Was soll ich mit meinem Leben machen?

cartridge_case schrieb:
wieso dann studieren? :D :P was studierste denn?

geh in die politik und ändere was :D



sagt wer?! WTF!


Wenn Du dich und deine Anlagen nicht weitergeben kannst, hast Du genetisch versagt.

Ganz einfach.

Du bist ausgestorben. Ende.
 
cartridge_case schrieb:
wieso dann studieren?
Um etwas zu lernen, das mich interessiert.

cartridge_case schrieb:
was studierste denn?
Betriebswirtschaftslehre

cartridge_case schrieb:
geh in die politik und ändere was
Das könnte ich machen. Ich war schon mal Mitglied in der Jugendorganisation einer deutschen Partei, die im Bundestag vertreten ist. Allerdings bin ich nach kurzer Zeit wieder ausgetreten, weil es nur um sinnloses Bekämpfen der anderen Parteien ging, unabhängig von der Sinnhaftigkeit der Vorschläge sowie um interne Machtkämpfe einzelner Personen.

Wie oft kam es vor, dass die Jugendorganisation einer anderen Partei gesagt hat: "Dieses Projekt XY funktioniert nicht gut. Lasst uns etwas ändern!" Dann kam der Leiter von meiner ehemaligen Jugendorganisation und meinte nur (übertrieben dargstellt): "Euer Vorschlag ist sinnlos. Lasst es uns lieber so machen, wie wir es vorschlagen!". Dabei weiß ich, dass unser Leiter einige Vorschläge der anderen Partei durchaus sinnvoll fand und nur aus Prinzip widersprochen hat. Die Ideen sind ja von der anderen, "bösen" Partei gemacht worden und deshalb kategorisch falsch.

Diese Abwesenheit der Fokussierung auf sinnvolle Argumente hat mich so zermürbt, dass ich wieder ausgetreten bin.

cartridge_case schrieb:
Erstmal sollte man sagen, dass Evolution an sich kein Ziel hat. Evolution ist kein Lebewesen, sie kann nicht denken und hat keine Intentionen.

Doch die Evolution hat dazu geführt, dass genau die Lebewesen überlebt haben, die das Ziel hatten zu überleben. Wenn du eine Maus bist und es dir als Spezies egal ist, dich fortzupflanzen und das Überleben deiner Spezies zu sichern, bist du irgendwann ausgestorben. Deshalb ist das Ziel der heute existenten Lebewesen eigentlich immer die Existenz ihrer Spezies aufrechtzuerhalten.

Quellen z.B. http://www.zeit.de/wissen/2009-9/evolution-altruismus/komplettansicht

ayngush schrieb:
Werde Investmentbanker. [...] Geht es dem Kapitalismus gut, geht es den Menschen im Kapitalismus gut.
Darüber habe ich auch schon mal nachgedacht. Oder auch Unternehmensberater.
Du schreibst, dass es einem selbst gut gehen würde, wenn es dem Kapitalismus gut geht. Doch das zielt ja genau auf die Sache mit dem Geld und Konsum ab. Ich habe ja bereits festgestellt, das ich mir mit Geld keine Zufriedenheit kaufen kann. Alles, was mit Geld erworben werden kann, unterliegt letztendlich der hedonistischen Tretmühle. Ich erinnere mich an ein Interview von Warren Buffett, in dem er sagt, dass es für ihn persönlich kaum einen Unterschied macht, ob er bei McDonalds für ca. 5 Dollar etwas isst oder in das nobelste und teuerste Restaurant geht und etwas für 500 Dollar isst. Da Geld für ihn keine Rolle spielt, ist ihm der Preis egal und er kann sich von dieser Denke "teurer = besser" trennen. Und weil beide Speisen, McDonalds und das sehr teure Restaurant, ihn sättigen und lecker schmecken, bevorzugt er häufig McDonalds, weil er keinen Mehrwert in der sehr teuren Speise sieht.

Ich bin mir nicht sicher, ob Investmentbanker ein langfristig erfüllender Job ist. Letztendlich helfe ich ja anderen Menschen nur dabei, mehr Gewinn zu machen.

mrhanky01 schrieb:
zunächst einmal möchte ich dir meinen tiefsten Respekt aussprechen.
Mit 20 Jahren so einen klaren Blick auf das Leben und die Welt zu haben ist wirklich sehr sehr selten, die meisten Menschen werden diese Einsicht niemals haben.

