Taken aka
96 Hours
Französisches Actionkino mit U.S. touch im besten Sinne. Sehr 'noir'. Eine sehr einfache Story, sehr direkt und ohne Atempausen umgesetzt.
Zitate aus
uber Klassikern der 70er, wie z.B.
Brutale Schatten runden diese
Achterbahnfahrt ab und haben mich mit der Zunge schnalzen lassen.
Liam Neeson als "Mann mit den zwei Gesichtern" ist als Mischung aus 'Jimmy"Popey"Doyle' (
French Connection)
und 'Jake VanDorn' (
Hardcore - Ein Vater sieht Rot) glaubhaft und verweigert sich einer klaren
Einordnung in das Held Klischee - im Gegenteil, man ist während des Films aufgerufen selbst Stellung zu beziehen...und es gibt nicht immer eine
klare Antwort auf die Frage ob man 100% hinter dem 'Held' steht:
eine bestimmte Szene, in der Neeson eine Unbeteiligte verletzt, stellt sogar einen Tabubruch des typischen Actionkinos dar, wie man ihn selten sieht.
Sehr erfrischend fand ich auch wie das Tempo durch kurze Schnittfolge gesteigert wird, ohne daß es als Selbstzweck störend auffällt.
Bei den fights selbst bleibt alles nachvollziehbar und realistisch - hier wird mangelhafte martial arts Choreografie nicht kaschiert, es geht fast
gerichtsfest genau zu. Vielen mag das 'zu genau', zu realistisch sein.
Auch erfreulich: durch die Besetzung von Liam Neeson in der Hauptrolle, wurde ein lahmes US-remake (mit explodierenden Autos & eingebauter lovestory) quasi ausgeschlossen.
8,5 /10