SB94 schrieb:
zur 5% Hürde: am Anfang waren in Deutschland 3 Parteien im Bundestag

und so Lobbyabhängig ist die deutsche Politik nun auch wieder nicht. Ok, dass mit der Hotelsteuer ist ne Schweinerei, aber es ist nunmal so, dass es dem Bürger gut geht wenn es der Wirtschaft gut geht. Da kannst du jeden Wirtschaftswissenschaftler der Welt fragen.
Wow in 60 Jahren haben es mit den Grünen und der PDS ganze zwei Parteien neu in den Bundestag geschaff (WASG bzw Linke entstanden nur aus bereits im Bundestag vertretenen Parteien).
Die Schwelle zum Einzug müsste deutlich niedriger liegen (zb 1-2%), bestes BSP die Piratenpartei - wäre die mit ihren 2,x% eingezogen würden sie auch jetzt noch in der öffentlichkeit stehen und könnten durch Opositionsarbeit weiter wachsen. So aber geraten sie höchstens wieder in Vergessenheit und können froh sein wenn sie das nächste mal überhaupt wieder was im 2% Bereich erreichen.
Meine Ansicht über die Lobbyabhängigkeit ist da eine ganz andere, wie ist man denn zb der Wirtschaft allgemein (Krankenkassenbeiträge), der Pharmaindustrie (Gesundheitsreförmchen) oder den Energiekonzernen in den Arsch gekrochen? Und das sind nur 3 beispiele die aufsehen erregt haben, das meiste ist ja nicht so offensichtlich und fließt einfach ständig bei jeder Entscheidung mit ein.
Und das "wenns der Wirtschaft gut geht gehts dem Volk gut" ist dummes Geschwätz das uns tagtäglich eingetrichtert wird. Die wirtschaft schreibt ständig neue Rekordgewinne während die Reallöhne (inflationsbereinigt) und Sozialleistungen ständig sinken, die schere zwischen normalverdiener und reichen geht immer schneller und immer weiter auseinander.
Wenn es der Wirtschaft noch besser geht wird davon nur ein winziger teil bei der bevölkerung landen, der großteil wird abgeschöpft umgekehrt aber wenn es schlecht geht wird das zu 100% weitergereicht ans Volk.
Ich kenne viele Paare die noch in den selben Berufen tätig sind wie in den 80ern, damals blieb ihnen netto so viel vom Lohn dass neue Autos kaufen, Haus bauen usw kein Problem war und man noch geld auf die seite bringen konnte heute bleibt ihnen trotz diverser beförderungen/lohnerhöhungen nur noch so viel dass es halt grad so reicht und das obwohl man nur ein billiges Auto fährt und den Lebensstandard insgesamt gesenkt hat.
Da beneide ich unsere schweizer Nachbarn doch des öfteren mal um ihre direkte Demokratie.