Ich meine den Fakt das du erkannt hast das 99.5% der Menschen das Ziel vor Augen haben => "mehr Geld/ mehr Konsum" zu haben.
Du aber dem nichts abgewinnen kannst.
Dafür nochmal wenn es denn ernst gemeint ist -> Respekt.
Danke für deinen Respekt. Doch ist es tatsächlich so, dass nur sehr wenige Menschen diese Einsicht erhalten werden? Ich dachte immer, dass jeder diese Einsicht hat und alle eine Lösung für ihren Konflikt gefunden haben, nur ich noch nicht. Ist es nicht so, dass jeder weiß, dass Konsum letztendlich nur vergänglich ist und die meisten beruflich etwas machen, in dem sie Sinn sehen?

Btw ich erinnere mich an ein Zitat, dessen Quelle ich gerade leider nicht finde. Es hieß sinngemäß so:
"All of man's achievements have only been achieved because of peoples' fear of meaninglessness and irrelevance. People want to build things, that last forver, at least longer than their own lives. But sadly nothing lasts forever."

mrhanky01 schrieb:
Ich habe lange überlegt bevor ich begonnen habe dir auf diese Frage zu antworten bzw. dich in die aus meiner Sicht richtige Richtung zu leiten.
Warum hast du lange überlebt, bevor du auf meine Frage geantwortet hat?

mrhanky01 schrieb:
Ich persönlich zähle mich auch zu den 0.5% bzw. versuche so zu denken.
Persönlich habe ich diese Einsicht erst vor ca. 2 Jahren gehabt also mit 28.
Wie hast du diese Einsicht erlangt und warum?

Was hast du durch die Erlangung dieser Einsicht bei Dir im Leben geändert bzw. welche Auswirkungen hatte die Erkenntnis auf dich?

mrhanky01 schrieb:
Der Hedonistischen Tretmühle kannst du nicht ausweichen, die ist leider ein Teil der menschlichen Natur.
Schade :(

mrhanky01 schrieb:
Dauerhaft zufrieden wirst du nur sein, solange du immer und das ist sehr wichtig immer und ausschließlich ehrlich zu dir selbst bist, dich niemals für jemanden verbiegst und nur das machst was du möchtest.
Das habe ich bisher auch immer so gemacht!

mrhanky01 schrieb:
Ich habe mich mit dem Thema sehr lange beschäftigt zig Bücher zu den Themen gelesen und werde nun versuchen dir einige Dinge die du teils weißt oder so denke ich wissen solltest erläutern.
Welche Bücher hast du alle gelesen?

mrhanky01 schrieb:
Nun suchst du genau bei diesen Menschen nach Rat, natürlich rennen dir die Leute die Bude ein mit "Such dir ein Beruf der Spaß macht wo du gut Geld verdienst" oder so ähnlich, allein wenn ich diese Resignation lese das man nicht immer Spaß haben kann und zufrieden sein kann.... einfach nur falsch.
Das erinnert mich an ein Zitat von Epiktet, einem Stoiker:

"Who exactly are these people that you want to be admired by? Aren't they the same people you are in the habit of calling crazy? And is this you life's ambition, then - to win the approval of lunatics?" - Epiktet

mrhanky01 schrieb:
1. BWL bringt dich mit deiner Einstellung nicht weiter =>
Alles was du in BWL heute lernst werden Computer in 5-15 Jahren soweit automatisiert haben, dass dich keiner braucht.
BWL ist definitiv das falsche für dich, denn es dient nur die Konsumgeilheit der Leute noch mehr zu erhöhen.

Lektion => Finde den nächsten Punkt in deinem Leben/ mach was du möchtest. (Siehe hier zu Punkt 3)
Was machst du beruflich? Was hast du studiert?

Es muss nicht unbedingt so sein, dass mal als BWLer nur die Konsumgeilheit ankurbelt. Adam Smith hat bereits in seinem Werk „Wohlstand der Nationen“ beschrieben, dass egoistisches Handeln der Wirtschaftssubjekte im Modell zum meisten Wohlstand in der Gesellschaft führt.

Als BWLer kann man also durchaus anderen Menschen helfen und Wohlstand schaffen.

Siehe z.B. http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...36505.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

mrhanky01 schrieb:
2. Halt dich fern von sogenannten Visionären die dich reich machen möchten =>
Es gibt diverse bekannten Personen die in den Medien/ Youtube beworben werden das Sie dich reichen machen und in Wirklichkeit dir Ihr Buch verkaufen oder ein Seminar wo du zu dir findest.
Dazu fällt mir ein Zitat von Andre Kostolany ein:
„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“ - Andre Kostolany

mrhanky01 schrieb:
3. Denke nicht das eine Tätigkeit dich 60 Jahre Glücklich macht. =>
Das Leben ist wie eine Geschichte und du schreibst deine eigene, wichtig dabei ist wie du schon richtig erkannt hast: Es sollte dir egal sein wie andere deine Geschichte finden.
Das erinnert mich an einen Artikel auf Wait but why von Tim Urban:
„Life is a Picture, But You Live in a Pixel“
waitbutwhy. com/2013/11/life-is-picture-but-you-live-in-pixel.html
Der Artikel handelt davon, dass man immer in der Gegenwart lebt, also bei einem Bild immer in einem einzigen Pixel. Doch das große Bild ergibt sich erst aus der Summe der Pixel.

mrhanky01 schrieb:
Lektion => Mach was du willst zu dem Zeitpunkt den du möchtest.
Auf der einen Seite kann ich das durchaus nachvollziehen.

