt es nicht, und wer eine solche irgendwo veröffentlicht, ist trotzdem niemals tatsächlich objektiv damit.

Wer fotografieren will, darf sich nicht in derart wissenschaftlicher Manier selbst blockieren, denn hier geht es um etwas künstlerisches, nicht um Messtechnik.
 
@net-explorer: besonders der letzte Satz war klasse! Hat mir sehr gefallen. Zumal ich wirklich jemand bin, der die reinen Fakten miteinander vergleicht.

Aber wie soll ich mir nun beispielsweie ein Bild von einem Weitwinkelobjektiv machen können? Sagen wir mal, wir hätten das Sigma 8-16mm F4,5-5,6 DC HSM, das Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM und das Tamron AF 3,5-4,5/10-24 Di II LD im direkten Vergleich.
Gut, Canon und Sigma kosten in etwa das Gleiche. Aber das Tamron kostet fast nur noch die Hälfte! Warum dann also zum teureren Canon mit derselben Brennweite greifen?
Wenn man nun anhand von Messtechniken ermitteln könnte, dass das Canon über den gesamten Bereich erheblich schärfere Bilder liefert, dann wäre das ja begründbar.
Das war so der Hintergedanke dabei.

Wie würdet ihr denn in diesem Beispiel entscheiden und vor allem: warum?
 
Bei einem Objektiv finde ich auch eine robuste Bauweise, einen guten Fokusring und einen schnellen AF wichtig. Hier gehst du am besten in ein Fotogeschäft und nimmst die Linsen in die Hand oder schaust dir hier Bilder an http://www.dslr-forum.de/forumdisplay.php?f=153 und holst dir Meinungen von Usern ein, die bereits Erfahrungen mit den Linsen sammeln konnten.

mfg dorndi
 
Warum das Canon doppelt soteuer ist:
-Es hat einen Ultraschallmotor (schnelle, lautlose Fokusierung).
-Es ist bei Offenblende schärfer, vorallen in den Ecken. Abgeblendet sind sie ähnlich.

Ob dir der Aufpreis wert ist musst du selber wissen. Im typischen Einsatzgebiet der UWW (Architektur und Landschaft) wird der Unterschied deutlich kleiner, da dir die Szene nicht weglaufen kann (schnelle Fokusierung nicht nötig) und du eh abblendest (keine Offenblendenprobleme).
Es ist natürlich auf eine Frage wie oft du das Objektiv nutzen willst, wenn du es quasi täglich nutzen willst würde ich mir den Komfort einer teuren Linse schon mal gönnen.
 
Du suchst eine Aufstellung, die dir sagt, zu wieviel % eine Birne ein Apfel ist. Viel Erfolg dabei. Ich gehe derweil fotografieren.
 
SanBo schrieb:
@net-explorer: besonders der letzte Satz war klasse! Hat mir sehr gefallen. Zumal ich wirklich jemand bin, der die reinen Fakten miteinander vergleicht.

Aber wie soll ich mir nun beispielsweie ein Bild von einem Weitwinkelobjektiv machen können? Sagen wir mal, wir hätten das Sigma 8-16mm F4,5-5,6 DC HSM, das Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM und das Tamron AF 3,5-4,5/10-24 Di II LD im direkten Vergleich.
Gut, Canon und Sigma kosten in etwa das Gleiche. Aber das Tamron kostet fast nur noch die Hälfte! Warum dann also zum teureren Canon mit derselben Brennweite greifen?
Wenn man nun anhand von Messtechniken ermitteln könnte, dass das Canon über den gesamten Bereich erheblich schärfere Bilder liefert, dann wäre das ja begründbar.
Das war so der Hintergedanke dabei.

Wie würdet ihr denn in diesem Beispiel entscheiden und vor allem: warum?

Bei Objektiven sind die reinen Fakten bezüglich Abbildungsleistung ganz einfach die Bildergebnisse, die es liefert. Genau das ist auch das Bild, das Du dir davon machen solltest, sonst keins. Bezüglich äußerlicher Verarbeitungsqualität musst Du selbst fühlen, von wegen AF-Geschwindigkeit selbst testen. Von anderen bekommst Du da alles erzählt, was ein Mensch nur erzählen kann, weil jeder einen anderen Geschmack hat.

Wenn etwas nur die Hälfte kostet, mache ich mir schon Gedanken, an was der wohl alles gespart hat, um zu diesem Preis zu kommen. Von nichts kommt nichts!

