Jungs, ich würde es doch sehr begrüßen wenn ihr die Foren- und PuG-Regeln beachten würdet. Einige haben hier scheinbar einen sehr persönlichen Zugang zum Thema. Diese würde ich trotzdem bitten objektiv zu bleiben und gerade nicht nur mit Meinungen um sich zu werfen, auch wenn es schwer fällt. Argumente, Fakten etc. braucht eine Diskussion, die zu irgendwas führen soll. Eine Meinungsänderung beim anderen werdet ihr durch reine Meinungsäußerung nicht erreichen.
Und einige andere bitte ich nicht schon wieder die öfters sanktionierte Show im PuG abzuziehen. Wer meint es gäbe "alleinige Gründe" und das vorallem böse Mächte im Hintergrund strippen ziehen, der untergräbt hier die Sachlichkeit der Threads. Ich habe dies in der Eröffnung nicht angemahnt, weil es natürlich durchaus strategische Überlegungen gibt. Auch wenn z.b.
neo-bahamuth viele wichtige Punkte leider nur andeutet, aber nicht unbedingt ausführt.
Wenn aber z.b.
$co®pion mal wieder auf diesen Zug aufspringt und hier in der üblichen Manier Stimmung macht, statt zu diskutieren oder sich mit dem Thema ernsthaft zu beschäftigen, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Man sollte meinen es wäre irgendwann mal durchgedrungen, dass wir diesen Stil nicht wünschen. Nichts gegen bestimmte Theorien, dann sollte aber die Ausführung Hand und Fuß haben.
Soviel zum moderativen Teil.
__________________
Nun,
neo-bahamuth jetzt frage ich mich aber, warum Deutschland die Unabhängigkeit nicht anerkennen sollte. Schließlich hat man nicht nur humanitär und politisch dafür eingestanden, sondern eben auch militärisch. Eine Nicht-Anerkennung ist also kaum logisch und hat insofern erstmal mit Marionetten nichts zu tun. Es wäre naiv anzunehmen, dass ausgerechnet jetzt eine Anerkennung verweigert wird. Selbst wenn hinter den Kulissen diese diskutiert wurde (und Deutschland hat sowohl amerikanische wie russische Beziehungen zu pflegen). Dass andere EU-Staaten dagegen sind, liegt oft genug auch an Regionen, die sich auch mehr Unabhängigkeit erhoffen oder ebenso an geopolitischen Interessen. Man wird also kaum Spanien für eine Anerkennung begeistern können. Anderseits hat sich die Mehrheit im Kosovo für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Das auch Wahlboykott und ähnliche Maßnahmen zu sehr großen Mehrheiten führten, ist zwar richtig, nur offenbar ist der serbischen Bevölkerung die Blockade auch lieber gewesen, als die Zusammenarbeit.
Das nun Russland als weißer Ritter hier dargestellt wird ist natürlich auch interessant, denn auch hier sprechen vorallem strategische Interessen für eine Unterstützung Serbiens. Und nicht erst heute versucht man dagegen zu arbeiten. Auch 1999
besetzten russische Truppen den Flughafen der Hauptstadt Pristina. Wenn diese Operation nicht schlecht geplant gewesen wäre und anderseits die Nato-Truppen vor Ort sich nicht zurückgehalten hätten, wäre das vermutlich sehr viel anders ausgegangen. Und auch damals hatten die Russen sicherlich mehr als das zu bieten. Aber immerhin hat man sich damit eine Beteiligung an der Schutztruppe im Kosovo gesichert.
Und im übrigen ist es schon erstaunlich, dass zwar mit der Historie argumentiert wird, anderseits vergisst man, dass im Staat Jugoslawien Tatsachen geschaffen worden, die ein nicht unerhebliches Potential an Konflikten geschaffen haben. Wenn Serbien meint, dies könne nun im Nachhinein durch das Verweisen auf die Geschichte korrigiert werden, dann trägt dass nur zu dem Problem bei.
Ob nun unabhängig oder nicht, dass Problem der Minderheiten gibt es so oder so. Eine dauerhafte militärische Präsenz kann nicht im Sinne der Beteiligten sein. Die Situation bisher stellte auch keine dauerhafte Lösung dar, insofern muss eine Lösung gefunden werden, die gleichermaßen die Meinung der Mehrheit beachtet, als auch den Schutz der Minderheiten zu gute kommt. Ob das ein selbstständiger Staat Kosovo sein kann, darf bezweifelt werden. Wie weit finanzielle Hilfe von dauerhafter Natur ist, bleibt abzuwarten.
Das Völkerrecht wurde aber auf dem Balkan in den letzten 15 Jahren von allen Seiten so oft gebrochen, man muss sich eher überlegen, welcher Bruch die Sache besser oder schlechter macht(e). Man hätte auch abwarten können bis die Albaner aus dem Kosovo vertrieben gewesen wären und sich mit einem militanten Diktator Milosevic anfreunden können. Damals hielten das die wenigsten für eine gute Idee. Allerdings wären wohl die geschaffenen Tatsachen weit weniger kompliziert gewesen...