Auf der anderen Seite erreicht man auch keine großen Ziele, indem man ständig sein Ziel bzw. seine Tätigkeit ändert. Dazu zwei Zitate:

„No great thing is created suddenly, any more than a bunch of grapes or a fig. If you tell me that you desire a fig, I answer you that there must be time. Let it first blossom, then bear fruit, then ripen.“ - Epiktet

„Men give me credit for some genius. All the genius I have lies in this; when I have a subject in hand, I study it profoundly. Day and night it is before me. My mind becomes pervaded with it. Then the effort that I have made is what people are pleased to call the fruit of genius. It is the fruit of labor and thought.“ - Alexander Hamilton
→ Große Ziele werden durch harte Arbeit über lange Zeit erreicht

mrhanky01 schrieb:
4. Anderen Menschen helfen

Oft wird Menschen wie dir geraten anderen Menschen zu helfen, was an sich eine in der Basis gute Idee ist.
Wie kann ich den effektiv anderen Menschen helfen? Ich möchte irgendwas machen, das viele Menschen positiv beeinflusst.

mrhanky01 schrieb:
5. Ultimative Aufgabe um die Menschheit weiterzubringen

Wenn du die Möglichkeit schaffen würdest die Menschheit von der Konsum Geilheit zu erlösen, dann wirst du die Welt verändern.
Das wird meiner Meinung nach unmöglich sein.

Im Physikunterricht in der Schule habe ich folgendes gelernt (beim Thema Kräfte):
actio = reactio

Mit jedem Menschen, den man von der Konsumgeilheit erlöst, schafft man auf der anderen Seite jemanden, der umso mehr auf Konsum ausgerichtet ist.

Dieser Effekt wird zum Teil in diesem Video behandelt:
https://www.youtube.com/watch?v=rE3j_RHkqJc

Vielleicht sollte ich, anstatt aktiv nach Glück zu suchen, probieren, aktiv das Unglück zu vermeiden. Dazu ist dieses Video interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=LO1mTELoj6o

Danke für den Link zum Video von Dieter Lange. Es ist ausgesprochen gut! Hast Du noch mehr von solchen Videos?
 
Zuletzt bearbeitet:
Und weil beide Speisen, McDonalds und das sehr teure Restaurant, ihn sättigen und lecker schmecken, bevorzugt er häufig McDonalds, weil er keinen Mehrwert in der sehr teuren Speise sieht.

Warren Buffet ist halt auch ein Schwätzer bzw. ihm wird auch einfach viel Geschwätz in den Mund gelegt und aus dem Kontext gerissen.

Folgende Ausgangssituation:

* 5 Euro McDonalds Burger und ein 70 EUR Steak sättigen beide und reichen zum Überleben.
* Über Geschmack lässt sich streiten - über gesundheitliche Beeinträchtigungen die man vom anhaltenden McDonalds-Burger-Konsum bekommt ebenfalls - betrachten wir es einfach mal als Analogie für das "billig produzierte Nahrung"-System.

Kannst Du es moralisch vertreten, dass für den "McDonals Massenfraß", der eindeutig sättigt, Rinder verschifft werden müssen und damit sie nicht panisch herum rennen ihnen vorher die Augen ausgestochen werden? Ist es da nicht besser das mit mehr Aufwand regional produziertes und deswegen teurere Fleisch zu konsumieren, wissentlich, dass die Tiere besser aufgezogen werden und die Farmer besser entlohnt werden?

Der Punkt auf den ich hinaus will ist: Geld macht nicht Glücklich, Geld eröffnet Dir Möglichkeiten. Und die richtig gewählten Möglichkeiten können einen mit Glück erfüllen.
Hast Du aber nicht genügend Geld, hast Du keine Wahl und musst die "McDonals Billigscheiße" fressen, egal, was für Bedingungen dahinter stecken - egal wie sehr das System die darin befindlichen Leute ausbeutet... Der Trick bei "vote with your wallet" funktioniert halt nur solange, solange in Deiner "wallet" auch etwas enthalten ist.