Von Deiner Messtechnik musst Du dich wirklich verabschieden, das funktioniert an dieser Stelle einfach nicht.
Hier kommt es immer nur auf die Ergebnisse an, und das sind die Bilder. Das Objektiv hat daran den größten Schaffensanteil, aber es gibt weitere maßgebliche Parameter, also so einfach ist das in der Fotografie nicht zu bewerten, daher die schrecklichen Diskussionen.
Man kann wirklich sagen: "vergleichst und testest du noch, oder fotografierst du schon?"
Aber ersteres ist immerhin umsonst!!
 
Canon/Tamron (Photozone):
- das Canon-Objektiv kostet zum einen mehr weil es besser ist, zum anderen weil Canon drauf steht.
- das Tamron wurde zwar nicht an einer Canon getestet, dafür aber an der Nikon D200 die bekanntlich nur 10mp hat. Dabei hatte es schon besonders im Randbereich Probleme. D.h. an 15 oder 18mp, wie es die aktuellen Modelle mit APS-C Sensor wird es schlechter abschneiden als als das Canon 10-20 oder Sigma 8-16 (welche an 15mp getestet wurden). Sehen kannst du das an den Diagrammen.


Zu Photozone:
Für mich im Großen und Ganzen die einzig brauchbare Seite für Objektivtests. Warum? Es wird tatsächlich im Randbereich getestet und nicht nur etwas außerhalb der Mitte wie bei vielen anderen. Im Gegensatz zu TDP wird nicht an den Raws anderer Hersteller als Canon (siehe FAQ) rumgepfuscht. Und zu guter Letzt weiß ich dass die Reviews nicht bezahlt sind. Die Objektive werden idr von Lesern zum Testen eingeschickt, der Tester leiht sich das Objektiv oder er kauft es sich für den Test selbst und verkauft es anschließend wieder bzw behält es.
Die Ergebnisse stimmen auch überwiegend mit meinen eigenen Erfahrungen überein.

@TO
Von den drei genannten Objektiven ist das Sigma von der reinen Abbildungsleistung am besten (von der Vignettierung abgesehen). Der Nachteil ist die fehlende Filtertauglichkeit. Ich würde auch zum Sigma greifen (auch wenn ich Sigma bekanntlich nicht mag).

Bei meinen Objektivkäufen greife ich immer direkt zum Nikkor da ich weiß was ich für mein Geld bekomme. Gute Verarbeitung, Dichtung, viel weniger Stress bzgl der Serienstreuung, idR bessere Abbildungsleistung. Für mich ist das den Aufpreis wert. Das muss aber jeder selbst für sich entscheiden.

Allgemein gilt was net-explorer schreibt. Man kan mit allem tolle Bilder machen, den Unterschied merkt man jedoch im Detail oder in Extremeren Situationen bei denen es meist ohne die teure Ausrüstung nicht geht um zufriedenstellende Ergebnisse zu bekommen.


Und zu guter Letzt:
Grüß Gott Fidel
 
Ein besserer "wissenschaftlicher" Überblick bezüglich der Abbildungsleistung als auf "www.the-digital-picture.com" geht doch nun wirklich nicht. Unter "Tools" bekommt man alles was das Herz begehrt. Unter anderem anhand der ISO-Charts kann sich jeder selbst ein Bild machen, in Deinem Fall Canon vs. Tamron und Canon vs. Sigma.
 
MoinMoin,

SanBo schrieb:
@net-explorer: besonders der letzte Satz war klasse! Hat mir sehr gefallen. Zumal ich wirklich jemand bin, der die reinen Fakten miteinander vergleicht.

Wenn Deine Bilder nicht gut werden, weil das Objektiv nicht die ausreichende Abbildungsqualität gebracht hat, dann bist Du schon sehr gut. I.d.R. limitiert eher das auslösende Element hinter der Kamera das Bildergebnis.

Es gibt ein paar Faktoren, die sollte man beim Kauf beachten:
- Verarbeitung
- evtl. Abdichtung
- Bedingung (Schalter, Fokussierung)
- Bajonett (EF vs. EF-S)
- Lichtstärke
- Brennweitenbereich (ausreichend für die anstehenden Aufgaben oder eher nicht?)
- Längenänderung/Drehung der Frontlinse (für Filtereinsatz)
- Abbildungsqualität (Schärfe etc.)

