NoD.sunrise schrieb:
Sorry aber was soll das denn für eine Argumentation sein? Die Hardware unserer Smartphones hat sich auch Schritt für Schritt aus Hardware für stationäre Geräte entwickelt - deswegen kann sie dann auch nicht für den mobilen Einsatz taugen?
Die Herkunft einer software sagt rein gar nichts über die aktuelle tauglichkeit aus.
Erst einmal ist das falsch. Bzw. ziemlich ungenau. Natürlich lässt sich jede Entwicklung im Bereich der Informatik auf ur-Computer zurückführen, man sollte sich jedoch den Ursprung einer Technologie anschauen: ARM's sind als Konkurrenzprodukt zu damaligen Intel CPU's gestartet und haben sich sehr schnell auf stromsparend orientiert. Das meine Argumentation richtig ist, erkennt man zum Beispiel daran, wieviele x86 CPU's in Smartphones verbaut werden. Sie sind nicht dafür gemacht, ergo setzen sie sich dort auch nicht durch.
Bei Software ist es ähnlich: MS hat im Consumer-Bereich bis heute keine 32bit Unterstützung fallen gelassen. Das erste Produkt von denen, bei dem 64bit Architektur vorrausgesetzt ist, ist Windows Server 2008 R2. Selbst bei Windows 8 wird es immernoch eine 32bit Edition geben, bei der sich mir der Sinn verschließt, da seit einem halben Jahrzehnt eigentlich nur noch 64bit CPU's hergestellt werden. Die Schlussfolgerung aus dieser Altlast: Anwendungen müssen weiterhin für zwei Subarchitekturen verwaltet werden. Software-Entwicklung kann dementsprechend nicht seine Vorteile aus dem Fokus auf 64bit und dessen Vorteilen ziehen.
Anderes Software-Beispiel: Javascript. Ursprünglich mal in Nacht & Nebel Aktion entwickelt, über Jahre als unsicherer und langsamer Mist verschrien, erfährt heute einen gewissen Run, den ich sehr begrüße. Das ändert aber nichts daran, dass die aktuellen Standards mühsälig überarbeitet werden müssen, um aktuellen Standards der Webentwicklung gerecht zu werden.
NoD.sunrise schrieb:
Wieder so ein Beispiel was für mich unter "unausgereift" fällt, es sind einfach zu viele Sachen die WP7 nicht oder nicht richtig kann.
Ich denke mit Mango wirds da insgesamt schon mal besser und dann vielleicht noch ein großes Update und WP7 ist seine Kinderkrankheiten auch los.
Das ist nun wirklich an den Haaren herbeigezogen. MS hat beschlossen, dass der Terminus "User-Agent" nicht wirklich in die Hände des Anwenders gehört. Zumindest muss er nicht wissen, um was es sich dabei handelt, um Websiten-Darstellungen per Menu anzupassen. Dass die Webentwickler nun sich einen Dreck um den Support für dieses Feature kümmern, kann man MS wohl kaum zur Last legen. Sollten sie etwa ein Form anbieten, wo der user seinen User-Agent wählen kann, nur um eine Darstellung einer Seite zu provozieren, bei der der Webentwickler zu faul war crossbrowser zu testen?
Ist das überhaupt ne Kinderkrankheit? Nein, denn die meisten Seiten werden trotzdem korrekt dargestellt. Ich persönlich kenne diese Warnung bezüglich alter IE Version nichtmal, woraus ich schließe, dass es an den Seiten selber liegt. Welcher Webentwickler heute immernoch auf User-Agents zur Bestimmung des Contents vertraut, gehört gevierteilt (
http://api.jquery.com/jQuery.browser/).
Insgesamt ist es einfach so: Das was an WP7 andauernd kritisiert wird als "nicht können" oder "nicht richtig können" sind geek Features, die entweder simplifiziert wurden oder mit absoluter Rechtfertigung weggelassen wurden. Otto brauch die Möglichkeit nicht, sein Smartphone als FTP Server zu benutzen. Otto brauch wahrscheinlich auch nicht browser spoofing. iOS hat gezeigt, dass Otto auch ohne MP3 Klingeltöne auskommt. Was man in meinen Augen MS vorhalten kann ist, dass sie ihre Simplifizierung nicht komplett durchziehen. An manchen Stellen tauchen Begriffe wie tty auf, mit denen der Anwender nichts anfangen kann. Das sind aber Lapalien.