Geld ist bis zu einem gewissen Grad notwendig um moralisch und glücklich leben zu können.
Ich schätze als Single so um die 2000 bis 2500 EUR Netto pro Monat braucht man schon um überhaupt eine vernünftige Wahl zu haben und nicht "Dreck fressen zu müssen".
Ich persönlich achte zum Beispiel darauf, dass das Fleisch und der Fisch, den ich kaufe ordentliche Zuchtbedingungen hat. Die drei Scheiben Lachs (100g, Bio der Naturland-Richtlinien) am Sonntag haben mich auch 6,99 EUR gekostet. Das kann man sich aber nur leisten, wenn man ein adäquates Auskommen hat.

Und das ist auch der Grund, warum ein Gehalt bis 60.000 EUR noch motivierend wirkt und darüber hinaus eher nicht mehr - weil man dann so viel Geld hat, dass man sich nach seinem persönlichen Moralkorsett innerhalb seiner Vorstellungen im Leben bewegen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du scheinst ja eine gewisse Gelassenheit zu haben, da du nicht X€ verdienen musst, um das als "Glück" zu definieren.

Schau doch einfach wo es dich hin verschlägt. Halte aber auch die Augen auf nach neuen Möglichkeiten (beruflich).


Privat ist das wieder anders.
Hast du Hobbys? Machen die dich glücklich? -> weiter machen.
Machen sie dich nicht glücklich? -> Lass es bleiben und suche dir was anderes.

Habe keine Angst neue und ungewöhnliche Sachen aus zu probieren.
Dabei lehrt man neue Leute und Eindrücke kennen und ggf. auch den passenden Partner.

Dadurch ergeben sich fast von alleine wieder neue und interessante Blickwinkel.

Und egal was du tust, genieße die Kleinigkeiten und nimm dir für das Genießen die Zeit!
Sehr gut geht das auf reisen. Am Besten alleine und mit möglichst wenig Elektronik im Gepäck.

So entspannt wie auf dem Gipfel eines Berges mit ner Flasche Wasser und nem Vesper war ich sonst noch nie.

Auch bei sozialem Engagement erhält man eine tiefe Genugtuung, wenn man jemandem helfen konnte ohne eine Gegenleistung zu erwarten. In dem Sektor sind die Möglichkeiten eh fast unbegrenzt.

Im Endeffekt muss du aber für dich das richtige finden.
 
@TE

Ich musste trotz meines BWL-Studiums erst einmal nachlesen, was eine hedonistische Tretmühle ist und ich muss sagen, ich finde so ein stabiles Glückslevel gar nicht verkehrt.

Deine persönlichen Glücksziele hast Du im Eingangspost definiert und mein erster Gedanke nach dem Lesen war: ALG2 ist Dein Ding!

In Beitrag #7 hast Du dann eingegrenzt, dass es Dir um die berufliche Zeit geht und auch hier war mein nüchternes Analyseergebnis: ALG2, weil Du keinen Sinn im gewählten Beruf siehst

In Beitrag #14 hast Du mich in meiner Sicht auf Dich zu erst bestärkt, dann kam das erste Mal Bei Dir das Thema auf, anderen Menschen helfen zu wollen. Eigentlich nicht so schwer. Irgendwelche Firmen mit positivem Image wird es schon geben, bei denen man sich nach dem Studium um Arbeit bewerben kann.

Aus Deinem Beitrag #25 entnehme ich wenig Anpassungsfähigkeit mit leichter Tendenz zur Selbstüberschätzung. Ich denke, in einem weisungsgebundenen Arbeitsverhältnis werden zukünftig Konflikte mit Vorgesetzten auftreten. Für eine Selbständigkeit erkenne ich noch zu wenig Triebkraft und Biss, vom fehlenden Plan ganz abgesehen.
Wie kann ich den effektiv anderen Menschen helfen? Ich möchte irgendwas machen, das viele Menschen positiv beeinflusst.
Eine Nummer kleiner geht nicht?


Mal ehrlich, Dein Studienfach hast Du anscheinend nur gewählt, weil Du Dich für nichts (!) interessierst und BWL einfach erscheint inkl. geheiztem Büro im Job.
Normaler Weise prägt einen das Elternhaus. Vielleicht gab es keines oder nur mit harter Erwerbsarbeitserfahrung. Du hast anscheinend keine Hobbies außer Internet surfen und keine sozialen Kontakte in das Alltagsleben. Sonst müsstest Du nicht solche Sachen wie gequotet fragen.