Die Abbildungsqualität lässt sich in Grenzen noch nachträglich am PC verbessern. Alles andere ich bauartbedingt und somit abhängig vom Objektiv. Bei einer Nutzung über mehrere Kameragenerationen hinweg, würde ich darauf dann also achten.

Aber wie soll ich mir nun beispielsweie ein Bild von einem Weitwinkelobjektiv machen können? Sagen wir mal, wir hätten das Sigma 8-16mm F4,5-5,6 DC HSM, das Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM und das Tamron AF 3,5-4,5/10-24 Di II LD im direkten Vergleich.
Gut, Canon und Sigma kosten in etwa das Gleiche. Aber das Tamron kostet fast nur noch die Hälfte! Warum dann also zum teureren Canon mit derselben Brennweite greifen?
Wenn man nun anhand von Messtechniken ermitteln könnte, dass das Canon über den gesamten Bereich erheblich schärfere Bilder liefert, dann wäre das ja begründbar.
Das war so der Hintergedanke dabei.

Abgesehen davon, dass das ES-S 10-22 als sehr gutes Objektiv gilt: Allein was Lichtstärke und Brennweite angeht, kannst Du anfangen auszusortieren. Danach geht es weiter ob USM/HSM oder nicht...

Wenn Du das Weitwinkel gerne für Reportagezwecke einsetzen willst, dann ist Dir ein schneller AF und große Lichtstärke evtl. wichtiger als das letzte Quentchen Schärfe. Für langweilige Landschaftsbilder mit WW spielt es i.d.R. keine Rolle, da Du auch mit einem langsamene AF zum Ziel kommst und entsprechend abblenden kannst.

Was auch noch ein Thema ist: Canon hielt/hält sein Protokoll für das EF-Bajonett geheim. Ältere Sigma-Objektive konnten deshalb entweder gar nicht oder erst nach einem Upgrade an neueren EOS-Kameras betrieben werden. Das wäre z.B. für mich noch ein Grunde bei geringem Aufpreis das Canon-Objektiv einem Fremdhersteller vorzuziehen.

Wie würdet ihr denn in diesem Beispiel entscheiden und vor allem: warum?

Ich habe ein Tokina 12-24/4,0 an meiner EOS. Ab 18 mm leuchtet es KB voll aus und hat EF-Bajonett, somit kann ich es an jeder EOS betreiben. Für den Preis war es mir damals ausreichend.

Da ich aber nicht der Weitwinkelfan bin, würde ich mir heute eher überlegen, ob nicht evtl. ein 17-40/4,0 von Canon auch ausreichend wäre. Die 3 mm am kurzen Ende wären mir egal, aber ich hätte dafür am langen Ende deutlich mehr Spielraum.

Cu,
Chris
 
Joe Dalton schrieb:
Ich habe ein Tokina 12-24/4,0 an meiner .........

....Nikon.

Danach kam Tokina noch mit einem 11-16/2.8 UltraWW.
Dieses Objektiv ist auch noch eine Alternative. Vor allem wenn der eingeschränkte Zoombereich von 11 bis 16mm ausreichend ist, durchaus ein Blick wert. (f2.8 haben die Anderen nicht)
 
Also in erster Linie geht es mir beim WW um Landschaftsfotografie.
Ist halt die Frage, ob man da wirklich den doppelten Preis für eine schnellere Fokussierung zahlen sollte?
Inwiefern unterscheiden sich denn die Ergebnisse in der Abbildungsleistung des Tamron 10-24 von denen von Canon 10-22 und des Sigma 8-16?
 
Das Canon und Sigma sind von der Bildqualität her ähnlich, das Tamron steht da hinten an. Bei Canon hast du den Vorteil der 2/3 Blenden mehr Licht, das Sigma hat 2mm weniger Brennweite.
 
Was bedeutet "ähnlich"?
 
Das bedeutet, dass es keine Rolle spielt, wenn du tatsächlich vorhast, gute Bilder zu machen. Die zeichnen sich nämlich selten durch das Auflösungsvermögen des Objektivs aus.
 
Das verwirrt mich nun noch mehr. Ich hätte baxus eher so verstanden, dass das Canon aufgrund der höheren Blende das Bessere wäre, wenn man bereit ist, auf die 2mm WW zu verzichten.
Welches der beiden Objektive liefert denn die besseren Ergebnisse?
 
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