Kornasteniker schrieb:
Ist denn ein einziger Wiederzugewiesener Sektor tragisch?
Ein einzelner ist weder bei einer HDD noch bei einer SSD wirklich tragisch, dafür gibt es ja Reservesektoren. Das Problem ist immer die Ursache, denn ein Sektor fällt nur nur sehr selten mal spontan aus. Bei HDDs kann das Schmutz sein, der dann auch schnell weitere Sektoren oder gar den Kopf schädigen kann und bei SSD zeugt es von mangelnder Qualität der NANDs.
Zwar ist es sowohl bei HDDs als auch bei SSDs normal, dass es bei der Fertigung defekte Sektoren gibt und niemand schmeißt die Teile deswegen weg, die werden ausgespart und durch Reserven ersetzt. Das sollte aber bei der Herstellung erkannt und gemacht werden. Crucials m4 gibt die Anzahl sogar im Attribute BD (Factory Bad Block Count) in den S.M.A.R.T. Werten aus.
Ist aber schon nach so wenig geschrieben Daten ein Fehler aufgetreten, so wurde vermutlich (absichtlich oder unerkannt) minderwertiges NAND, also NANDs mit weniger Zyklenfestigkeit, verbaut. Es kann nur ein Ausrutscher sein, aber wenn es schnell bald mehr werden und dann ist eine SSD i.d.R. schnell kaputt, wie man im
Dauerschreibtest auf xtremesystems.org sieht. Die Vertex4 dort hat erst
nach 305TiB den ersten Reallocated sector gezeigt, nach
340TiBW waren es 4, nach
360TiBW schon 16, nach
381TiBW schon 93 dann
war sie schnell kaputt, mit 243 Reallocated Setors, bei einem normalisierten Werte von 100, was eigentlich signaliert, dass der Wert noch völlig in Ordnung sein sollte.
Die Qualität der NANDs die OCZ verbaut ist eben schon länger ein Diskussionsthema und die
hohen Ausfallraten von OCZs SSDs sind wohl kein Zufall. Wer eine problemlose und haltbare SSD will, der sollte sich an
den Empfehlungen im Sammelthread orientieren, die sind nicht zufällig so wie sie sind und können gut begründet werden.
Die Vertex4 ist ja auch nicht dauerhaft so schnell wie in den Benchmarks, denn beschreibt OCZ zuerst die erste Page (das erste Bit)) vieler NAND Blöcke und erst später die viel langsamere, zweite Page (zweite Bit).
Wenn man sich das seq. Schreiben der Vertex4 für die ganze Kapazität
im Test von tweakpc ansieht, dann sieht man das auch. So macht OCZ das um gerade bei kürzeren Schreibzugriffen Geschwindigkeit zu gewinnen:
Hierbei wurde die SSD nur partiell beschrieben, was der Standardeinstellung von HD Tune entspricht. Das ist ja ein HDD Tool und der Test soll die Entwicklung der Geschwindigkeit von den inneren zu den äußeren Zylindern zeigen. Dazu muss er die Platte nicht vollständig beschreiben (auch wenn es dann so aussieht, als wenn das der Fall gewesen wäre und das denken sich auch viele Tester), sondern schreibt nur mal 64k und dann etliche MB weiter wieder 64K. Deswegen und weil HDTune nicht darauf achtet ob die Adressen die es ausliest auch beschrieben sind, ist das Tool ja auch für SSDs total unbrauchbar, das sage ich ja immer wieder!
Schreibt man statt 64k immer 8MB sieht es so aus:
Schreibt man dann wirklich die ganze Kapazität, so sieht es schlechter aus:
Das Problem dabei ist natürlich, dass die Daten der ersten Page zerstört werden, wenn etwas beim Schreiben der zweiten Page schief geht. Da die Vertex4 das nach dem Schrieben macht, also im Idle die Daten aus den ersten Pages der NANDs in die zweiten kopiert, möchte ich garnicht wissen, was bei einem Power-Fail passiert und wie die Write Amplification aussieht. Deshalb sollte man eigentlich immer beide Bits direkt hintereinander beschreiben. Aber wohl nur so erreicht die Vertex4 die hohen 4k Werte sowie die hohen seq. Schreibraten in den üblichen Benchmarks. Das ist eine SSD die nur in Benchmarks gut abschneidet aber im Alltag mehr Probleme macht als die besser (Kurzzeit-) Performance auszugleichen vermag.