Welche Spezialisierungsrichtung bei BWL interessiert Dich denn?
Vielleicht bringen Dich Deine Mitkommilitonen ja auf gute Gedanken, wenn Du einmal den Kontakt suchen würdest.
In so einem Studium gibt es typischer Weise die ganze Palette von Menschentypen zu begutachten und man kann für sich herausfinden, wem man nacheifern möchte und wem nicht.
 
Also mit einem BWL Studium & Job wo man vielen Menschen helfen kann schließt sich ja nicht aus. Bei der Körber-Stiftung sucht man auch Leute mit BWL Hintergrund. Die guten 500 Millionen EUR Stiftungskapital wollen ja auch verwaltet werden. ;)
 
Von deinem anderen Thread "welchen Zweck hat ein Studium" sind wir also nun bei "Was soll ich mit meinem Leben machen?" angelangt ^^

Ich denke am Ende kann dir diese Frage keiner hier beantworten. Keiner hier kennt dich oder kann sagen was dir Freude bereitet, was dich antreibt, wo deine Interessen liegen. Der einzige der das sagen kann bist du. Klar, Inspirationen und Ideen einholen kann man machen, aber es wirkt auf mich ein bisschen so als würdest du dir insgeheim eine klare Antwort wünschen so nach dem Motto "Hier ist das Rezept, mach genau das und dann is alles gut". Aber vielleicht habe ich dich da auch missverstanden.

AntonK schrieb:
Hallo, ich bin 20 Jahre alt und studiere momentan im ersten Semester.

Das erste was ich dir da aus eigener Erfahrung sagen will ist: Egal was du jetzt im Moment für Ansichten, Einstellungen oder Prioritäten oder auch Vorstellungen vom "Leben" hast, das wird sich spätestens wenn du dein Studium beendet hast und dann tatsächlich in die Berufswelt einsteigst (als was auch immer, und seis nur um deine Existenz finanziell zu sichern) ändern. Manche Aspekte deines Weltbildes werden mehr, andere weniger betroffen sein, aber unterm Strich macht jeder in seinen 20ern einen gewissen Wandel durch und "reifen" in gewisser Weise (manche mehr, manche weniger). Besonders Studenten sind da meiner Meinung nach eher spät dran mit diesem Reifeprozess, weil Studenten tendenziell eben sehr lange in einer sehr geregelten, weitgehend uneigenständigen Umgebung "gefangen" sind. Seis nun die Uni/Bildung als solches, wo man am Ende halt wie in der Schule ne Liste and Modulen und Klausuren hat die man abarbeitet oder nem gewissen Strang folgt, seis die Tatsache dass viele Studenten noch bei den Eltern wohnen oder zumindest teilweise noch finanziell Hilfe von den Eltern bekommen/abhängig sind. Meiner Erfahrung nach was ich so in meinem Bekanntenkreis etc. auch mitbekommen habe ist, dass man als Student aufgrund dieser eher "sorglosen" Umgebung Zeit hat sich um alles un jeden Gedanken zu machen und sich ideologisch zu finden etc. pp aber am Ende des Tages haben die allerwenigsten wirklich ne Ahnung davon, was es wirklich bedeutet ein eigenständiges Leben zu führen. Da kommt für viele dann das Erwachen nach dem Studium wenn man das erste mal einen wirklich "eigenen" Haushalt führen muss (seis nun mit Parter-in oder allein), wenn man auf einmal seine eigene Rechnungen bezahlen muss und für alles einfach selber verantwortlich ist und man sich eigentlich nicht mehr so sehr auf das Sicherheitsnetz des Elternhauses verlassen will. Was es bedeutet, Vollzeit zu arbeiten und wie sehr man dann auf einmal merkt, wie viel schneller die Zeit vergeht und man ganz anders priorisieren muss, was man mit seiner Zeit anfangen kann oder will abseits der Arbeit. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man den Traumjob hat oder nicht, rein praktisch gesehen hat man einfach weniger Zeit. Weniger Zeit für Hobbys, weniger Zeit für Freunde (die haben ja auch ihr eigenes Leben), weniger Zeit für Familie. Das kann man mit dem freien, doch sehr lockeren Studentendasein finde ich einfach nicht vergleichen. Klar, jetzt magst du mir vielleicht sagen "ja aber ich arbeite jetzt schon neben dem Studium, bin finanziell nicht auf meine Familie angewiesen" oder was auch immer aber glaub mir, Studium und dann (überspitzt ausgedrückt) das "echte Leben" danach ist ein riesen Unterschied. Und das denke ich versteht man selber immer erst hinterher, da kann man dir jetzt sagen was man will, das sind Erfahrungen die man einfach selber machen muss.

Aber nicht falsch verstehen: Ich meine das mit dem weniger Freizeit und so gar nicht negativ, ich will nicht sagen dass nach dem Studium alles unbequemer und schlechter wird. Im Gegenteil, ich bin heilfroh kein Student mehr zu sein und finde es z.B. schwierig, wenn mir Leute sagen "Studium war die beste Zeit meines Lebens" oder so, finde ich z.B. absolut nicht. Ich bin froh, dass ich jetzt endlich aus dem Ausbildungsprozess raus bin und mein Leben selber in der Hand hab. Und gerade weil ich jetzt Prioritäten setzen muss, was ich mit meiner verbleibenden Freizeit noch anstellen kann und will kann ich die Zeit die ich frei verbringen kann viel mehr schätzen als das vorher der Fall war. Ich habe entsprechend gefunden wer oder was mir im Leben wichtig ist und kann mich darauf konzentrieren.

Insofern finde ich deine beschriebene Sorge:

AntonK schrieb:
Wenn man davon ausgeht, dass ich 80 Jahre alt werde, habe ich noch 60 Jahre Lebenszeit vor mir. Und ich weiß nicht, was ich mit dieser Zeit machen soll.

ein bisschen übertrieben. Sieh es doch mal anders rum: Du hast noch 60(!) Jahre vor dir, was glaubst du denn was du in der Zeit noch alles erleben kannst und wirst. Mir kommt's ein wenig so vor, als sei deine Befürchtung, dass man sich nur ein Mal im Leben entscheiden darf, wie man den Rest seines Lebens gestaltet. Und das ist definitiv nicht so. Habe ich ja in dem anderen Thread schon geschrieben, man kann sich beruflich immer umorientieren und was Neues machen, notfalls kann man auch Umschulungen oder noch ein Studium hinterher machen wenn man wirklich in ne komplett andere Richtung will. Aber es ist keineswegs so, dass du dich jetzt auf immer und ewig entscheiden musst, was du mit deinem Leben machst, das ist einfach Quatsch. (Aber auch hier kann es sein, dass ich dich missverstehe in dem, was du geschrieben hast).

Ich denke eine nochmal sehr gravierende Entwicklung macht man durch, wenn man irgendwann mit dem Thema Familiengründung konfrontiert wird (das habe ich auch noch vor mir). Auch das führt denke ich nochmal zu einer massiven Verschiebung von Prioritäten im Leben und man wird nochmal eine ganz andere Sicht auf viele Dinge bekommen, man wird viele Dinge denke ich anders wahrnehmen und anders zu schätzen wissen. Daher kann ich nur nochmal sagen: ich denke du hast noch einen sehr langen Weg vor dir, da kann und wird sich noch vieles ändern.


Und zu dem hier:
AntonK schrieb:
Auf der anderen Seite erreicht man auch keine großen Ziele, indem man ständig sein Ziel bzw. seine Tätigkeit ändert. [...]
→ Große Ziele werden durch harte Arbeit über lange Zeit erreicht

kann ich nur sagen: "lange Zeit" und "Große Ziele" ist doch alles relativ. Vor allem geht's da doch auch nicht darum zu sagen "ich rette den Regenwald" und dann ne Woche später "Ne doch nicht, ich bau lieber ne Schule in Afrika", sondern es geht darum ein Grundthema, ein Hauptziel zu finden auf das man hinarbeiten kann. Dabei sind diese Visionen oft recht vage formuliert, weil es eben viele Wege gibt, diese Vision(en) zu erreichen. Ich denke man darf bei diesen ganzen schlauen Zitaten und Videos nicht den Fehler machen, das alles zu wörtlich zu nehmen und 1:1 in sein Leben zu implementieren, das klappt denke ich in der Regel nicht.

Was mich ein wenig verwirrt ist, warum du scheinbar so ganz ohne Plan bist, was du denn machen "sollst". Du sagst ja selber:
AntonK schrieb:
Ich studiere Betriebswirtschaftslehre und bin überzeugt davon, dass BWL für mich das richtige Studienfach ist.

Insofern scheinst du dir ja schon bewusst zu sein, das du auf dem richtigen Weg bist, wenn du etwas studierst, was dich interessiert und worin du dich vertiefen kannst und willst. Das du dann auf der anderen Seite aber irgendwie keine Ideen zu haben scheinst, wie du das mit

AntonK schrieb:
Ich will etwas machen, von dem ich weiß, dass es Menschen hilft. Irgendwas, was die Welt nachhaltig positiv beeinflusst. Ob die Menschen, denen ich dadurch geholfen habe, auch wissen, dass ich es war, der ihnen geholfen hat, ist mir egal.

vereinen kannst finde ich etwas seltsam, denn so schwierig kann das doch eigentlich nicht sein? Im Rahmen deiner Interessen und Potenziale, was glaubst du denn hilft "den Menschen" am besten, bzw. in welchem Bereich glaubst du denn selber, die nötige Motivation und Kompetenz zu haben? Das sind Fragen, die du dir nur selber beantworten kannst finde ich. Wie gesagt, Ideen einholen is ja ok, aber am Ende musst du doch was machen wovon du zu 100% der Meinung bist, dass das das Richtige (für dich!) ist.

Ich mein du scheinst dir ja schon Gedanken zu machen und auch die Literatur zu befragen, wenn ich mir die ganzen cleveren Zitate und Quellenverweise so ansehe. Aber dann musst du doch in der Lage sein selber auch ne konkrete Idee zu entwickeln, in denen du deine Talente entsprechen einsetzten kannst.

Ansonsten zu den anderen Dingen, die du angesprochen hast:
AntonK schrieb:
Es ist mir auch weitgehend egal, was andere von mir denken. Ich habe nicht den Anspruch reich zu werden. Es reicht, wenn meine Grundbedürfnisse (warme Wohnung, angemessene Kleidung, Nahrungsmittel, Internet) gedeckt sind

Ist denke ich ne vernünftige Einstellung. Der Tretmühle kann man nicht ganz entkommen denke ich, aber wenn man sich selber dessen bewusst ist, was man braucht und was nicht, dann ist das ne gute Basis. Das Thema Konsum/Kapitalismus gut/schlecht, will ich jetzt nicht allzu breit treten, auch hierzu

AntonK schrieb:
Doch ist es tatsächlich so, dass nur sehr wenige Menschen diese Einsicht erhalten werden? Ich dachte immer, dass jeder diese Einsicht hat und alle eine Lösung für ihren Konflikt gefunden haben, nur ich noch nicht. Ist es nicht so, dass jeder weiß, dass Konsum letztendlich nur vergänglich ist und die meisten beruflich etwas machen, in dem sie Sinn sehen?

sage ich nur kurz, das klingt für ich viel zu schwarz/weiss gedacht. Weder ist es so, dass nur die Wenigsten die "absolute Weisheit" erreichen, dass konsumorientiertes Denken/Leben schlecht ist, noch ist es so, dass du der Einzige bist, der das nicht kapiert. Das echte Leben spielt sich doch immer irgendwo dazwischen ab. Dazu kommt doch, dass "Glück" für jeden was anderes ist. Wenn jemand durch das, was andere als Konsumgeilheit abstempeln glücklich ist - sprich selber findet, dass er/sie "glücklich" ist mit seinem Leben, vollkommen wurscht ob diese Person "noch glücklicher" (Was auch immer das heisst) sein könnte wenn X/Y/Z - wo ist dann das Problem?

AntonK schrieb:
Wie kann ich den effektiv anderen Menschen helfen? Ich möchte irgendwas machen, das viele Menschen positiv beeinflusst.

Wie schon gesagt, am Ende must du schauen, welche deiner Interessen und Kompetenzen du am geeignetsten findest, um anderen Menschen zu "helfen" und was du selber unter "helfen" verstehst. Wenn du Leuten wirklich "helfen willst", dann geh in ein Entwicklungsland oder in ein Kriegs-/Krisengebiet und hilf den Menschen dort, denn da geht es nur darum zu überleben und die würden sich freuen über Luxusprobleme wie wir sie haben mit "oh nein wir sind alle so konsumgeil und unglücklich".

Ich denke du musst für dich selber einfach konkreter werden was du unter "helfen" und "positiv beeinflussen" verstehst, und wie das mit deinen Interessen einhergeht. Erst dann macht es meiner Meinung nach wirklich Sinn andere zu fragen, wie man deine konkreten Vorstellungen umsetzten kann.
 
ichwillgewinnen schrieb:
Von deinem anderen Thread "welchen Zweck hat ein Studium" sind wir also nun bei "Was soll ich mit meinem Leben machen?" angelangt ^^

Ach, das war der gleiche Herr? Ich spüre inzwischen Trollgefahr. Aber er scheint ja erfolgreich damit zu sein.
 
AntonK schrieb:
...Ich suche eine Tätigkeit, die mir dauerhaft eine Befriedigung verschafft...

Ohne jetzt den ganzen Threat zu lesen, aber hier ist das Problem: eine Tätigkeit - dauerhaft.

Soetwas gibt es nicht, selbst Hobbies, die Liebe, Freundschaften, ALLEs verändert sich - daher sollte es für die Zukunft heißen, dass man sich mehrere abwechselnde Tätigkeiten sucht und dann Befriedigung findet.

Und die sucht man auch nicht mit 20, sondern mit 25, 30, 40, 50, 60, 80 Jahren ;)
 
ich glaube genau da liegt das problem Fu Manchu, dauerhaft kann auch überhaupt eine vorstellung sein auf relative zeitbezüge, 1 JAHR, 20, 30

es geht um selbstfindung und befriedigende aussichten.

keiner weis was der TE schon alles für elend mitansehen musste in seinem umfeld, denn wenn dort alle unglücklich sind mit ihrer tätigkeit sich nur beklagen und sich das dann wirklich häuft frägt man schon nach dem sinn bevor man irgend etwas angefangen hat.

soviel vorraussicht muss man erst ein mal besitzen

um es kurz zu machen würde ich mir allerdings wieder gedanken um FU Manchu sein statement machen, denn in einem JOB/ARBEITS umfeld kannst du schon von haus aus davon ausgehen das du niemals das Perfekte Verhältniss von anfang an bekommst.

Was genau wilst du jetzt hören`? Was meinst du wieviel von uns auch nur teilweise mit ihrme Job zufrieden sind und trotzdem weiterarbeiten, bzw. sich dann erst gedanken machen wenn es zu spät ist? Umschulung, weiterbildung, Job, Karriere...

Mach dich Selbständig, das schafft keine Freizeit aber du bist nur DIR selbst erst ein mal Rechenschaft schuldig und dann erst dem Kunden.
 
Ganz einfach: Familie. Das wird dein Leben so ausfüllen, dass deine anderen Interessen an Wichtigkeit verlieren und du jeden Tag nicht erwarten kannst, von der Arbeit nach Hause zu kommen.
 
Flexibel bleiben ...

Auch wenn es für jemanden mit 20 vielleicht schwer vorstellbar ist, so wirst Du doch in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit mehrfach Deinen Wohnort wechseln, die Freundeskreise werden variieren, es gibt nicht mehr viele Berufe, die man wirklich sein Leben lang ausübt.

Man kann sich ein Hobby zulegen (wenn man es nicht schon hat), welches einen das ganze Leben lang quasi als Fixpunkt begleitet (bei mir z.B. ist es der geliebte Fußballverein mit Dauerkarte fürs Stadion)

Mach - vor allem in Deinem Privatleben - einfach das, woran Du Spaß hast, dann werden sich Veränderungen immer wieder mal automatisch ergeben und das Leben bleibt interessant.

Und sei neugierig auf Menschen.

Großstädte helfen da enorm, wenn man nicht in die Schiene: Beruf, Partner, Kinder, Rente rutschen will.

Und mach Dich frei von dem Gedanken, das ganze Leben könnte in Glück und Befriedigung verlaufen.
Glück und Befriedigung sind relative Zustände, die nur dadurch entstehen können, dass man sie mit weniger 'guten' Zeiträumen vergleichen kann.
Du kannst richtig gute Zeiten nur genießen, wenn es Dir zwischendurch auch mal schlecht ging.
Ansonsten merkst Du es nämlich gar nicht mal, wie gut es Dir gerade eigentlich geht.

Ich persönlich habe z.B. auch gerade so ein bisschen Lebensangst, weil ich jetzt, mit Mitte 50, eine Situation habe, bei der ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl habe, dass alles perfekt passt, Partner, Freunde, Beruf, Wohnung.
Warum habe ich dieses Gefühl?
Weil ich es anders kenne.
Krisen bei der Arbeit, Scheidung, Trennungen von (ehemals) geliebten Menschen.
Alles auf einmal super hatte ich noch nie. Und deswegen bin ich jetzt gerade so glücklich, obwohl ich nie bewusst auf einen solchen Zustand hingearbeitet habe.
Er ist einfach passiert ... Jetzt, mit Mitte 50.
 
Zuletzt bearbeitet:
cartridge_case schrieb:
Das ist ja komplett doof.

Ganz im Gegenteil, die Familie wird so zentral, dass man die anderen Interessen gerne nach hinten stellt. Sie gehen aber nicht komplett verloren, sondern sie rücken nur in die zweite Reihe.
 
wir reden hier immer noch von einem 20jährigen, für Famile usw. hat er noch Zeit ich sehe das jetzt nicht als ausschlaggebend um sein leben zu verbessern und wer schon so früh keinen Sinn im Leben sieht und es nicht "Lebt" wird auch mit 50 noch unglücklich sein ob verheiratet oder nicht, lasst mich jetzt keine Statistiken rausholen wieviele Paare unglücklich verheiratetet sind oder sich wieder scheiden lassen haben.

Man kann nichts pauschalisieren, das wäre heuchlerisch.
 
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